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Sieben Millionen Euro

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Neubrandenburg hat mehr als 400 Wohnungen verkauft

Die Stadt Neubrandenburg hat elf Gebäude - darunter zwei Hochhäuser - verkauft (Archivbild).
Die Stadt Neubrandenburg hat elf Gebäude – darunter zwei Hochhäuser – verkauft (Archivbild).
Stephan Radtke

Um den eigenen Haushalt zu sichern, hat die Stadt Neubrandenburg zahlreiche Wohnungen verkauft. Vor allem zwei Immobiliengesellschaften aus Berlin und Hamburg haben zugeschlagen.

Die Stadt Neubrandenburg kann mit 6,76 Millionen Euro aus dem Verkauf kommunaler Wohnungen rechnen. „Wir haben fast alle 425 Wohnungen verkauft, wie im Konzept zur Haushaltssicherung vorgesehen”, sagte der Geschäftsführer der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges), Frank Benischke, am Donnerstag. Die Entscheidung, kommunale Wohnungen zu veräußern, war in der Stadtvertretung lange Zeit heiß umstritten.

Schutz für Mieter vereinbart

Die elf Gebäude – zwei sind Hochhäuser – sind von vier Käufern erworben worden. Das Gros erwarben zwei bundesweit agierende Immobiliengesellschaften aus Berlin und Hamburg. Sie bewirtschaften bereits Wohnungen in Neubrandenburg, sagte Benischke. Bestandteil der Kaufverträge sei eine Sozialcharta, um den Mietern die gewohnten Konditionen zu sichern und einen Weiterverkauf innerhalb der nächsten zwei Jahre auszuschließen. 

115 Wohnungen in der Petrosawodsker und Monckeshofer Straße wechseln zum 1. September den Besitzer. Weitere 294 Wohnungen in der Hufeland-, Pawlow-, Erich-Zastrow- und Kurzen Straße sowie An der Hürde gehen zum 1. Januar an einen neuen Eigentümer über. Für zwei Wohnhäuser in der Ihlenfelder Straße sei der Verkauf ebenfalls so gut wie besiegelt.

Die Neuwoges ist mit rund 12.000 Wohnungen einer der größten Vermieter im Nordosten. Neubrandenburg sei die erste Stadt im Land, die zum Abbau ihrer Altschulden von rund 90 Millionen Euro kommunale Wohnungen verkauft.

 

Kommentare (3)

Super dann kann endlich der Mietwucher in Neubrandenburg losgehen. Sozialwohnungen werden abgeschafft und teures Wohnen wird kommen. Die öffentlich -kommunalen Träger sind nun vertraglich raus, jetzt kommen die Finanzhaie aus Übersee. Und das beste zum Schluß rot-rot macht das alles möglich, die fahren sogar noch nach Monaco runter und lassen sich dazu beraten.

Dafür war kein Verkauf notwendig. Aber auch sonst nicht wenn die Stadt ordentlich Sparen würde. Und die ganzen freiwilligen Leistungen überprüfen würde. Da gibt's ordentlich Einsparpotential. Aber auch sie Gewinne von der Sparkasse, Stadtwerken können Kassiert werden. Aber der Wille zum sparen war noch nie der richtige Wille der Stadtverwaltung.

... wird doch wohl nicht etwa eine Ein-Mann-GmbH aus der INTOWN-Gruppe sein? Dieses undurchsichtige Firmennetzwerk hat in Schwerin auch ehemals "kommunale" Wohnungen aufgekauft. 1) Erste Auffälligkeiten waren Heizungsausfälle, Rohrbrüche und die damit verbundenen Probleme für die Mieter, die teilweise sehr lange auf die Behebung der Schäden warten mussten, weil es kaum noch lokale und regionale Firmen gibt, die der INTOWN hinsichtlich ihrer Zahlungsbereitschaft trauen. 2) Auch in Schwerin gab es eine Sozialcharta als Bestandteil der Kaufverträge. Für Bestandsmieter mag die vielleicht noch eine Weile gelten. Trotzdem werden bereits jetzt unsanierte wie sanierte Wohnungen von der INTOWN für utopisch hohe Mietpreise angeboten. Andere Vermieter scheinen trotz der hohen Nachfrage in Schwerin realistischer zu sein. 3) Ja, es wird bereits saniert, allerdings stark auf Kosten der Betroffenen. Einige sind lieber gleich weggezogen, weil sie der von der INTOWN bestellten Sanierungstruppe aus Südosteuropa nicht trauten. Die anderen hatten und haben seit Monaten ihren Spaß mit Baugeschehen montags bis samstag und tatsächlich auch mal an Sonntagen! 4) Baumaßnahmen werden in lockeren Einzelgesprächen angekündigt, bei denen die Mieter wohl eingeschätzt werden, wie man sie im Sinne der INTOWN übervorteilen kann. Die Erfordernis einer schriftlichen Ankündigung und Fristeinhaltung in solchen Angelegenheiten wird ignoriert. 5) Alle kapitulieren irgendwie vor der Dreistigkeit der INTOWN. Es klagt niemand, sicherlich aus Angst vor den hohen Kosten, der Mieterbund rät Betroffene zur Nervenschonung zum Wegzug und die Stadtvertreter, die diesen Verkauf erst möglich machten, interessiert dieses unwichtige Thema nicht.