VERKEHRSKONTROLLEN

Neubrandenburg ist Raser-Hochburg

Mehr als 2250 Autofahrer wurden binnen eines Monats in Neubrandenburg geblitzt. Ein Raser rauschte mit Tempo 120 durch eine 50er-Zone.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Der von der Stadt Neubrandenburg ausgeliehene Blitzeranhänger wurde beschmiert und beklebt, trotzdem tappten viele Raser
Der von der Stadt Neubrandenburg ausgeliehene Blitzeranhänger wurde beschmiert und beklebt, trotzdem tappten viele Raser in die Radarfalle. Felix Gadewolz
Neubrandenburg.

In Neubrandenburg sind immer noch zu viele Autofahrer zu schnell unterwegs. Das ist die Bilanz des zweiten Einsatzes eines Blitzeranhängers, den die Stadt vom 4. Juli bis zum 2. August ausgeliehen hatte. An vier Stellen Neubrandenburgs wurde der sogenannte Enforcement Trailer (deutsch: Vollzugsanhänger) aufgestellt, um die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zu kontrollieren: an der Weitiner Straße, Neuendorfer Straße, Demminer Straße sowie Stavenhagener Straße (Ortslage Weitin). Fast 130.000 Autofahrer wurden kontrolliert, davon waren 2250 zu schnell unterwegs.

Am häufigsten blitzte es in der Demminer Straße, einem Unfallschwerpunkt in der Stadt, die damit auch wieder ihrem traurigen Ruf als illegale Rennstrecke gerecht wurde. Dort wurde zudem wieder die gravierendste Geschwindigkeitsüberschreitung gemessen. Mit Tempo 120 donnerte stadtauswärts in Richtung Altentreptow ein Autofahrer in die mobile Radarfalle, wo nur 50 km/h erlaubt sind.

Nach Abzug der Toleranz blieb eine Überschreitung von 66 Stundenkilometern. Dem Fahrer drohen nun ein Bußgeld von 480 Euro sowie zwei Punkte im Zentralen Verkehrsregister in Flensburg. Auch ist der Führerschein vermutlich drei Monate weg. Insgesamt waren in der Demminer Straße 1320 der gut 51.300 kontrollierten Fahrzeuge schneller als erlaubt.

Weniger Kontrollierte, mehr Verstöße

Zahlenmäßig zweithäufigster Tummelplatz für Temposünder war im Kontrollzeitraum die Neuendorfer Straße. Von den dort rund 41.000 kontrollierten Fahrzeugen waren 525 schneller unterwegs als die erlaubte Spitzengeschwindigkeit von 60 km/h. Als höchste Überschreitung in diesen Bereich wurde Tempo 104 gemessen.

In der Stavenhagener Straße in Richtung Stadt wurden mit knapp 12.800 zwar weniger Fahrzeuge kontrolliert, von diesen waren mit 80 Verstößen prozentual aber mehr zu schnell als in der Neuendorfer Straße. Dafür fiel der höchste gemessene Tempoverstoß nicht ganz so gravierend aus wie an anderen Stellen. Bei 81 Stundenkilometer löste dort der Blitzer aus.

Deutlich überhöht brauste da stadtauswärts ein Verkehrsteilnehmer durch die Weitiner Straße. Bei einer gemessenen Spitzengeschwindigkeit von 105 km/h drohen nach Abzug der Toleranz ein Bußgeld von 280 Euro, zwei Punkte und zwei Monate Führerscheinentzug.

Unbekannte attackierten den Blitzeranhänger

Ende vergangenen Jahres hatte die Stadt wie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte angefangen, einen Blitzeranhänger auszuleihen. Während der ersten Testphase blitzte es vom 4. Oktober bis zum 5. November 2018 mehr als 3500 Mal. Damals stand die markante graue Blitzerbox, die wie ein Anhänger bewegt werden kann, an fast den gleichen Standorten. Lediglich der Standort Neustrelitzer Straße wurde mit der Neuendorfer Straße getauscht.

Mehrfach wurde der speziell gesicherte Anhänger dieses Mal auch von Unbekannten attackiert. Dabei entstand jedoch kein größerer Schaden.

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Kommentare (1)

Wurden nur Neubrandenburger geblitzt?