HORT DES VERBRECHENS?

Neubrandenburg staunt über mögliche Terror-Clans

Neubrandenburg ist laut Innenminister Caffier ein Brennpunkt extremistischer und krimineller Tschetschenen. Im Rathaus ist man davon überrascht. Nur wenige Familien sind hier überhaupt gemeldet.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Wirken in Neubrandenburg tschetschenische Clans im Untergrund? Innenminister Caffier hat jedenfalls die Stadt als einen Schwerpunkt krimineller Familien bezeichnet.
Wirken in Neubrandenburg tschetschenische Clans im Untergrund? Innenminister Caffier hat jedenfalls die Stadt als einen Schwerpunkt krimineller Familien bezeichnet. Joerg Rofeld
Neubrandenburg.

Im Neubrandenburger Rathaus haben sich viele Mitarbeiter am Dienstagmorgen verwundert die Augen gerieben, als sie im Nordkurier lesen mussten, wie Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) unter Berufung auf den neuen Verfassungsschutzbericht die Lage einschätzt.

Neubrandenburg, so der Minister, entwickele sich zum Brennpunkt von islamistischem Extremismus und organisierter Kriminalität. Eine besondere Rolle schiebt Caffier dabei tschetschenischen Familien zu.

„Eine unglückliche Formulierung”

Neubrandenburgs Vize-Oberbürgermeister Peter Modemann, in seiner Funktion auch zuständig für den Bereich Ordnung und Sicherheit in der Stadt, hält die Caffier-Aussage für „eine unglückliche Formulierung“. Von solchen ausgeprägten kriminellen Seilschaften, wie sie der Innenminister beschwört, sei im Rathaus nichts bekannt.

Im größten Asylbewerberheim an der Seenplatte, das von den Maltesern in der Oststadt betrieben wird, leben auch nur drei tschetschenische Familien, erfuhr der Nordkurier auf Nachfrage im Heim. Und die würden ziemlich normal dort leben.

Bei einer jüngsten Routine-Besprechung des Staatsschutzes mit der Verwaltung des Landkreises Seenplatte, hieß es aus Teilnehmerkreisen, habe die Tschetschenen-Problematik in Neubrandenburg überhaupt keine Rolle gespielt und sei noch nicht einmal erwähnt worden.

Vorfälle mit Tschetschenen

Vor Jahren habe es einige Tschetschenen gegeben, die durch Dönerbuden der Stadt zogen und da Rabatz machten, wo Schweinefleisch mit am Spieß hing. Ebenfalls noch nicht lange her ist, dass ein tschetschenisches Bruderpaar Polizisten in Neubrandenburg fast zur Verzweiflung brachte, weil es immer wieder mit Körperverletzungen von sich reden machte.

Im vergangenen Jahr stand außerdem ein Tschetschene vor Gericht, der einen Berliner Gast während einer Auseinandersetzung vor dem Alternativen Jugendzentrum (AJZ) in Broda mit einem Messer verletzt hatte.

Prüfung ist bislang ohne Ergebnis

Mögliche kriminelle Clans in Neubrandenburg machten bislang in der Öffentlichkeit aber nur selten von sich reden. Vor zwei Wochen zog ein selbst ernannter „Rocker“ durch die Innenstadt, ließ sich beim Posieren filmen und gab mächtig an, dass diese Stadt ihm gehöre.

Und im März 2018 reisten türkische Familienangehörige und Freunde aus Berlin an, um einen der ihren aus dem Polizeigewahrsam zu holen – vergeblich. Neubrandenburger Polizisten zeigten ihnen, dass sie hier nicht erwünscht waren.

Wohl 135 Salafisten in MV

Aus Sicherheitskreisen heißt es, in Mecklenburg-Vorpommern würden sich wohl 135 Salafisten – radikale Islamisten – aufhalten, etwa 40 Prozent von denen seien tschetschenischer Herkunft. Und etliche derer sollen in Neubrandenburg leben.

Wie genau die jetzt aber in das Visier des Innenministers geraten sind, darüber war bisher weder aus dem Neubrandenburger Polizeipräsidium noch aus Schwerin Genaueres zu erfahren. Aus dem Polizeipräsidium hieß es, das Landeskriminalamt würde das prüfen – Ergebnisse seien aber so schnell nicht zu erwarten.

StadtLandKlassik - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage

Kommentare (7)

... im Verfassungsschutzbericht die Radio- und Fernsehsender, die die Neubrandenburger mit Schlager- und Volksmusik terrorisieren.

Ferienhäuser im Schilfgürtel eines Vogelschutzgebietes baut, sonst nichts.

hätte es die hier aufgeführten Vorfälle nie geben - D war mal ein sicheres Land - viele gut betuchte Menschen vermeiden es jetzt hier Urlaub zu machen

... das Rathaus hat noch nix mitbekommen.
In dieser Stadt geht es seit einiger Zeit schon derber zu.
Mag ja sein daß es wirtschaftlich besser läuft. Aber was Diebstahl, Drogen und Prostitution angeht, blüht es leider auch. Und nur weil es nicht oft erwähnt wird, ist es nicht da. Das sind scheue Gestalten. Dazu muß man nicht im der Materie stecken um das zu wissen. Da reicht es manchmal schon, wenn einen 17jährige vom Collos Besuch erzählen, was es da für Drogen(sogar meth!)alles locker gibt, vom alltäglichem Autoklau bei Kollegen und den Frauen für Geld in den Neubauten.
Überrascht ist nur, wer es nicht wahr haben will!

Oh man also ich weiß nicht wie viel Sie davon genommen haben oder ob Sie einfach nur ein Halbpensionierter Sheriff bist, aber was für Meth hahahaha das Problem wäre schon lange bekannt. Informieren sie sich mal via Google dann sehen sie sicher auch den Unterschied zwischen "Meth" und Methamphetamine... Und was meinen sie mit aufblühen der Prostitution? Ich habe Jahre direkt neben dem Woldegker Block gewohnt und da blüht die prostitution nicht sondern existiert seit Jahren... Bulgaren etc. betreiben dort schon seit zich Jahren das Gewerbe. Täglicher Autoklaut halte ich auch stark für ein Gerücht. Nichts der gleichen ist bekannt weder Polizelich noch in der Presse zu lesen ( was übrigens für jeden Journalisten ein gefundenes Fressen ist). Das Polen etc. seit Jahren Autos klauen ist auch keine Neuigkeit...
Sie sind in meinen Augen der typisch "besorgte Bürger" der meckert und meckert ohne einen Hauch von Ahnung zu haben.

ja alles einzelfälle...deutschland muss bunter werden lassen sie uns zuversichtlich in die zukunft schauen ich glaube wir schaffen das :-)))
Ach ja nur ne kleine randbemerkung glaube sonntag sind wahlen

Vielleicht hat da wieder jemand Neubrandenburg mit Brandenburg verwechselt? Wäre ja nicht das erste Mal.