TOILETTE IN SICHT

Neubrandenburgs Bahnhofsklo soll endlich kommen

Die Umgestaltung des Bahnhof-Vorplatzes in Neubrandenburg ist zwar in weite Ferne gerückt, aber das drängendste Warten soll nach Jahrzehnten endlich ein Ende haben.
Für die Sanierung des Bahnhofsvorplatzes waren 1,5 Millionen Euro bereits in den Haushalt eingestellt, der Baubeginn komm
Für die Sanierung des Bahnhofsvorplatzes waren 1,5 Millionen Euro bereits in den Haushalt eingestellt, der Baubeginn kommt wohl aber erst 2021/22. Mirko Hertrich
Die Nummerierung der Bahnsteige am Neubrandenburger Bahnhof wurde Mitte Dezember geändert, ansonsten wird sich in nä
Die Nummerierung der Bahnsteige am Neubrandenburger Bahnhof wurde Mitte Dezember geändert, ansonsten wird sich in näherer Zukunft wohl nicht viel tun. Mirko Hertrich
Als Toilette missbraucht: Dieses unschöne Bild bietet sich Nutzern des Neubrandenburger Bahnhofs, wenn sie den Fußg
Als Toilette missbraucht: Dieses unschöne Bild bietet sich Nutzern des Neubrandenburger Bahnhofs, wenn sie den Fußgängertunnel Richtung Norden verlassen. Mirko Hertrich
Neubrandenburg ·

Seit der feierlichen Eröffnung des umfangreich erneuerten Neubrandenburger Bahnhofs ist nicht mehr viel passiert. Zwei Jahre hatten die Arbeiten gedauert: Die bestehende Personenunterführung wurde vollständig erneuert, um zwölf Meter verlängert und ans Vogelviertel angeschlossen. Die zwei erneuerten 140 Meter langen Inselbahnbahnsteige für den Regionalverkehr wurden über Aufzüge barrierefrei gemacht. Und auch Bahnsteige sowie Zugänge erhielten neue Dächer.

Trotz der Investitionssumme von 17 Millionen Euro, davon 8 Millionen Euro aus Landesmitteln, stieß vielen Lesern des Nordkurier bei der feierlichen Eröffnung am 10. Januar aber zum wiederholten Male unangenehm auf, dass ein Neubrandenburger Dauerproblem, welches schon seit Jahrzehnten besteht, immer noch nicht gelöst werden konnte. Der Bahnhof der Vier-Tore-Stadt hat keine öffentliche Toilette. Fehlende Sanitäranlagen in der Umgebung des Bahnhofs hatten in der Vergangenheit immer wieder zu massiver Kritik und für viele Menschen auch unangenehm-peinliche Szenen geführt.

Mehr lesen: Hitzige Debatte über neues Bahnhofsquartier in Neubrandenburg.

Bahn schiebt Sanierung vor sich her

Da die Deutsche Bahn die geplante Sanierung des schwer in die Jahre gekommen Bahnhofsgebäudes – mitsamt Einbau einer Toilettenanlage – weiterhin aufs Abstellgleis schiebt, hatte sich die Stadt bereiterklärt, in die Bresche zu springen, und am Busbahnhof ein Toilettenhaus in Fertigbauweise und „höherwertiger Qualität“ zu errichten. Für 70.000 Euro soll dort mehr entstehen als nur ein „Dixi-Klo“, hieß es.

Die Realisierung lässt allerdings weiter auf sich warten. Im Sommer hieß es auf Nordkurier-Anfrage noch, die Toilette soll in den nächsten Wochen geliefert und dann „so schnell wie möglich“ zur Nutzung freigegeben werden. Als unsere Zeitung vor den Weihnachtsfeiertagen noch einmal nachhakte, hieß es aus dem Rathaus, dass die Umsetzung 2020 kommen werde.

Immer wieder kommen Beschwerden

So lange konnten einige Bahnkunden während den stark frequentierten Feiertage wohl doch nicht mehr warten. Wer etwa bei der Rückkehr aus dem Weihnachtsurlaub nach Hause wollte, musste am Nordausgang des Fußgängertunnels an übel riechenden Urinpfützen vorbeilaufen. Leser hatten sich in der Vergangenheit wiederholt beim Nordkurier beschwert, dass dieser Teil der Unterführung, der in der Verantwortung der Stadt liegt, von manchen verbotenerweise dazu genutzt wird, um seine Notdurft zu verrichten.

Eine dort angebrachte Videokamera, die Übeltäter eventuell abschrecken könnte, ist immer noch mit einer Tüte verhängt und nicht in Funktion. Im Mai hatte es dazu geheißen, dazu laufe eine datenschutzrechtliche Überprüfung.

Neue Nummern für Bahnsteige

Auch bei einem anderen Projekt der Stadt geht es offenbar nicht so schnell voran wie erhofft. Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes sei derzeit „in Arbeit“, hieß es aus dem Rathaus. Mit einem Baubeginn werde aber nicht vor 2021/2022 gerechnet.

Somit herrscht im direkten Bahnhofsumfeld vorerst weiter Stillstand, im weiteren Radius gibt es ja durchaus Bewegung, was wiederum auch nicht immer jedem gefällt – etwa mit dem neuen Bahnhofstor, dem Bebauungsplan für das westliche Bahnhofsquartier oder der Lokschuppen-Ruine als möglichem Standort für ein neues Hallenbad.

Eine kleine Neuerung am Bahnhof gab es jüngst allerdings doch. Mit Stichtag 15. Dezember wurde die Nummerierung der Bahnsteige geändert, wie die Bahn ihren Kunden in Aushängen mitteilte. Die für Ortsunkundige verwirrende Abfolge 4,2,3,1 aus Richtung Bahnhofsgebäude wurde geändert in 1,2,3,4. Das ist doch zumindest mal ein Anfang.

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Kommentare (2)

Wieder einmal eine kopflose Planung. Ein Klo ist doch wichtiger als diese unästhetischen Prangerstelen! Da hat sicher auch schon mancher Hund sein Beinchen dran erhoben.....

nur bei wenig entwickelten Persönlichkeiten überwiegen die physiologischen Bedürfnisse (Toilette) die Bedürfnisse nach sozialen Beziehungen und Selbstverwirklichung (Kunst).