ZUM JAHRESBEGINN

Nebenkosten steigen im Nordosten deutlich an

Nicht nur die Mieten und Immobilienpreise klettern, auch für die Nebenkosten müssen die Menschen in der Region mit Jahreswechsel noch tiefer in die Tasche greifen als bisher.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Familien müssen im schlimmsten Fall mit jährlichen Mehrkosten von über 200 Euro bei den Nebenkosten rechnen. 
Familien müssen im schlimmsten Fall mit jährlichen Mehrkosten von über 200 Euro bei den Nebenkosten rechnen. Andrea Warnecke
Neubrandenburg.

Bei den Versorgern heißt es meistens nebulös: Tarifanpassung. Tatsächlich verbirgt sich dahinter aber so gut wie immer eine Preissteigerung. Das gilt auch für die Nebenkosten, die Hausbesitzer und Mieter in der Region abdrücken müssen. Oftmals wird hier schon von der zweiten Miete gesprochen. Im Durchschnitt mussten Mieterhaushalte 2016 im Nordosten monatlich 1,99 Euro pro Quadratmeter zahlen, wie aus dem jüngst veröffentlichten Betriebskostenspiegel Mecklenburg-Vorpommern hervorgeht. Und mit dem Jahreswechsel wird es noch teurer, nicht nur bei der Müllabfuhr (der Nordkurier berichtete).

Die Stadtwerke Neubrandenburg drehen beispielsweise ab dem kommenden Jahr beim Trinkwasser kräftig an der Preisschraube: Um satte 7,7 Prozent steigt der Bezugspreis mit dem Jahreswechsel. Der Grundpreis erhöht sich um 5 Prozent. Ein Vier-Personen-Haushalt im Eigenheim mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 120 Kubikmetern Wasser zahlt damit 1,83 Euro mehr im Monat. Aufs Jahr gerechnet sind das 21,96 Euro.

Strom- und Gaskunden müssen ab 1. Januar ebenfalls teils deutlich mehr berappen. neu.sw erhöht die Arbeitspreise in der Grund- und Ersatzversorgung sowie bei den Privatstromprodukten im Netzgebiet Neubrandenburg zum Jahresbeginn um 0,476 Cent netto pro Kilowattstunde. Die Grundpreise steigen jeweils um 15 Euro netto. Je nach Verbrauch ergibt dies eine Preissteigerung brutto zwischen 3,4 und 6,5 Prozent, hieß es. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit „neu.sw“-Stromvertrag bedeutet dies Mehrkosten von 40 Euro im Jahr. Der Regionalversorger Eon hat bislang noch nicht verkündet, wie seine nächste Tarifanpassung aussieht.

Happig fällt auch die Tarifanpassung der Stadtwerke bei Gas aus. Die durchschnittliche Preiserhöhung beträgt für „GasFix 12“- und „GasFix 24“-Kunden 9 sowie 11,6 Prozent, für Bezieher der Grundversorgung und sonstiger Tarife fallen Mehrkosten zwischen 8 und 13 Prozent an. Auf einen Haushalt mit vier Personen mit „neu.sw Gas Plus“-Vertrag kommen hier Mehrkosten im Jahr von 136 Euro zu. Summa summarum müssen Familien im schlimmsten Fall jährliche Mehrkosten von über 200 Euro bei den Nebenkosten stemmen. Prozentual noch stärker belastet sind Menschen in Haushalten, in denen eine Person wohnt. Entwarnung gibt es immerhin bei der Grundsteuer für die Neubrandenburger. Oberbürgermeister Silvo Witt (parteilos) hat versichert, dass es während seiner Amtszeit keine Steuererhöhungen geben wird. Allerdings hat die Viertorestadt bereits mit den höchsten Hebesatz in Mecklenburg-Vorpommern.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage