SPERRUNG DROHT

Angst um Wärme-Versorgung in Neubrandenburger Wohnanlage

Kaum dass im März eine Sperrung abgewendet wurde, sind Mieter einer betreuten Wohnanlage abermals in Sorge. Und der erneute Rechnungskonflikt zwischen ihrer Vermieterin und den Stadtwerken ist nicht ihr einziges Problem.
Susanne Schulz Susanne Schulz
Wieder einmal müssen Mieter in der Großen Wollweberstraße befürchten, dass ihre Heizung kalt bleibt.
Wieder einmal müssen Mieter in der Großen Wollweberstraße befürchten, dass ihre Heizung kalt bleibt. Friso Gentsch
Neubrandenburg.

Die Mieter einer betreuten Wohnanlage in der Großen Wollweberstraße in Neubrandenburg sind dieser Tage erneut in Sorge. Wieder einmal droht eine Sperrung der Fernwärme-Versorgung wegen offener Forderungen der Stadtwerke an die Vermieterin, die Gesellschaft „Betreutes Leben und Wohnen“ (BLW).

Schon mehrfach haben die Mieter – Senioren und Menschen mit Behinderungen – solche Ängste ausstehen müssen. Bislang wurde eine Sperrung der Wärme- und/oder Wasserversorgung immer wieder in letzter Minute abgewendet, so auch beim jüngsten Fall vor kaum vier Wochen. Doch die immer wiederkehrenden Sperrankündigungen setzen den Betroffenen mehr und mehr zu. Zumal sie selbst ordnungsgemäß ihre Nebenkosten entrichtet haben, die Konflikte zwischen Versorger und Vermieter aber auf ihrem Rücken ausgetragen werden.

Vermieterin verteilt Handzettel

Erneut habe nun BLW die Zahlungsfristen für Fernwärme-Rechnungen nicht eingehalten, auch nicht nach mehreren Mahnungen – so schildern die Neubrandenburger Stadtwerke die Situation, die sie zwinge, ab 3. April die Wärmeversorgung einzustellen. Die Vermieterin sieht das anders, wie sie den Bewohnern der Anlage auf Handzetteln mitteilte: Die Angaben der Stadtwerke entsprächen nicht der Wahrheit, sie habe alle Kosten beglichen.

Dass beide Seiten verschiedener Ansicht sind über die Höhe der Abrechnungen, ist nicht zum ersten Mal der Fall. Zum Nachteil der Mieter, deren Nebenkostenanteil ohnehin „horrend“ sei – so schildern es Angehörige einer Betroffenen. Zu allem Überfluss sei seit einiger Zeit der Fahrstuhl ausgefallen; eine weitere fatale Einschränkung für die zum Teil über 90-jährigen Bewohner im Obergeschoss.

In der Auseinandersetzung um die Fernwärmerechnung seien die Stadtwerke „intensiv bemüht, die bestehenden Schwierigkeiten mit dem Vermieter bzw. Eigentümer zu klären“, heißt es aus dem Versorgungsunternehmen. Sollte BLW nicht zahlen, könnten die Mieter die drohende Sperrung durch „eine verpflichtende Übernahme der Zahlungsrückstände ihres säumigen Vermieters“ zu verhindern. Schon bei früheren Anlässen waren Mieter in „Vorkasse“ gegangen, um das Schlimmste abzuwenden. Inzwischen wünschen sich die Stadtwerke mit der Kostenübernahmeerklärung, für die das Unternehmen die nötigen Formulare bereithalte, auch gleich „eine Absicherung künftiger Zahlungsansprüche“.

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