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Neubrandenburg feiert den Herrentag

Himmelfahrt, Herrentag. Das war auch in Neubrandenburg zu spüren. Zumindest am Tollensesee hatte es sich so manche Männerrunde gemütlich gemacht.
Tim Prahle Tim Prahle
Die Fahne durfte nicht fehlen, als der Herrentagsverein an den See zog.
Die Fahne durfte nicht fehlen, als der Herrentagsverein an den See zog. Tim Prahle
Seit 33 Jahren verbringen die Männer vom „Herrentagsverein” den feiertag nun schon gemeinsam.
Seit 33 Jahren verbringen die Männer vom „Herrentagsverein” den feiertag nun schon gemeinsam. Tim Prahle
Alma und Wilfried Rentner wurden von den Feierwütigen direkt integriert.
Alma und Wilfried Rentner wurden von den Feierwütigen direkt integriert. Tim Prahle
Mit Guter Laune und noch mehr alkoholischen Getränken (oder umgekehrt) feierten diese jungen Männer den Herrentag.
Mit Guter Laune und noch mehr alkoholischen Getränken (oder umgekehrt) feierten diese jungen Männer den Herrentag. Tim Prahle
Natürliche Getränke-Kühlung am warmen Feiertag.
Natürliche Getränke-Kühlung am warmen Feiertag. Tim Prahle
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Neubrandenburg.

Zu sehen waren sie nicht sofort, zu hören aber schon. Kleinere und größere Männergruppen saßen und standen an „ihrem“ Feiertag am Neubrandenburger Tollensesee – mit Bierkästen und Grill an Bord. Wer neu dazukam, wurde mit lautem Hallo willkommen geheißen. Doch der Herrentag, der vom besten Wetter profitierte, lockte auch Familien ans Ufer und in den Kulturpark, die sich des Feiertags erfreuten. Friedlich verbrachten Familien und Herrengruppen den Tag nebeneinander. „Ist doch ganz schön, auch mal zu sehen, dass in Neubrandenburg auch junge Leute leben“, sagte eine Frau, die mit Mann und Kind auf Fahrradtour war, und deren Familie gerade eine Pause einlegte.

Mit Pavillon, Bänken, Tisch und Bier an den See

Am Augustabad waren zur Mittagszeit indes nur wenige unterwegs. Dabei hatte das Wasser eine durchaus badetaugliche Temperatur. Männergruppen sah man hier nicht. Doch zu hören waren sie schon. Ein paar Meter vom Augustabad entfernt hatte ein gutes Dutzend junger Männer in einer kleinen Einmündung ihr Lager aufgeschlagen. Mit Pavillon, Bänken, Tisch und Bier feierten sie ausgelassen. Mitten unter ihnen, entspannt zurückgelehnt in Campingstühlen: Alma und Wilfried Rentner. Das Ehepaar hatte bis Ende 2005 das „Strandcafé betrieben, das heute unter dem Namen „Augustas“ zu finden ist.

Die feierwütigen Herren von Anfang bis Mitte Zwanzig, die die Rentners in ihre Mitte aufnahmen, dürften das wohl nicht wissen. „Wir standen nur da am Weg und haben ein bisschen zugeschaut“, sagte Wilfried Rentner. Dann seien sie direkt auf Schnaps und Bier eingeladen worden. Beinahe rührselig kümmerten sich die Männer – die meisten gehören zur Fußballmannschaft des Vereins Motor Süd Neubrandenburg – um ihre Gäste. „Kann ich ihnen noch irgendetwas anbieten?“, fragte einer mit weißer Sonnenbrille höflich, während sich ein Großteil beim klassisch alkoholgeschwängerten Kartenspiel vergnügte. Nö, die Senioren waren ganz zufrieden. Ebenso wie ihre Gastgeber, die sich nicht das erste Mal an diesem Ort versammelten.

Seit 9.30 Uhr seien sie bereits da, erzählten sie. Auf die Frage, wann denn Schluss sei, wurden lediglich gemeinschaftlich die Schultern gezuckt. „Wir feiern heute fünfjähriges Jubiläum!“, rief Maximilian Arnold ausgelassen, während ihn die anderen am Tisch gerade der Schummelei beim Kartenspielen bezichtigten.

Extra einen Verein gegründet

Ein Jubiläum, über das eine andere Herrengruppe wohl nur müde lächeln könnte. „Wir machen das jetzt seit 33 Jahren“, sagte Andreas Grzesko. Die Truppe hatte am frühen Nachmittag bereits eine Runde Lasertag hinter sich. „Jetzt wird noch gegrillt und dann Minigolf gespielt“, sagte Grzesko. Die neun Männer, die eigentlich zu zwölft sind, achten beinahe penibel darauf, jedes Jahr woanders lang zu ziehen. Auch außerhalb der Grenzen Neubrandenburgs. Zum 30-jährigen Jubiläum gab es beispielsweise eine Kutschfahrt rund um Feldberg, wie sie stolz berichteten. Überhaupt scheint der Herrentag für diese Truppe ein ganz besonderer Höhepunkt des Jahres zu sein. Der von ihnen ins Leben gerufene „Herrentagsverein“ war auf ihren Krawatten und T-Shirts verewigt worden. Die Fahne mit all ihren Namen durfte ebenfalls nicht fehlen. Sollte ja auch jeder sehen, weswegen sie unterwegs sind. Und nicht nur hören.

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