INSTANDSETZUNG

Neubrandenburg investiert fast nur rund um den Tollensesee

Mehr als eine halbe Million Euro steckt Neubrandenburg in Projekte am Tollensesee. Diese Mittel fehlen aber an anderer Stelle.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
An vielen Stellen ist das Holzgeländer am Fuß-und Radweg am Tollensesee südlich von Belvedere schon geflickt. Jetzt soll es eine Metall-Konsruktion geben.
An vielen Stellen ist das Holzgeländer am Fuß-und Radweg am Tollensesee südlich von Belvedere schon geflickt. Jetzt soll es eine Metall-Konsruktion geben.
Neubrandenburg.

Auf dem Rundweg am Tollensesee fallen sie unschön ins Auge und vor allem könnte auch jemand runterfallen. Die Holzgeländer südlich von Belvedere in Richtung Gatsch Eck sind in keinem guten Zustand. Vandalen sowie Wind und Wetter haben sich hier zu schaffen gemacht. An zahlreichen Stellen zeugt helles Holz von Flickarbeit. Teils steht der Zaun auch bedenklich schief. Dabei soll er eigentlich Radfahrern, Spaziergängern und anderen Passanten Schutz bieten vor der steil abfallenden Kante Richtung See.

Jetzt will die Stadt diesem schlechten Zustand ein Ende machen und muss dafür trotz leerer Haushaltskassen viel Geld in die Hand nehmen. 250 000 Euro wurden für die Instandsetzung in einer Metall-Variante im Haushalt eingeplant. „Die Reparatur ist äußerst schwierig, weil das Geländer in den Hang gebaut werden muss“, sagte Stadtsprecherin Anett Seidel dem Nordkurier. Aus Haltbarkeitsgründen sei auf Metall zurückgegriffen worden, was wiederum auch den Preis zum Teil ausmache.

Absage an Großfestivals in Broda

Auch an anderer Stelle soll es in Wassernähe für die Neubrandenburger und ihre Gäste wieder schön werden. Die Uferbefestigung am Oberbach ist ebenfalls in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Auch hier will oder muss die Stadt einen Betrag von einer Viertelmillion Euro investieren. „Ein kleine Maßnahme mit möglicherweise großer Wirkung ist in der Nähe der Strandbar in Broda geplant. Hier soll ein sogenannter Strompoller für 10 000 Euro dazu beitragen, dass bei Veranstaltungen in dem dortigen Areal die Energieversorgung gesichert ist. „Pächter und Betreiber am Brodaer Strand wollen mehr Aktionen in dem Bereich anbieten“, heißt es von der Stadt, die gleich versicherte: „Dabei wird es zu keinen Großfestivals oder zu einer Dauerbeschallung kommen, geplant sind stattdessen Veranstaltungen temporärer Art.“

Für ein teures Dauerproblem am See wird ebenfalls eine langfristige Lösung angestrebt – die Sandabtragungen am Augustabad. Jährlich werde viel Geld investiert, um den Strand wieder herzurichten, gab die Stadtsprecherin zu bedenken. „Jetzt soll es eine dauerhafte Lösung geben, um dieses Problem zu beheben.“ Wie genau diese aussieht, wird aktuell in verschiedenen Varianten getestet.

Weniger als ein Euro pro Meter

Bei all den Kosten und dem Zwang zur Haushaltsdisziplin wird das Geld allerdings an anderer Stelle knapp. Denn für die Unterhaltung der städtischen Wanderwege mit einer Strecke von immerhin 38 Kilometern bleiben lediglich 35 000 Euro übrig. Das ist weniger als ein Euro pro Meter. Zum Vergleich: Die Instandsetzung von 1,3 Kilometern Uferweg zwischen Gätenbachbrücke und Augustabad schlug im vergangenen Jahr mit 55 000 Euro zu Buche.

Um den Herausforderungen der Grünpflege mit den gestiegenen Kosten gerecht zu werden, habe der Rotstift angesetzt werden müssen, hieß es seitens der Stadt. Somit seien nur Kleinstmaßnahmen auf den Wegen möglich, „um die Verkehrssicherheit nicht zu gefährden“. Ein kleiner Trost: Die Pflegearbeiten am Wegrand sind laut Stadt davon aber nicht betroffen.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage

Kommentare (3)

Gibt es eigentlich wissenschaftliche Erhebungen wie oft Menschen durch Unfall oder Suizid an der Brodaer Steilküste ums Leben kamen?
Insbesondere die Zeiträume von 300v.Chr. bis 1989 und von 1989-2019.
Viel nötiger als ein eiserne Zaun ist ein Beobachter der die Ratssitzungen psychologisch betreut.

Dort ist der Vorsorgeschutz wichtiger und richtiger als die spätere Beschäftigung von Hilfskräften, Versicherungen, Statistikern usw..
Oh über Ihre eigene Beobachtung der nächsten Ratssitzung würde ich schon gerne in diesem Forum lesen.

Deshalb tragen manche Menschen auch Gürtel UND Hosenträger. Wenn man Dilettanten machen läßt kommt so etwas dabei heraus wie die neue Treppe Kopernikus-Koch-Straße.