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Neubrandenburg will Feuerwerk zu Silvester beschränken

Am Verdiring in Broda liegt dieser Haufen Silvestermüll in der Botanik.
Am Verdiring in Broda liegt dieser Haufen Silvestermüll in der Botanik.
Jörg Franze

Noch immer ist der Müll aus der Silvesternacht in Neubrandenburg zu sehen. Außerdem gab es Schäden. Oberbürgermeister Silvio Witt stellt daher eine Idee zur Diskussion, die Feuerwerk-Fans nicht begeistern dürfte.

Das neue Jahr ist bereits einige Tage alt, aber an manchen Stellen in Neubrandenburg sind die Hinterlassenschaften der Silvesternacht noch immer zu sehen. Wer zum Beispiel von der Bundesstraße 192 kommt und in Broda in den Verdiring einbiegt, den begrüßt ein unansehnlicher Haufen ausgebrannter Feuerwerks-Batterien und Kartons direkt an der Straße.

Seit Neujahr liegt der Müll dort, inzwischen sogar mit einem freundlichen, aber bestimmten Hinweis versehen. „Bitte entfernen Sie umgehend diesen Müll vom Grundstück der Stadt Neubrandenburg!“ heißt es auf einem angeklebten Zettel. „Remondis wird den Müll nicht abfahren!“, steht zur Ergänzung noch darunter.

Hohe Kosten für Neubrandenburg

Ob der oder die Verursacher des Müllbergs sich davon allerdings beeindrucken lassen, steht auf einem anderen Blatt. Früher oder später wird sich die Stadt wohl erbarmen müssen. Und damit dürften die Kosten der Silvesternacht weiter steigen. „Rund 10.000 Euro“, so hat es Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt von seinen Mitarbeitern ermitteln lassen, musste die Stadt für die Reinigung ihrer eigenen Flächen am Neujahrstag berappen.

Dazu kommt noch, was private Grundstücksbesitzer oder die großen Vermieter der Stadt an Aufwand betrieben. Bei der Neuwoba spricht man von rund 5000 Euro Schaden an einem Standort, die Reinigungskosten seien nicht extra zu beziffern. Auch die Neuwoges verweist auf ohnehin geplante Reinigungen durch beauftragte Firmen. Schäden seien in diesem Jahr zum Glück nicht entstanden.

Scherben sogar auf vielen Spielplätzen

Abseits der Feuerwerk-Reste hat Witt aber auch andere Resultate der Silvesternacht registriert. An einigen sensiblen Stellen der Stadt, zum Beispiel am Belvedere oder im Kulturpark, haben sich Leute ziemlich übel ausgetobt und zum Teil Verunreinigungen und Schäden verursacht. An etlichen Stellen lagen Scherben herum, sogar an vielen Spielplätzen.

Zonen ohne Knallerei

Deshalb will der Rathaus-Chef vor dem nächsten Jahreswechsel, der ja noch ein bisschen hin ist, eine Debatte anstoßen. „Ich will niemandem die Freude am Feuerwerk verbieten“, schickt er gleich voraus. Aber möglicherweise sollten Zonen definiert werden, wo die Knallerei verboten wird. In einigen deutschen Städten wie Bremen, Bielefeld, Dortmund oder Düsseldorf ist dies bereits der Fall.

Über eine sogenannte Allgemeinverfügung könnte die Ballerei auch in der Viertorestadt in bestimmten Stadtvierteln oder -gebieten wie dem Kulturpark untersagt werden. Dieses Thema will er sowohl in der Stadtverwaltung als auch mit den Ratsfrauen und -herren diskutieren – und ist gespannt, ob die Neubrandenburger selbst Ideen haben, um zu verhindern, dass die Stadt am Neujahrstag an einigen Stellen einem Schlachtfeld ähnelt.

Kommentare (4)

sehr guter Vorschlag

Vor Kurzem erst die Müllgebühr verdreifacht, zum neuen Jahr aus fadenscheinigen Gründen keine Mitnahme von sperrigen Pappen mehr und nun will auch noch Herr Witt Einschränkungen durchsetzen. Wer kapiert hier eigentlich nicht, dass unsere Umwelt Einsatz benötigt und keine Einschränkungen? Übeltäter ist immer, wer zum Mehrpreis die Leistungen einschränkt. (Hat eigentlich mal Jemand die Verträge mit Remondis kontrolliert, oder wer ist da verantwortlich?) Wohlgemerkt: Vandalismus, Verunreinigung usw., gerade in öffentlichen Anlagen geht garnicht.

...hat eine Idee. Ich habe nichts dagegen, das Belverdere und den Park zur rowdy-, alkohol- und böllerfreien Zone zu erklären. Vielleicht noch schöne Schilder hinstellen. Man kann es wie die ostfriesische Insel Spiekeroog machen: dort gilt generelles Feuerwerksverbot das ganze Jahr. Wer zuwider handelt wird mit 100€ Bussgeld zur Kasse gebeten. Ist eine gute Einnahmequelle für das Stadtsäckel in NB. Wer die Anzeigen macht ist noch zu klären. Da Polizei und Ordnungsamt in der Silvesternacht dem nicht gewachsen wären, müsste man Ortskundige im besonderen Einsatz oder Informierte Mitbürger ernennen, die die Sonderaufgaben übernehmen.

Klar gute Idee, am besten noch ein paar IM's mobilisieren, da kriegen die Gesetzesbrecher gar nicht mit wer sie angesch.... hat, erst Jahre später in irgendwelchen Unterlagen.