Unter dem Vereinsnamen „FC Motor Süd Neubrandenburg“ wird nur noch bis zum Ende dieser Saison Fußball g
Unter dem Vereinsnamen „FC Motor Süd Neubrandenburg“ wird nur noch bis zum Ende dieser Saison Fußball gespielt. Roland Gutsch
Motor Süd

Namens-Streit um Fußballclub endet mit Vergleich

Der „FC Motor Süd Neubrandenburg” heißt ab Sommer „FC Motor-Neubrandenburg-Süd”. Am Landgericht kam in der verzwickten Namens-Angelegenheit eine Einigung zustande.
Neubrandenburg

Unter dem Namen „FC Motor Süd Neubrandenburg“ werden die Fußballer dieses jungen Vereins in der Saison 2022/2023 nicht mehr auf die Jagd nach Toren, Punkten und Pokalen gehen. Das ist das Resultat eines Vergleichs, der nunmehr am Landgericht Neubrandenburg zustande gekommen ist. Dass man ab dem 1. August 2022 als „Fußballclub Motor-Neubrandenburg-Süd e.V.“ am Ball sein darf, scheint den Betreffenden derweil genehm zu sein. Eine zäh-verzwickte Namens-Angelegenheit hat damit – juristisch – ein Ende gefunden, das beide Seiten nicht unglücklich machen sollte.

Traditionsverein als BSG gegründet

Ursprünglich auf „Unterlassung“ geklagt hatte der traditionsreiche Sportverein (SV) Motor Süd Neubrandenburg, Rechtsnachfolger des 1953 als Betriebssportgemeinschaft gegründeten Vereins Motor Süd. Von besagtem SV hatten sich die Fußballer im Jahr 2020 getrennt, um fortan als FC Motor Süd ihr eigenes Ding zu machen. Der Klage-Grund: Wegen der Namens-Ähnlichkeit beider Vereine war den SV-Leuten um ihren Vorsitzenden Henry Slomma die Verwechslungsgefahr zu groß.

Und: Sie bekamen Recht vor Gericht. Richterin Petra Hoeveler verurteilte im Februar 2021 den „Fußballclub Motor Süd Neubrandenburg“ dazu, sich einen neuen Vereinsnamen zu suchen. Im Falle von Zuwiderhandlung drohte ein Ordnungsgeld bis zu 10  000 Euro oder sogar Ordnungshaft bis zu sechs Monaten.

FC ging gegen Urteil der ersten Instanz in Berufung

„Wir erkennen das nicht an“, reagierte seinerzeit FC-Chef Ulf Krömer prompt gegenüber dem Nordkurier. Und tatsächlich legte man am Landgericht Berufung gegen das Urteil ein. Ein knappes Jahr darauf kam es nun im Rahmen einer Güteverhandlung, geführt von Richter Patrick Schwantes, zu einem Vergleich, wonach sich Ulf Krömer und seine Mitstreiter verpflichteten, den aktuellen Vereinsnamen nur noch bis zum 31. Juli 2022 zu verwenden. Zugleich gestattete der SV Motor Süd dem Gegenüber, danach die Bezeichnung „Fußballclub Motor-Neubrandenburg-Süd e.V.“ zu nutzen.

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„Vor allem, weil wir den Kindern und Jugendlichen nicht die aktuelle Fußball-Saison verderben wollen, stimmten wir der Frist bis zum kommenden Sommer zu“, sagte Henry Slomma. „Die können ja nichts für die ganze Sache. Was wir wollten, haben wir unterm Strich erreicht, nämlich dass beim FC eine unmittelbare Motor-Süd-Kombination im Namen nicht mehr erscheint. Am liebsten hätten wir beide Namens-Bestandteile gar nicht zugelassen, das ist jedoch juristisch nicht möglich. Das Ganze ist jetzt rechtsgültig. Eine erneute Revision kann es nicht geben.“

Fußballer „können mit Lösung leben”

Auch die Fußballclub-Macher können „mit dieser Lösung gut leben. Wir sind damit zufrieden. Der Richter hatte ein gutes Hintergrundwissen, das war sehr hilfreich“, so Ulf Krömer. „Letztlich wollen wir doch einfach nur Fußball spielen.“

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Zu dem Kicker-Verein gehören rund 200 Mitglieder. Um die 190 sind es derzeit beim SV Motor Süd Neubrandenburg. Davon frönen 130 dem Wassersport, die weiteren 60 gehören zur Badminton-Abteilung.

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