WOHNUNGSBAU

Neubrandenburg will Areal des Stasi-Gefängnisses kaufen

Das ungenutzte Areal auf dem Neubrandenburger Lindenberg soll Platz bieten für dringend benötigten sozialen Wohnungsbau. Aber auch darüber wird jetzt schon seit Jahren gesprochen.
Das ehemalige Gefängnis in Neubrandenburg, vorn der Wachturm aus vergangenen Stasi-Zeiten.
Das ehemalige Gefängnis in Neubrandenburg, vorn der Wachturm aus vergangenen Stasi-Zeiten. Thomas Beigang
Hinter der nächsten Rechtskurve befindet sich das seit dreieinhalb Jahren leer stehende Neubrandenburger Gefängnis.
Hinter der nächsten Rechtskurve befindet sich das seit dreieinhalb Jahren leer stehende Neubrandenburger Gefängnis. Thomas Beigang
Das stimmt längst nicht mehr. Seit dreieinhalb Jahren sitzt hier in Neubrandenburg kein Gefangener mehr ein.
Das stimmt längst nicht mehr. Seit dreieinhalb Jahren sitzt hier in Neubrandenburg kein Gefangener mehr ein. Thomas Beigang
Neubrandenburg ·

Immer noch abgesperrt – aber noch nicht abgerissen. Der Gebäudekomplex des ehemaligen Gefängnisses in Neubrandenburgs Süden steht noch immer, obwohl es schon seit Jahren Pläne dafür gibt, alles abzureißen und auf dem Gelände Wohnungen zu bauen. Aber noch immer hat sich hier nichts getan. Die Stadt hält an ihrem Vorhaben fest, das Areal zu kaufen und der Besitzer, das Land Mecklenburg-Vorpommern, will den Komplex aus Stahl und Beton auch liebend gern verkaufen, um es los zu sein. Der zuständige landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften in Neubrandenburg wurde aber noch nicht aufgefordert, die Verkaufsunterlagen bereit zu machen, so dessen Leiter Winfried Tassner auf Nordkurier-Nachfrage. Und im Neubrandenburger Rathaus weiß man so noch immer nicht, was das Gelände mit dem in den 1980er-Jahren errichteten Gefängnisses kosten soll. „Bestimmt nicht wenig“, ist sich Oberbürgermeister Silvio Witt sicher, ohne konkrete Zahlen zu kennen. Die Stadt hofft aber weiter auf Kulanz des Landes, denn versprochen wurde schon in Schwerin, eventuell auf die Hälfte des Kaufpreises zu verzichten, weil auf dem Areal sozialer Wohnungsbau entstehen soll. Damit aber nicht genug – Neubrandenburg hofft auch auf notwendige Fördergelder, um den millionenteuren Abriss der Gebäude auch stemmen zu können.

„Es wird tatsächlich Zeit, dass auch was passiert“

Dem Chef des einflussreichen Stadtentwicklungsausschusses in der Neubrandenburger Stadtvertretung, Jan Kuhnert (Linke), reißt jetzt auch langsam der Geduldsfaden. „Es stimmt“, so der Kommunalpolitiker, „lange genug haben wir schon darüber geredet, es wird tatsächlich Zeit, dass auch etwas passiert“. Kuhnert will das Thema während der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Donnerstag erneut zur Sprache bringen und auf konkrete Aussagen drängen.

Das Neubrandenburger Gefängnis wurde im Sommer 2018 geschlossen, die verbliebenen Gefangenen auf die vier anderen Justizvollzugsanstalten des Landes aufgeteilt. Grund für die Schließung waren Überkapazitäten im Land – von den seinerzeit 1400 Plätzen, die landesweit zur Verfügung standen, waren im Sommer 2018 nur rund 850 belegt. Zudem war das Gebäude, in das in den 1990er-Jahren gut eine Million Euro investiert wurden, extrem sanierungsbedürftig, hieß es. Alle anderen Anstalten des Landes wurden neu gebaut – Rostock-Waldeck, Stralsund und Neustrelitz – oder umfangreich saniert, wie das alte Gefängnis in Bützow. Vor der Wende diente das Gefängnis als Untersuchungshaftanstalt dem Ministerium für Staatssicherheit.

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Kommentare (2)

🤡

nicht auch 2 Häuser in der Heidenstraße gekauft?. Was passiert denn damit ?. bisher nichts.