Nicht nur Kinder, auch die Erwachsenen hatten am Kindertag in Neubrandenburg Spaß auf der Hüpfburg.
Nicht nur Kinder, auch die Erwachsenen hatten am Kindertag in Neubrandenburg Spaß auf der Hüpfburg. Henning Stallmeyer
Jessika Melz (rechts) vom Behindertenverband Neubrandenburg malt Shana ein Henna-Tattoo auf die Hand.
Jessika Melz (rechts) vom Behindertenverband Neubrandenburg malt Shana ein Henna-Tattoo auf die Hand. Henning Stallmeyer
Bei der alkoholfreien Cocktailbar gab es für die Kids tropische Drinks.
Bei der alkoholfreien Cocktailbar gab es für die Kids tropische Drinks. Henning Stallmeyer
Kindertag

Nach Coronastress – Jugendarbeit feiert die Kleinen ganz groß

Es war die erste große Aktion nur für Kinder überhaupt in diesem Jahr. Beim Kindertag konnten die kleinsten Neubrandenburger Corona und den Alltagsstress mal kurz vergessen.
Neubrandenburg

Für die große Party ist um 13 Uhr schon alles angerichtet. Die Hüpfburg steht, das Zelt mit den gemütlichen Sitzsäcken als „Chillout-Lounge” ist aufgebaut, die Getränke an der Cocktailbar stehen kalt, der Grillmeister legt die ersten Würstchen auf den Grill. Selbst die vereinzelten Regentropfen und das Gewitter am Nachmittag können die gute Laune nicht trüben.

AM Mittwoch feierten Dutzende Kinder den Kindertag auf dem Gelände des Kinder- und Jugendtreffs „Konnex” in der Neustrelitzer Straße in Neubrandenburg. Eingeladen hatte der Betreiber des Klubs, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

Sozialverhalten und schulische Leistungen haben unter Pandemie gelitten

Nach der langen Corona-Zeit sollte diese Party den Kindern wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. An vielen verschiedenen Stationen konnten die Kids Mangas malen, sich Henna-Tatoos aufzeichnen lassen, über eine Mini-Halfpipe springen oder sich mit einem leckeren Cocktail – alkoholfrei natürlich – auf die Sofas fläzen. Die Organisatoren kamen nicht umhin, sich besonders und extra bei der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft zu bedanken, die nicht nur die Hüpfburg, sondern auch das Essen spendierte.

Eine für die Jugendlichen redlich verdiente Party sei es, immerhin hätten die Coronamaßnahmen bei ihnen besonders tiefe Spuren hinterlassen, machten die Organisatoren deutlich.

„Besonders das Sozialverhalten der Kinder hat sich während Corona stark verändert”, meint Jessika Melz vom Behindertenverband Neubrandenburg, der gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der Caritas und anderen sozialen Verbänden das Fest organisiert hatte. Auch die schulischen Fähigkeiten, etwa in Mathe und Deutsch hätten total aufgrund der Pandemie gelitten, beobachtete die Sozialarbeiterin. Darüber hinaus seien auch viel mehr psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen zu erkennen. Umso glücklicher sei Jessika Melz, dass nun wieder eine geregelte Jugendsozialarbeit möglich ist.

Kritik an Personalmangel und unsicheren Arbeitsverhältnissen

Denn gerade die strengen Regeln während der Lockdowns haben viele Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern zunächst abgeschreckt, berichtet Hannes Below vom ASB. Er leitet den Jugendklub Konnex und erlebt die Kinder tagtäglich. Eintragen in Listen, maximal fünf Personen gleichzeitig im Raum, das habe viele genervt, sagt er. „Doch nachdem die Regeln wieder gelockert wurden, dauerte es nicht lange, da kamen die Kinder alle wieder. Mittlerweile haben wir so viele wie vor der Pandemie”, freut sich der Jugendsozialarbeiter.

Bei dem Kindertag gehe es allen Verantwortlichen darum, dass die Kinder einfach mal einen Tag für sich haben, eine gute Zeit erleben und das Signal aussenden, dass wieder etwas los ist in der Stadt. Gleichzeitig wollen sie auch auf die Wichtigkeit der Jugendsozialarbeit hinweisen, die immer wieder unter Personalmangel und unsicheren befristeten Arbeitsverhältnissen leidet. „Ich glaube, wenn wir mehr Jugendarbeit hätten, würde es auch weniger Probleme mit Jugendlichen in der Stadt geben”, meint Jessika Melz.

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