GEGEN KLIMAPAKET

MVs einsamste Protestlerin will Neubrandenburg erobern

Allein vor dem Demminer Rathaus protestiert Kerstin Bach gegen das Klimapaket der Bundesregierung – wie eine deutsche Gegenantwort auf Greta Thunberg. Doch sie will etwas ändern.
Die einsame Kämpferin gegen das Klimapaket der Bundesregierung. Kerstin Bach will aber ihren Vorposten in Demmin aufgeben
Die einsame Kämpferin gegen das Klimapaket der Bundesregierung. Kerstin Bach will aber ihren Vorposten in Demmin aufgeben und den Protest nach Neubrandenburg tragen. privat
Kerstin Bach bei der Demo auf dem Neubrandenburger Marktplatz am 24.1.2019.
Kerstin Bach bei der Demo auf dem Neubrandenburger Marktplatz am 24.1.2019. Tim Prahle
Kerstin Bach (mitte) bei der Demo auf dem Neubrandenburger Marktplatz am 24.1.2019.
Kerstin Bach (mitte) bei der Demo auf dem Neubrandenburger Marktplatz am 24.1.2019. Tim Prahle
Neubrandenburg.

Kerstin Bach hat eine Vision: Die Regierung in Berlin zieht das beschlossene Klimapaket zurück. Keine Rede mehr von Steuern auf Kohlendioxid und das ganze andere unausgegorene Zeugs. „Mumpitz alles“, schimpft die 50-Jährige, und dass die Bundeskanzlerin – doch eigentlich eine kluge und verständige Person – das alles eigentlich längst selbst durchschauen müsste.

So wie sie selbst. Kerstin Bach ist nicht bereit, sich für den sogenannten Umweltschutz ins Portemonnaie greifen zu lassen. Und deshalb führt sie einen einsamen, aber energischen Kampf. Seit dem 3. Oktober 2019, dem 29. Jahrestag der deutschen Einheit, steht die Frau aus Törpin bei Demmin einmal in der Woche vor dem Rathaus mit ihrem selbstgemalten Protestschild in beiden Händen. Mitstreiter: Fehlanzeige. Begleitet wird sie dabei nur von Ehemann Thomas, „mein Ordner“, nennt die Demonstrantin den kräftigen Kerl an ihrer Seite.

Angesteckt hat die Frau mit ihrem Protest an der Peene bislang noch niemanden. Jedenfalls hat hier noch nie jemand an ihrer Seite gestanden. Bestimmt spielt die schlechte Wahl des Kundgebungsortes dabei eine wichtige Rolle, sagt Kerstin Bach. Zwar heißt der Platz Markplatz, und zwar steht sie genau vor dem Rathaus, aber dort an der heftig frequentierten Bundesstraße flaniere eben niemand entlang. Doch Kerstin Bach will schon Autofahrer beobachtet haben, die ihr hinterm Lenkrad Beifall spendeten. Und allein fühlt sie sich dabei schon gar nicht, aus den sozialen Netzen im Internet weiß sie, dass überall in Deutschland Aktivisten wie sie regelmäßig gegen das Klimapaket protestieren.

Doch so manches Mal gewinnt der Frust selbst bei Kerstin Bach Oberhand: „Hinterher soll niemand jammern“, verlangt sie. Denn schließlich haben sie und viele andere versucht, den Leuten klar zu machen, was da auf alle zukommt. Wie in Demmin, wo sie sich schon die Füße in den Leib stand. „Auch wenn die Demminer das geistig bis jetzt noch nicht richtig verarbeitet haben“, fällt sie ein hartes Urteil. Sie jedenfalls habe ein reines Gewissen und stehe ein für die Dinge, die ihr wichtig sind.

Unklar, wogegen sich der Protest richten wird

Demnächst in Neubrandenburg. Den Vorposten auf dem Demminer Marktplatz gibt Kerstin Bach auf und will ab dem Frühjahr wöchentlich in Neubrandenburg kämpfen. Dort auf dem Marktplatz, hat sie gerade festgestellt, sei wenigstens was los. Am vergangenen Freitag stand sie schon dort, sozusagen auf Probe. Da ging es aber nicht vordergründig um das Klima, sondern um die Altersarmut. Aber, sinniert die 50-jährige aus Törpin auf halber Strecke zwischen Altentreptow und Demmin, eigentlich hänge doch alles mit allem zusammen. Und wenn selbst die alten Leute mehr Geld für das verfehlte Klimapaket ausgeben müssen, steige eben auch die Altersarmut noch heftiger und schneller. Ihr Ehemann will die Altenpflege und das ganze Drumherum auf Neubrandenburgs Marktplatz zur Sprache bringen. Auch dabei gebe es wohl viel Ungereimtes, lässt er schon blicken.

Deshalb steht auch noch gar nicht so felsenfest fest, wogegen sich der geplante Protest in der Kreisstadt im nächsten Frühjahr richten soll. Es gebe doch so vieles, was nicht in Ordnung sei, seufzt die Törpinerin, die aus Mainz stammt und die es über den Umweg Berlin in die dünn besiedelte Gegend an der Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern verschlug. Auf alle Fälle, so der Plan, seien während ihrer Protest-Kundgebungen Redezeiten für alle Bürger vorgesehen, die lautstark und allen verständlich mitteilen sollen, was ihnen auf der Seele brennt. Ein Mikrofon besitzt Kerstin Bach allerdings nicht. Einen Lautsprecher auch noch nicht, stöhnt die Aktivistin, als ihr das jetzt gerade einfällt.

Von solchen Kleinigkeiten lässt sich die an Kummer aus Demmin gewöhnte Frau aber nicht abschrecken. Jetzt oder nie gelte es zu kämpfen. Ab dem Frühjahr in Neubrandenburg.

 

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Kommentare (4)

... sinniert über ungelegte Eier und hat eine durchaus egoistische Einstellung. Wer sich gegen Klimaschutz sperrt, handelt verantwortungslos gegenüber kommenden Generationen. Deutschland und die Welt tun viel zu wenig, um den Klimawandel zu verlangsamen. Ihr Protest ist höchst albern.

Dann richten Sie Ihre Worte mal an die Nationen die das zu verantworten haben. Das ist bestimmt nicht DEUTSCHland.

Dann fangen sie Strandvogt schon mal an, es wird nicht besser.

Man hat ihnen auch den Klimafloh ins Ohr gesetzt. Also sind sie einer von denen die sich das Geld leicht aus der Tasche ziehen lassen. Meine Meinung dazu.