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Neubrandenburger Arzt unter Terrorverdacht

Ein Salafist verteilt ein kostenloses Koran-Exemplar. Auch ein unter Terrorverdacht stehender Arzt soll versucht haben, Patienten im Neubrandenburger Klinikum mit islamischem Werbematerial zu versorgen.
Ein Salafist verteilt ein kostenloses Koran-Exemplar. Auch ein unter Terrorverdacht stehender Arzt soll versucht haben, Patienten im Neubrandenburger Klinikum mit islamischem Werbematerial zu versorgen.
Julian Stratenschulte/Symbolbild

Der Zahnarzt Nassim B. war fünf Monate an der Klinik für Kieferchirurgie in Neubrandenburg tätig. Er soll einen Selbstmordattentäter angestiftet haben. Verfassungsschützer sind sich einige: Die Gefahr des islamistischen Extremismus nimmt auch im Nordosten zu.

Ein heute 34-jähriger Zahnarzt, der unter Terrorverdacht steht, war im Jahr 2015 für fünf Monate auch im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg beschäftigt. Eine Sprecherin des Klinikums bestätigte, dass Nassim B. fünf Monate lang bis Juni 2015 in dem Krankenhaus beschäftigt war. Näher wollte sich das Klinikum nicht zu dem Fall äußern.

Nach Informationen des Nordkurier arbeitete Nassim B. als Assistenzarzt an der Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie. Nassim B. wird vom Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg vorgeworfen, den aus Freiburg stammenden Islamisten Yannik B. im Mai 2015 zu einem Selbstmordattentat im Nordirak angestiftet zu haben, bei dem der 24-Jährige zwölf irakische Soldaten und sich selbst tötete.

Deshalb wurde Nassim B. im März dieses Jahres in Berlin festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Nach drei Monaten musste er nach der Intervention seines Anwalts wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Der Sprecher der federführenden Staatsanwaltschaft Karlsruhe, Oberstaatsanwalt Rüdiger Rehring, bestätigte aber, dass die Ermittlungen gegen Nassim B. wegen einer "schweren staatsgefährdenden Straftat" weiter liefen. Der Verdächtige soll unter anderem auch das Flugticket in den Nahen Osten für Yannik B. bezahlt haben.

Kommentare (3)

Wie lange muss man sich eigentlich in der Stadt aufhalten, um als "Neubrandenburger" zu gelten. Als gebürtiger Vier-Tore-Städter habe ich ein Jahr meiner schulischen Ausbildung in Anklam verbracht, würde mich aber nicht als Anklamer Schüler bezeichnen ...

Ein "Neubrandenburger" ist etwas anderes als ein "Neubrandenburger Arzt". Nehmen wir mal ein emotional weniger aufgeladenes Beispiel: Wenn ich als Anklamer in Neubrandenburg ein Restaurant eröffne, dann bin ich sowohl ein Anklamer als auch ein Neubrandenburger Restaurantbesitzer. Mich als Anklamer Restaurantbesitzer zu bezeichnen, würde suggerieren, dass das Restaurant, das ich eröffnete, in Anklam liegt. Viele Grüße, Carsten Korfmacher, NK-Redaktion.

Nun, glaubt man der Berliner Lokalpresse, stammte der Verdächtige aus Mannheim und lebte und arbeitete auch in Berlin, wo er auch festgenommen wurde. Dass er während seiner ärztlichen Ausbildung ein paar Monate in Neubrandenburg weilte, macht ihn noch lange nicht zu einem Neubrandenburger Arzt.