„EIN BISSCHEN MEHR BERLIN”

Neuauflage von Musikfestival in Neubrandenburg geplant

15 Jahre ist es her, dass im Kulturpark, ein kleines, aber feines Festival die Freunde der Rockmusik begeisterte. Der Verein „Studio“ möchte diese Veranstaltung aufleben lassen.
In der Halle 8 des ehemaligen Rüstungsbetriebs Reparaturwerk Neubrandenburg (RWN) sollen im September Rock- als auch Tech
In der Halle 8 des ehemaligen Rüstungsbetriebs Reparaturwerk Neubrandenburg (RWN) sollen im September Rock- als auch Technofans in Neubrandenburg auf ihre Kosten kommen. Dennis Bacher
Neubrandenburg ·

In der Vier-Tore-Stadt soll für Freunde der Rockmusik wieder was geboten werden. Der in den 2000er Jahren gegründete Verein „Studio“ stellte jetzt im Kulturausschuss Plane für die Wiederbelegung eines Festivals vor, die schon sehr konkret sind. So soll es am 17./18. September als Auftakt eine zweitägige Veranstaltung in der Halle 8 auf dem RWN-Gelände geben, am ersten Tag mit einem angesagten DJ für das jüngere Publikum und am zweiten Tag mit zwei bekannteren Rockbands, wie Musiklehrer Christoph Piel den Ratsfrauen und -herren zusammen mit seinem Mitstreiter und Band-Kollegen Bert Wenndorff schilderte.

Festival im Kulturpark

Beide Profi-Musiker gehörten dem Verein „Studio an. Dieser wurde 2005 gegründet und betrieb damals für zwei Jahre im Jahnviertel einen eigenen Club, in dem Live-Musik gespielt wurde. Davon gibt es aus Sicht der beiden Künstler, die mit „The Magical Mystery Band“ gemeinsam auf der Bühne stehen, nicht erst seit Corona viel zu wenig in der Vier-Tore-Stadt. In den 2000er Jahren bestand noch eine lebendige Kneipenszene mit vielen Auftrittsmöglichkeiten. 2005 und 2006 veranstaltete der Verein sogar ein Festival im Kulturpark. Die Premiere fiel witterungsbedingt ins Wasser, doch zur zweiten Auflage kamen nach Schilderung von Bert Wenndorff rund 2000 Fans und durchaus veritable Musiker wie die damals angesagte Band „Madsen“, wofür vor allem Georg Saßnowski mit seinen guten Kontakten sorgte. Der Musiker und Veranstaltungstechniker ist weiter mit dabei.

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Doch Festival als auch „Studio“-Club und die Neubrandenburger Kneipenmeilen sind passé. Zumindest ersteres will der Verein mit seinen 20 Mitgliedern wiederbeleben. „Viele von uns hat es damals nach Berlin gezogen, aber wir haben darauf verzichtet, den Verein aufzulösen, weil wir dachten, vielleicht können wir ihn noch mal gebrauchen“, sagte Bert Wenndorff. Schon seit Längerem sind die Künstler nach Neubrandenburg zurückgekehrt und der Verein war schon bei der Konzertreihe „Unsere Stadt. Unsere Künstler“ zur Stärkung lokaler Kulturschaffender aktiv.

„Ein bisschen mehr Großstadt, ein bisschen mehr Berlin”

Nun möchten die „Studio“-Mitglieder die Festival-Idee aufgreifen, zum Aufwärmen aber in einer abgespeckten Variante auf dem RWN-Gelände, wo 2019 das „Detect Classic Festival“ eine Annäherung zwischen Klassik und modernen Klängen zelebrierte. Dieses soll in diesem Jahr vom 30. Juli bis zum 1. August auf einem verlassenen Teils des Flughafen Trollenhagen gefeiert werden.

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Für das „Studio“-Festival visieren die Macher im September 500 Besuchern an. „Wir wollen erst mal klein anfangen, bevor wir den Kulturpark beschallen“, sagte Christoph Piel. Auch müsse man schauen, welche Band man für welches Budget verpflichten kann. Ziel sei es aber, ein Festival zu etablieren. Dabei wolle man auf ein „gewisses Niveau“ achten, wie Bert Wenndorff betonte. „Ein bisschen mehr Großstadt, ein bisschen mehr Berlin“, fasste er den Anspruch zusammen.

Im Kulturausschuss stieß die musikalische Idee auf offene Ohren. Im städtischen Haushalt sind noch Mittel zur Unterstützung übrig, unter anderem aus Veranstaltungen, die wegen Corona abgesagt wurden.

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