Neubrandenburger Babys
Namenswahl abseits vom Deutschland-Trend

Emil und Greta sind die beliebtesten Vornamen des Jahres 2018 in Neubrandenburg.
Emil und Greta sind die beliebtesten Vornamen des Jahres 2018 in Neubrandenburg.
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Die Geburtenzahl in Neubrandenburg schrammt erneut knapp an der magischen Marke 1000 vorbei: 966 Kinder wurden 2018 im Bonhoeffer-Klinikum geboren. Mit den beliebtesten Vornamen übrigens weicht die Viertorestadt gehörig vom Bundesdurchschnitt ab.

Die Stadt Neubrandenburg hat sich vom bundesdeutschen Durchschnitt abgewandt. Jedenfalls wenn es um die Namen geht, die junge Eltern ihren Kindern geben. Während deutschlandweit 2018 Emma und Ben die Liste der beliebtesten Vornamen anführen – Emma zum zweiten, Ben zum achten Mal in Folge –, haben die Viertorestädter andere Favoriten.

Bei den Jungen machte Emil das Rennen vor Felix und Louis, berichtet Standesamts-Chef Andreas Beck. Ben kam nur unter „ferner liefen“ ins Ziel. Für Mädchen wurde am liebsten der Vorname Greta vergeben, gefolgt von Emma und Frieda.

Bei der Anzahl der Vornamen lieben es die Neubrandenburger ebenfalls schlicht. 660 tragen nur jeweils einen Vornamen, 276 haben zwei davon, 25 müssen sich drei Vornamen merken. Ein Kind schleppt sich sogar mit mehr als drei Vornamen herum.

Auch ungewöhnliche Vornamen wurden 2018 in Neubrandenburg verteilt. So beurkundete das Standesamt für ein kleines Mädchen den Namen Rnd und für einen Jungen Albion. „Natürlich beraten wir die Paare, wenn uns ein Vorname auffällt“, so Andreas Beck. Aber ablehnen könne man einen Namen von Amts wegen fast überhaupt nicht mehr. Und wenn doch, gehe es nicht darum, die Eltern zu ärgern, sondern darum, das Kind zu beschützen. In Deutschland gibt es die Regelung, dass bei der Namenswahl das Kindeswohl zu achten ist.

Jungs sind ganz knapp in der Überzahl

Schließlich sind Geburten nach magereren Jahren inzwischen wieder buchstäblich an der Tagesordnung: Durchschnittlich etwa 2,5 Kinder pro Tag kommen im Neubrandenburger Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum zur Welt, weiß Oberärztin Dr. Konstanze Kissing-Pahl. Allein im neuen Jahr wurden bis Montagnachmittag 17 Kinder geboren.

Im zurückliegenden Jahr blieb die Bilanz mit 966 Neugeborenen – 13 weniger als 2017 – erneut knapp unter der magischen Marke von 1000 Babys. Die 491 Jungen waren dabei leicht in der Überzahl gegenüber 475 Mädchen. 28 Mal wurden Zwillingspärchen geboren, einmal sogar Drillinge. Geburtenreichster Monat war der Oktober mit 104 Babys, gefolgt vom Juli mit 97 und vom Januar mit 91 Knirpsen.

Durch Bau- und Modernisierungsarbeiten, die nun bald beendet sein werden, ist die Entbindungsstation in den vergangenen Jahren ein immer angenehmerer Ort für werdende Eltern geworden, stellt die Oberärztin fest. „Entgegen dem Ruf großer Kliniken können wir hier sehr individuell auf unsere Patienten eingehen.“ Sehr gern angenommen wird vor allem das Familienzimmer, in dem auch die jungen Väter die ersten Tage gemeinsam mit Frau und Baby erleben können. Das wissen nicht nur Familien von außerhalb – der Einzugsbereich des Klinikums reicht bis in die Uckermark und an die Ostsee – zu schätzen, sondern auch Neubrandenburger Familien.

Die im vorigen Jahr neu gestalteten Kreißsäle mit ihrer Atmosphäre von Himmel, Wasser oder Wald tun ein Übriges fürs Wohlbefinden der neuen Erdenbürger und der werdenden Eltern. Damit letztere sich schon vorab auf das freudige Ereignis einstimmen und sich über die Betreuungsmöglichkeiten vor und nach der Entbindung informieren können, bietet das Klinikum regelmäßig Vorträge mit anschließenden Führungen durch Kreißsaal und Entbindungsstation an. Die nächste Veranstaltung dieser Art findet am 17. Januar statt. Treffpunkt ist um 17 Uhr in der Bethesda Klinik (Haus G).