STRAßENGLÄTTE

Neubrandenburg doch nicht zu arm für Winterdienst?

Neubrandenburg zu arm für ausreichend Winterdienst: Diese Schlagzeile hat die Verantwortlichen offenbar zum Nachdenken bewegt. Nun soll alles ganz anders sein.
Gehwege und Straßen frei halten, das ist die Aufgabe vom Winterdienst. Bis es aber so schneit, wie auf dem Bild von vor
Gehwege und Straßen frei halten, das ist die Aufgabe vom Winterdienst. Bis es aber so schneit, wie auf dem Bild von vor drei Jahren, muss sich aber an der aktuellen Großwetterlage noch eine Menge ändern. Felix Gadewollz
Neubrandenburg.

Neubrandenburg korrigiert eigene Aussagen über Art und Dauer des Winterdienstes in der Stadt. Am späten Abend des 1. Januar meldeten sich Nordkurier-Leser und klagten über glatte Straßen in der Stadt. Der Standpunkt der Stadt war bisher, dass am besagten Abend kein Härtefall vorlag, und also der Winterdienst nicht noch einmal raus musste. Der sei an Sonn- und Feiertagen zwischen 6 und 20 Uhr geregelt; danach nur in besagten Härtefällen, wie zum Beispiel Blitzeis oder anhaltender Schneefall. So steht es in der Satzung zur Straßenreinigung.

Erste Kontrollfahrt um 3.30 Uhr

Rund 700.000 Euro gibt Neubrandenburg in der aktuellen Saison für den Winterdienst in der Stadt aus. Für das Streuen zu später Stunde außerhalb der Wochentage reiche das Geld allerdings nicht, hieß es daraufhin.

Doch das stimmt offenbar nicht ganz, wie sich jetzt im Betriebsausschuss der Stadt herausstellte. Toralf Unger, für Straßen und Gleise in der Stadt verantwortlich, sprach in diesem Zusammenhang von Informationen, die „missverständlich“ gewesen seien. Die Stadt werde in Sachen Winterdienst nicht erst ab 6 Uhr tätig. „Wenn dem so wäre, kämen wir ja gar nicht hinterher“, sagte er. Für den morgendlichen Verkehr wäre das viel zu spät. „Die erste Kontrollfahrt findet gegen 3.30 Uhr statt“, erläuterte er den Ausschussmitgliedern. Und wenn es dann glatt sei, würde auch gestreut, „damit um 6 die Straßen frei sind“.

Ist Neubrandenburg also doch nicht zu arm für den Winterdienst?

Auch abends sei am damaligen Tag kontrolliert worden. Die Angabe 6 bis 20 Uhr habe eher für die Bürger gegolten, die ihrer Räumpflicht in dieser Zeit nachkommen müssten. Wenn die Straßen glatt seien, würde die Stadt selbstverständlich streuen. Die Angelegenheit rund um die Neujahrsnacht sei „unglücklich“ gelaufen. Laut Stadt war der Winterdienst an diesem Abend „punktuell unterwegs“, die Straßen seien aber auch nicht überall glatt gewesen. Darüber hinaus ließ Toralf Unger wissen, dass ein Streueinsatz in der Stadt 15.000 Euro kostet. „Die Anweisung zum Sparen ist da“, so der Fachmann.

Das wollte der Ausschussvorsitzende Roman Oppermann (SPD) nicht unkommentiert lassen. Die Entscheidung, 700.000 Euro für den Winterdienst einzustellen, hätte der Ausschuss im Vorfeld nach bestem Wissen und Gewissen getroffen. „Das basierte auch auf Erfahrungen aus den Vorjahren. Ich betone, dass wir keinen Sparhaushalt beschlossen haben“, so Oppermann eindringlich. Wenn mehr Geld für die Sicherheit auf den Straßen gebraucht würde, werde es einen Nachschlag geben. Er machte deutlich, dass Geld in diesem Falle kein Kriterium sei. Und auch Rathaus-Sprecherin Anett Seidel sagte dem Nordkurier in dieser Woche, dass beim Winterdienst nicht gespart werde.

 

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