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Bakterien im Trinkwasser

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Naht ein Ende der Chlor-Spülung in Neubrandenburg?

Seit mehr als zwei Monaten muss in Neubrandenburg des Trinkwasser desinfiziert werden - vielen Leuten reicht das jetzt. Aber vielleicht ist damit bald Schluss. Foto: Patrick Pleul/dpa
Seit mehr als zwei Monaten muss in Neubrandenburg des Trinkwasser desinfiziert werden – vielen Leuten reicht das jetzt. Aber vielleicht ist damit bald Schluss.
Patrick Pleul

Auch nach mehr als zwei Monaten mag noch niemand so recht das Ende der Desinfektionen im Neubrandenburger Trinkwassernetz ankündigen. Jetzt versucht man aber, mit einer kombinierten „Gewaltmaßnahme” Schluss zu machen.

Die Belastung des Neubrandenburger Trinkwassers mit coliformen Bakterien nimmt offenbar konstant ab. Zwar sei die Sanierung des gesamten Trinkwassernetzes noch nicht abgeschlossen – in den Stadtteilen hingegen, die über das Wasserwerk III versorgt werden, konnte die Chlorung schon vollständig beendet werden, so die Auskunft auf eine Nordkurier-Anfrage aus dem Gesundheitsamt der Kreisverwaltung. Wenigstens die Einwohner von Weitin, Broda und einigen Gemeinden im Umfeld der Stadt müssen jetzt nicht mehr mit den Einschränkungen in Geruch und Geschmack des Neubrandenburger Trinkwassers leben. Gedulden müssen sich nach Auskunft des Gesundheitsamtes noch die Einwohner, die im Einzugsbereich des Wasserwerks II der Stadtwerke ihren Durst stillen – und das sind fast alle Neubrandenburger. Insgesamt vier Wasserwerke versorgen das Stadtgebiet mit Trinkwasser: Groß Nemerow, Neverin, sowie die Wasserwerke II und III.

Lange Sanierung soll nicht ungewöhnlich sein

Mitte Juni wurde bei Bauarbeiten in der Südstadt eine Wasserleitung beschädigt, in der Folge kam es zur Verunreinigung des Leitungssystems mit seinen diversen Pumpstationen, Muffen und Schiebern. Die danach vom Gesundheitsamt während einer Routineuntersuchung festgestellte „Grenzwertüberschreitung“ bezog sich gemäß der Auskunft aus dem Gesundheitsamt im Wesentlichen auf „coliforme Bakterien“. Dabei soll es sich um nicht krank machende – apathogene – Bakterien gehandelt haben, hieß es. Diese können Bakterien bei abwehrgeschwächten Frauen, Männern oder Kindern Krankheiten verursachen – wenn sie in Lunge, Blase oder Wunden gelangen.

Die lange Dauer der Sanierung des Trinkwassernetzes – mehr als zwei Monate – sei nicht ungewöhnlich, so die Auskunft aus der für das Gesundheitsamt zuständigen Kreisverwaltung in Neubrandenburg. Es würde immer eine Weile dauern, „bis sich das komplexe Biosystem stabilisiert hat“.

Letzen Bakterien den Garaus machen

Am längsten müssen sich offenbar die Einwohner in der Südstadt gedulden – dort, wo das Unheil im Juni seinen Anfang nahm. In den nächsten Tagen, so die Auskunft aus dem Gesundheitsamt, werden die Stadtwerke dort „Leitungsspülungen“ durchführen. Diese Kombination aus mechanischen und chemischen Reinigungsmaßnahmen sollte, so die Hoffnung, jetzt auch hier den letzten unerwünschten Bakterien den Garaus machen.

Bei den Stadtwerken neu.sw mag man sich noch nicht so recht dem Optimismus aus dem Gesundheitsamt anschließen. Die nächsten Beprobungen durch das Gesundheitsamt finden in der nächsten Woche statt, so eine Sprecherin des städtischen Unternehmens. Und: „Es ist aktuell nicht abschätzbar, wie lange die Maßnahmen noch aufrechterhalten werden müssen“. Am Mittwoch hat sich auch erstmals der Vorsitzende der Geschäftsführung der Stadtwerke, Ingo Meyer, zu der Angelegenheit geäußert: „neu.sw bittet die Kunden um Verständnis bezüglich der noch immer durchzuführenden Maßnahmen. Unsere technischen Mitarbeiter arbeiten in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt an der endgültigen Beseitigung der aktuellen Verunreinigung“, so Meyer.

Kommentare (2)

Ein Insektizid, das dafür geschaffen wurde Insekten zu töten, ist auch für den Menschen nicht ungefährlich. Nicht umsonst ist jeder 3. männliche Obstbauer zeugungsunfähig. Obstbauern versprühen am meisten Pestizide. Bei Kontakt mit dem Gift sofort mit Seifenwasser abwaschen. Das ist ganz wichtig. Sonst geht es durch die Haut. Dann kann es bis zum Erbrechen gehen. Der Bauer muss die Windrichtung und die Windstärke beachten, denn daraus ergibt sich die sogenannte Abdrift. Eigentlich darf nur bei Windstille gespritzt werden. Doch leider halten sich nur die wenigsten Ackerbauern an diese Regel. Vielleicht, weil es bei uns nur so selten ganz windstill ist.

... zeugungsunfähig." Umsonst gibt es Spaßmeldungen und Falschinfos.