Hoher Staatsbesuch?
Mysteriöser Motorrad-Konvoi gibt Rätsel auf

Archivbild einer Motorradstaffel in Berlin: Vorerst findet sich niemand, der sagen kann, was hinter der Kolonne in Neubrandenburg steckte.
Vorerst findet sich niemand, der sagen kann, was hinter der Kolonne steckte.
Michael Kappeler

Ein Karosse mit Motorradkonvoi braust durch Neubrandenburg. Bei den Behörden weiß aber niemand, woher der Tross kommt. Der Nordkurier geht auf Spurensuche.

Ein Konvoi mit Motorradeskorte hat am Mittwoch in Neubrandenburg für Aufsehen und Rätselraten gesorgt. Mehrere Augenzeugen berichteten dem Nordkurier davon, dass am Vormittag ein schwarzer Volvo neuer Bauart mit Münchner Kennzeichen – umgeben von mehreren Motorrädern – auf der B96 vom Lindenberg in Richtung Innenstadt fuhr. Fünf Motorräder seien in Keilformation vorneweg gefahren, drei dahinter. Die Kradfahrer hätten blaue Uniformen getragen.

Ein seltenes Spektakel in Neubrandenburg. Allerdings ließ sich im Tagesverlauf nicht herausfinden, woher der Konvoi kam und wer in der Karosse saß. Landespolizei und Innenministerium teilten auf Anfrage mit, dass ihnen keine Kenntnisse über eine solche Fahrt vorliegen.

Schulterzucken bei Polizei und Bundeswehr

Wenn ein anderes Bundesland solche Transporte in MV durchführen würde, wäre dies bei der zuständigen Verkehrsbehörde zur Genehmigung anzumelden, sagte ein Ministeriumssprecher. Bei der Bundeswehr ebenfalls Schulterzucken. Die Feldjäger tragen zudem graue Monturen bei ihren Motorradeskorten.

Eine Begleitung mit Motorrädern ist hochrangigen diplomatischen Gästen vorbehalten. Die Zahl der Begleitmotorräder ist im Protokoll streng geregelt. Je höher der Gast im Rang steht, desto mehr Maschinen bekommt er. Könige und Staatsoberhäupter kriegen bei Staatsbesuchen ein Geleit von 15 Kradfahrern, fünf Kradfahrer werden Parlamentspräsidenten und Regierungschefs bei Arbeitsbesuchen zur Seite gestellt oder Außenministern bei offiziellen Besuchen.

Offiziell ist gerade niemand zu Besuch in MV

Solche hochrangigen Politiker sind derzeit aber offiziell nicht zu Besuch in MV. Gemutmaßt wurde daher, dass es sich um Filmarbeiten handeln könnte. Die Augenzeugen sahen aber keine Kamera, wie sie im Gespräch mit dem Nordkurier versicherten.

Kommentare (1)

...und findet nichts. Gähn.