Unsere Themenseiten

Von Heuschrecken bis Pulled Pork

:

Neubrandenburg isst sich durch die Welt

Christa Rambatt probiert gern Neues beim Essen aus - ganz im Gegensatz zu ihrem Sohn Michael Grieger, der auf Hausmannskost steht. Die Frau aus Pleetz fand ihren Burrito richtig lecker. Foto: Ank Brauns
Christa Rambatt probiert gern Neues beim Essen aus – ganz im Gegensatz zu ihrem Sohn Michael Grieger, der auf Hausmannskost steht. Die Frau aus Pleetz fand ihren Burrito richtig lecker. Foto: Ank Brauns

Von Barbecue über Heuschrecken und Mehlwürmer bis hin zum Pfannkuchen reichte die Bandbreite dessen, was am Wochenende in der Neubrandenburger Innenstadt angeboten wurde.

„Entschuldigung, wie schmeckt denn das?“ Neugierig guckt Niklas hoch zu Lars Timm. Der Altentreptower hält eine Schale in der Form eines Schiffchens in der Hand. Ein Stäbchen aus gebackenem Teig dippt er in Knoblauchsoße und anschließend in ein Häufchen Würmer. Einem Burger sieht man das Rind nicht mehr an, einem Schnitzel nicht mehr das Schwein. Aber hier sieht man deutlich, was man isst. Lars Timm hat sich an der zweifellos interessantesten Bude der Street Food Karawane einen Insekten-Mix aus Mehlwürmern, Grillen und Buffalowürmern zum Probieren geholt.

Er hält dem achtjährigen Niklas die Schale hin, der Junge stippt den Finger in Soße und Würmer und schiebt sich die kleine Insektenversammlung in den Mund. Na ja, an sein Lieblingsessen Schnitzel kommt dieses für Mitteleuropäer ungewöhnliche Essen jedenfalls nicht heran. Auch Lisa Kühnast, die mit Lars Timm vom Töpfermarkt einen Abstecher zu den internationalen Gästen in ihren knapp 20 fahrbaren Küchen auf der Turmstraße gemacht hat, probiert die Insekten. „Eigentlich bin ich Vegetarierin, aber ich habe mich mal hinreißen lassen“, sagt sie – mit dem Ergebnis, dass sie doch lieber wieder vegetarisch isst.

Gut als Chips-Ersatz zum Knabbern

Nach viel schmecken die Insekten jedenfalls nicht, meinen die meisten Probierer. Andreas Marlow findet seine Heuschrecken zwar ganz gut, aber da mache die Soße wohl auch viel, denkt er. Der passionierte Jäger probiert gern mal was Neues, auch wenn er selbst kocht. Sein Sohn Leonard beguckt ihn allerdings etwas argwöhnisch, als er seine Heuschrecken knabbert. Der Knirps steht mehr auf Hühnchen-Nuggets im Fastfood-Restaurant. Henning Backasch war zwar auch neugierig auf die Insekten und teilt sich mit seinem Kumpel Richard Dec einen Würmer-Mix. Aber sieben Euro für so ein kleines Schälchen, das sei schon ganz schön teuer, findet er.

Den Kosten-Aspekt sehen auch Andreas und Franziska Wottka, Tony Kell und Susanne Wolfgramm, die sich gemeinsam den Würmer-Mix mit Knoblauchsoße und die Heuschrecken mit Nutella geleistet haben, um zum ersten Mal Insekten zu essen. Als Chips-Ersatz zum Knabbern können sie sich das gut vorstellen, zumal das Essen ja „voller Proteine“ stecke, so Franziska Wottke, aber das wären doch sehr teure Chips.

So viele Menschen die Würmer, Grillen und Heuschrecken auch probierten am Wochenende: Noch viel mehr Leute haben nur mal neugierig geguckt und sich dann doch lieber für Flammkuchen, eins der diversen Burger-Angebote, Pulled Pork, afrikanische Küche mit Couscous, Reis, viel Gemüse und exotischen Gewürzen, klassisches Spanferkel oder mexikanische Burritos entschieden. Letzteres hat auch Christa Rambatt aus Pleetz probiert. „Das ist lecker, schön viel Gemüse drin“, sagt die Rentnerin, die mit ihrer  Familie in der Innenstadt unterwegs ist. Sie selbst probiert ständig Neues beim Kochen aus – nur wenn ihr Sohn Michael zu Besuch kommt, muss sie klassische Hausmannskost kochen. Der beguckt sich die internationalen Essensangebote auf der Turmstraße zwar interessiert, holt sich dann aber doch lieber eine Currywurst.

Kommentare (3)

Bei solchen fahrenden Verkaufsständen kommt es mir immer mal unappetitlich hoch. Haben denn alle s.g. "Verkäufer" eine Hygienezeugnis und wie ist es bestellt um die Sauberkeit in den Wagen? Jeder Imbissbudenbesitzer weis sicher was es heist den Hygieneinspektor zu Besuch zu haben. Sicher gehört auch eine ordentliche Dienstkleidung zur personellen Aussattung und nicht irgendwelche dicke Jacken von der Straße und auch eine Colaflasche gehört sicher nicht an den Herd. Mir ist das ganze zu unsauber und koche heute mein Mittagessen selber, Klöße mit Kassler ..... einfach lecker und bekomm keine Magenbeklemmung.

wuerde der Kontrolleur bei Vorkommen solchen Getiers sofort den Laden dicht machen. Hygiene und Ungezieferfreiheitsvorschriften gelten hier nicht ? Hier wurde das Ungeziefer gefressen...weil es den Weitblick u.d.Horizont erweitert. Pfui Teufel !

In "normalen" Lokalitäten und Lebensmittelbetrieben ist es keine Seltenheit das "sogenannte" Kontrollen bereits Tage oder Wochen vorher angekündigt werden.. Der Sinn erschließt sich mir nicht, wahrscheinlich gehört diese Praxis mit zu den vielen westlichen Werten *lach ;)