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Nach Todesurteil Haus zu neuem Leben erwacht

Ein Schlüssel als Symbol: Neuwoges-Geschäftsführer Frank Benischke übergibt die Unkel-Bräsig-Straße 14 an den ASB-Geschäftsführer Frank Brehe. Eigentlich war das Haus ursprünglich für den Abriss vorgesehen.
Ein Schlüssel als Symbol: Neuwoges-Geschäftsführer Frank Benischke übergibt die Unkel-Bräsig-Straße 14 an den ASB-Geschäftsführer Frank Brehe. Eigentlich war das Haus ursprünglich für den Abriss vorgesehen.
Thomas Beigang

Ein Wohnblock auf dem Datzeberg, der eigentlich schon fest für den Abriss eingeplant war, hat jetzt wieder eine Zukunft.

Noch vor zwei Jahren gab niemand mehr einen Pfifferling für das Haus Unkel-Bräsig-Straße 14 auf dem Datzeberg. Der 1980 gebaute Wohnblock hatte nach dem Willen seiner Besitzerin, der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft Neuwoges, ausgedient. Das seinerzeit als Arbeiterwohnheim genutzte Gebäude, fast alle Quartiere nur als Einraumwohnungen konzipiert, war schon fast leer gezogen. Sein Schicksal stand fest: Abriss. 2016, so der Plan, sollte das Haus dem Erdboden gleich gemacht werden.

Dass das Urteil dann doch nicht vollstreckt wurde und im Herbst 2015 die Abrissliste für Neubrandenburger Häuser schnell aktualisiert wurde, hat die Unkel-Bräsig-Straße 14 auch der großen Zahl von Flüchtlingen zu verdanken, die in der Stadt ankamen – und untergebracht werden mussten. m August 2016 begann die Wohnungsgesellschaft mit der Instandsetzung von 46 leeren Wohnungen. Potenzielle Mieter: Leistungsempfänger gleich welcher Herkunft. 33 Quartiere sind an anerkannte Flüchtlinge vermietet, sechs Wohnungen hat sich die Stadt gesichert, um hier ehemalige Bewohner des Obdachlosenheims unterzubringen. Dabei profitierte die Neuwoges von einem Förderprojekt des Landes. Es spendierte 135 000 Euro der insgesamt 322 000 Euro teuren Sanierung

Projekte sollen Integration im Wohngebiet fördern

Während der Instandsetzung entstanden zudem die beiden Projekte: „Gemeinwesenarbeit mit Integrationsberatungsstelle“ und „Wohnen im Quartier Unkel-Bräsig-Straße 14“, eine enge Kooperation zwischen Neuwoges und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Beide Projekte sollen dazu beitragen, die Integration geflüchteter Menschen im Wohngebiet Datzeberg zu fördern. Das klappt, so Carmen Maylan vom Wohnprojekt, zunehmend besser, nachdem es am Anfang „echt schwierig“ gewesen wäre. Klagen der Nachbarn über Lärm seien keine Seltenheit gewesen. Wenigstens sei es jetzt gelungen, eine Beruhigung der Situation zu erreichen.