Von solchen Sirenen auf Hausdächern, um die Bevölkerung im Ernstfall zu warnen, sieht die Stadt Neubrandenburg bishe
Von solchen Sirenen auf Hausdächern, um die Bevölkerung im Ernstfall zu warnen, sieht die Stadt Neubrandenburg bisher ab. Jens Büttner
Förderung Warnsysteme

Neubrandenburg setzt auf ein mobiles Warnsystem

Städte und Kommunen können fortan Fördermittel beantragen, um Sirenen auf Dächern zu errichten. Für Neubrandenburg scheint das jedoch weiterhin keine Alternative zu sein.
Neubrandenburg

Die Stadt Neubrandenburg will in Zukunft vorerst keine Sirenen auf Hausdächern installieren, um im Ernstfall die Bevölkerung zu warnen. Das hat Rathaussprecherin Anett Seidel auf Nordkurier-Nachfrage bestätigt. Hintergrund der Anfrage war eine Mitteilung seitens des Schweriner Innenministeriums, dass Kommunen seit ein paar Tagen die Möglichkeit haben, beim Innen- und Bauministerium Förderung für Warnsirenen zu beantragen. „Nicht zuletzt die Hochwasserkatastrophe im rheinland-pfälzischen Ahrtal hat gezeigt, dass Sirenen einen wichtigen Bestandteil zur Warnung der Bevölkerung darstellen“, hieß es in einer Mitteilung des Innenministeriums mit Sitz in Schwerin. Insgesamt 1,7 Millionen Euro an Bundesmitteln sollen – zusätzlich zur bestehenden Landessirenenförderung – an die Städte, Kreise und Gemeinden im Nordosten verteilt werden. Um das Errichten von Sirenen auf Dächern oder an Masten bezuschussen zu lassen, hätten die Kommunen den Angaben zufolge bis Ende Januar 2022 für die Beantragung Zeit, hieß es.

Alarmierung per Handy und mobile Sirenen

„Die Alarmierung an sich liegt in der Zuständigkeit des Landkreises“, so Anett Seidel. Die Stadt Neubrandenburg setze innerhalb der Stadtgrenzen auf die Alarmierung ihrer Rettungskräfte zum Beispiel per Handy, sagte sie. Darüber hinaus seien mobile Sirenen bestellt, die auf Autos montiert werden und so durch die Straßen fahren, um die Bevölkerung zu warnen. Dies geschehe dann in Absprache mit dem Landkreis. Die Stadt habe sich gegen die Installation von Sirenen auf Dächern entschieden, weil sie zum einen meistens nicht Eigentümer der Häuser sei und zum anderen Folgekosten befürchte. Angesichts klammer Kassen könnten Reparaturen und Wartungen als Folgekosten doch ins Kontor schlagen.

Nichtsdestotrotz solle das Sirenensystem in einer der nächsten Ausschussrunden diskutiert werden, kündigt Anett Seidel an. Rainer Kirchhefer (Bündnis 90/Die Grünen) hatte beispielsweise im Sommer angeregt, einmal über den Hochwasserschutz in Neubrandenburg zu sprechen. Dies steht dann ebenfalls im Zusammenhang mit Warnung und Schutz der Neubrandenburger bei und vor solchen Extremsituationen (der Nordkurier berichtete).

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