WER WAR'S?

Bäume aus Hambacher Forst in Neubrandenburg zerstört

Die neunjährige Neubrandenburgerin Lilly Schmidt wollte Setzlingen aus dem Hambacher Forst ein neues Zuhause schenken. Nun sind die kleinen Pflanzen jedoch zerstört worden und die Mutter von Lilly sieht die Stadt in der Verantwortung.
Dennis Bacher Dennis Bacher
Lilly Schmidt hat bereits neue Setzlinge aus dem Hambacher Forst angefordert und will nun in der Stadtverwaltung vorsprechen.
Lilly Schmidt hat bereits neue Setzlinge aus dem Hambacher Forst angefordert und will nun in der Stadtverwaltung vorsprechen. Privat
Neubrandenburg.

Sieben Baumsetzlinge aus dem Hambacher Forst sind auf dem Neubrandenburger Datzeberg kaputt. Die neunjährige Lilly wollte die Bäume in Neubrandenburg sprießen lassen. Lillys Mutter, Claudia Schmidt, will nun von der Stadt Neubrandenburg wissen, warum der Einsatz ihrer Tochter nichts wert gewesen sei.

„Es ist richtig, dass die kleinen Setzlinge in Mitleidenschaft gezogen wurden“, bestätigt eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage. „Wir können uns bei Lilly dafür nur entschuldigen“, heißt es weiter. Gleichzeitig sei im Rathaus aber nicht bekannt, ob die Verstümmelung letztendlich durch Mähen oder gar den Verbiss von Wild passiert ist. In jedem Fall sei die Stadt aber fest entschlossen, für Ersatz zu sorgen.

Keine Zäune um die Hambacher Bäume

Doch das sind nicht die ersten zerstörten Setzlinge von Lilly. Zwei der Bäumchen seien bereits vor vier Wochen Rasenmähern zum Opfer gefallen. Damals wurden die Setzlinge umgehend von der Stadt ersetzt, „aber was bringt das, wenn kurz darauf dasselbe passiert?“, fragt sich die 44-jährige Mutter. „Und warum wurden die Bäume nicht wie versprochen umzäunt?“ Offenbar, weil es vergessen wurde: Die Umzäunung sei bislang versäumt worden, so die Antwort der Stadt. Beim nächsten Mal solle sie aber umgehend erfolgen.

Als die neunjährige Lilly am Wochenende aus ihrem Sommerurlaub zurückkehrte, erfuhr sie von der Mama um das Schicksal ihrer Schützlinge. „Es war schlimm“, erzählt Claudia Schmidt, die alle zwei Tage nach den Bäumchen schauen sollte. „Lilly hat viel geweint und gefragt, ob ihre Bäume nun tot sind.“

Die Schuld an der Misere, unabhängig, wie diese zustande kam, wollen die Schmidts weder Andreas Vogel, dem Verantwortlichen für das Neubrandenburger Stadtgrün noch irgendwelchen Rehen zuweisen. „Die Tiere handeln aus Instinkt und Herr Vogel kann nicht mehr als Anweisungen geben“, so die 44-Jährige. Lilly wisse, dass der Abteilungsleiter immer sehr bemüht um ihr Anliegen war. Ein Zaun hätte jedoch vieles einfacher gemacht.

Kleiner Hambacher Wald in Neubrandenburg

Aufgeben ist für die Schülerin nun aber keine Option, sie hat längst einen neuen Plan gefasst: „Lilly bekommt demnächst noch einmal Setzlinge aus dem Hambacher Wald, möchte in der Stadtverwaltung vorsprechen und dort mit den Verantwortlichen gemeinsam nach einer Lösung suchen“, sagt die Mutter. Im Idealfall soll im Herbst erneut gepflanzt werden und dann endlich ein kleiner Hambacher Wald in Neubrandenburg entstehen.

Lilly Schmidt hatte im Dezember vier Setzlinge aus dem von Rodungen betroffenen Hambacher Forst bekommen und diese im März auf dem Datzeberg einpflanzen dürfen. Zusätzlich stellte die Stadt drei Bäume zur Verfügung. Ein Teil der Bäume ist bereits im Frühjahr abgestorben. Zu der Zeit konnte seitens der Stadt Neubandenburg für Ersatz gesorgt werden. Beim nächsten Mal sollen die Setzlinge sofort mit Draht eingebunden werden, sodass sie zumindest vor Wild gut geschützt sind. „Das alles wird gemeinsam mit dem Mädchen passieren“, so die Stadtsprecherin.

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Kommentare (2)

Ich hab auch schon oft Ärger bekommen, weil ich über die frisch gesetzten Pflanzen meiner Frau gemäht bin. Meine Antwort ist, dass wenn sie Pflanzen mitten auf die Wiese setze, es sehr schwer ist sie zu erkennen und zu umfahren. Vieleicht sollten die nächsten Bäume einfach in die Natur gepflanzt werden.

Gibt es keine wichtigeren Meldungen aus Mecklenburg und der Welt?

"Hambi, Hambi über alles!"
Gernzt ja schon fast an den Personenkult, der seinerzeit um Stalin gemacht wurde!