Die Kreisstadt ist bisher nicht gerade als Tourismus-Hochburg der Mecklenburgischen Seenplatte bekannt, obwohl Neubrandenburg
Die Kreisstadt ist bisher nicht gerade als Tourismus-Hochburg der Mecklenburgischen Seenplatte bekannt, obwohl Neubrandenburg Besuchern durchaus einiges zu bieten hat. (NK-Bildmontage) Eckhard Kruse, Karl-Heinz Engel; © kharlamova_lv, © fotogr
Bewerbung

Neubrandenburg will „Tourismusort” werden

Vier-Tore-Stadt, Kreisstadt und jetzt auch noch Tourismusstadt? Neubrandenburg arbeitet derzeit an diesem Prädikat. Laut Tourismusverband stehen die Chancen gar nicht schlecht.
Neubrandenburg

Das „Urlaubsland MV“ ist zumeist bekannt für seine Ostseeküste oder auch die Seenlandschaften in der Müritz- oder Feldberger Region. Neubrandenburg haben wohl die wenigsten als „Touristenhochburg“ auf dem Zettel. Dennoch oder gerade deswegen will sich die Stadt nun um den Titel „Tourismusort“ bewerben. Schon länger arbeite die Verwaltung an einem entsprechenden Antrag, ist aus dem Rathaus zu vernehmen. Durch einen Antrag der CDU/FDP-Fraktion kann die Stadtvertretung am Donnerstag das Vorhaben noch einmal bestärken.

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„Wir wollen keine Labels sammeln, sondern die Vorteile einer solchen Anerkennung nutzen“, warb unter anderem der neue CDU-Stadtchef Steven Giermann im Generationenausschuss.

Neubrandenburg zieht viele Tagesgäste an

Hintergrund der Bestrebungen von Stadt und CDU ist die Änderung des Kurortgesetzes Mecklenburg-Vorpommerns, seit der sich Kommunen auf diesen Titel bewerben können. Die Stadt schielt dabei vor allem auf das kurtaxe-finanzierte Mobilitäts-Angebot „Müritz rundum“ und hofft, mit dem neuen Titel ebenfalls an diesem Zusatzangebot partizipieren zu können. So könnten auch Besucher und Einwohner der Stadt Neubrandenburg eine Gästekarte erwerben, besser in die Müritzregion gelangen und umgekehrt.

Gerade durch große Veranstaltungen wie zuletzt die Konzerte auf dem Marktplatz würden Menschen in die Kreisstadt gelockt. Genau darin sieht auch Bert Balke die Stärken der Stadt. „Neubrandenburg hat mit der Konzertkirche ein großes Konzerthaus, mit dem Tollensesee viel Natur und generell viele Tagesgäste“, sagt der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte. Entsprechend räumt er dem Antrag auch hohe Erfolgschancen ein.

Vorteile bei Fördermitteln und Kurtaxe möglich

Die Grundlage für das Prädikat „Tourismusort“ ist klar festgeschrieben. Laut Paragraf 4a des Kurortgesetzes braucht eine Kommune entweder eine landschaftlich bevorzugte Lage, bedeutende kulturelle Einrichtungen, Naherholungsangebote oder auch „nur“ wichtige Dienstleistungen für benachbarte Kurorte. Allein letzteres trifft für Bert Balke auf Neubrandenburg dank der vielen Einzelhändler bereits zu. „Die Stadt setzt längst regionale Akzente“, sagt er.

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Die Vorteile eines Prädikats als Tourismusort sind, abgesehen von der Gästekarte für Müritz rundum“ noch eher unkonkret. „Was man davon hat, hängt immer davon ab, was man daraus macht“, sagt der Touristiker nebulös. Jedenfalls passe die Anerkennung gut in die aktuelle Entwicklung der Stadt, die unter anderem ja auch schon länger an einem Stadtmarketingkonzept feilt. Vorteile bei Fördermittelanträgen und selbst die Erhebung einer Kurtaxe seien auch möglich.

Auch Burg Stargard könnte sich bewerben

Neubrandenburg wäre nach Kargow, Ivenack und Stavenhagen seit der Gesetzesänderung bereits die vierte Kommune im Landkreis, die zu einem Tourismusort ernannt wird. Weitere Gemeinden seien dabei, Anträge zu stellen, sagt Balke. Auch der Stadt Burg Stargard empfiehlt er – dank der Höhenburg ebenfalls Ort einer bedeutenden kulturellen Einrichtung –, einen Antrag zu stellen.

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