33 PAARE

Neubrandenburg auf Platz zwei bei "Ehe für alle" in MV

Seit einem Jahr dürfen Schwule und Lesben in Deutschland heiraten. In MV blieb ein Ansturm auf die Standesämter zunächst aus, dennoch schlossen viele Paare die Ehe.
dpa
In Neubrandenburg hat ein großer Teil der Paare ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln lassen.
In Neubrandenburg hat ein großer Teil der Paare ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln lassen. Ralf Hirschberger
Neubrandenburg.

Seit fast einem Jahr gilt die „Ehe für alle” in Deutschland. Nach einem in Mecklenburg-Vorpommern eher verhaltenen Start im Oktober 2017 machten zahlreiche Paare von dem neuen Recht Gebrauch, wie eine Umfrage unter mehreren Standesämtern ergab. Vor allem Paare, die schon zuvor eine eingetragene Lebenspartnerschaft geführt haben, gaben sich den Angaben zufolge das Ja-Wort.

Mittlerweile würden in etwa so viele Paare heiraten, wie früher im selben Zeitraum ihre Partnerschaft hatten eintragen lassen, hieß es unisono. Frauenpaare seien dabei heiratsfreudiger als die Männer gewesen. Spitzenreiter ist erwartungsgemäß die größte Stadt des Landes. 71 gleichgeschlechtliche Ehen wurden bis Mitte September im Rostocker Standesamt geschlossen, weitere drei würden bis zum Jahrestag am 1. Oktober noch erwartet, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze.

Bei 51 Paaren seien die Partnerschaften bereits zuvor eingetragen gewesen und nun in Ehen umgewandelt worden. Diese Möglichkeit ist im Personenstandsgesetz vorgesehen. Viele Paare hatten sich gewünscht, am gleichen Datum zu heiraten, an dem auch ihre Lebenspartnerschaft eingetragen wurde, sagte Kunze.

Amt Nord-Rügen besonders beliebt

Auf Platz zwei folgt Neubrandenburg, wo sich bereits 33 Paare das Ja-Wort gaben und noch zwei weitere Hochzeiten terminiert sind, wie die Stadt mitteilte. Auch hier hat ein großer Teil der Paare ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln lassen. „Das entspricht unseren Erwartungen, insbesondere eine größere Anzahl der Umwandlungen einer bestehenden Lebenspartnerschaft”, sagte Stadtsprecherin Anett Seidel. Besonders beliebt sei Montag, der 2. Oktober 2017 gewesen, an dem drei Paare geheiratet hätten. Dies war der erste Tag, an dem Schwule und Lesben in MV heiraten konnten.

Die Landeshauptstadt Schwerin sowie Stralsund folgen mit 29 und 28 Ehen in geringem Abstand. In Wismar seien es 21 Eheschließungen gewesen. In Greifswald werde dagegen nicht zwischen den hetero- und homosexuellen Ehen unterschieden, so dass das Standesamt keine Zahlen nennen konnte, hieß es.

Ein bei allen Heiratswilligen sehr beliebtes Standesamt gehört zum Amt Nord-Rügen, denn es bietet die Möglichkeit, sich am Kap Arkona das Ja-Wort zu geben. Und so heirateten hier 17 homosexuelle Paare und zwei weitere Hochzeiten sind noch geplant. Lebenspartnerschaften habe es zuvor deutlich weniger gegeben.

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