Der Fahrstuhl am Nordeingang des Bahnhofs fiel häufig aus.
Der Fahrstuhl am Nordeingang des Bahnhofs fiel häufig aus. Tim Prahle
Ohne Funktion hängt seit Jahren eine Kamera im städtischen Nordteil des Fußgängertunnels am Bahnhof.
Ohne Funktion hängt seit Jahren eine Kamera im städtischen Nordteil des Fußgängertunnels am Bahnhof. Tim Prahle
Kamera, Klo, Fahrstuhl

Neubrandenburger Bahnhof noch immer mit Problemen

Der Neubrandenburger Bahnhof hat auch drei Jahre nach seinem Umbau noch Schwachstellen. Zumindest der Fahrstuhl soll nun wieder dauerhaft funktionieren.
Neubrandenburg

Besonders in den Sommermonaten hören Fahrgäste sie regelmäßig: Die Bitte, am Neubrandenburger Bahnhof weiter vorne auszusteigen, weil der Bahnsteig für die fünf Waggons nicht lang genug ist. Bemerkenswert, aber wohl meist zu bewältigen. Drei Jahre nach Abschluss der etwa 17 Millionen Euro teuren Umbau- und Sanierungsarbeiten bietet der Bahnhof jedoch noch andere Kuriositäten.

Weitaus ärgerlicher dürfte da für viele der regelmäßige Ausfall des Fahrstuhls sein. Zumal auch Bahn und Stadt rätselten, wieso der Fahrstuhl, für den nur wenige ausgewählte Personen einen Schlüssel haben, so häufig „ausgeschaltet“ ist. Bei der Deutschen Bahn sei bereits vermutet worden, dass es sich um eine externe Manipulation handelt, heißt es aus dem Rathaus. Mit welchem Motiv man einen Bahnhofsfahrstuhl hacken sollte, ließ sich aber kaum ergründen.

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"Wir haben reagiert und führen dreimal in der Woche eine Funktionskontrolle durch. Dies hat sich bewährt und seitdem gab es keine Fahrstuhl-Ausfälle mehr. Schäden durch Vandalismus und unsachgemäße Benutzung konnten schnell behoben werden", teilt die Stadt mit. Worin der Grund für den regelmäßigen Ausfall lag, konnte nicht geklärt werden.

Überwachungskamera nie getestet

Zweites Beispiel: Die Funktionsweise der Kamera am Tunneleingang auf der Seite des Vogelviertels wurde in den mehr als drei Jahren noch nie getestet. Seit Fertigstellung des Durchstichs ist sie von einer blauen Plastiktüte verdeckt – zum Schutz vor Wind und Wetter. Eingeschaltet wurde sie bislang nie.

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Der Grund, der aus dem Rathaus zu erfahren ist: Es handelt sich um eine städtische Kamera. Deren Bilder laufen automatisch bei der Landespolizei auf. Doch an Bahnhöfen ist die Bundespolizei zuständig. Hier braucht es also eine Neuinstallation und dafür eine Zusammenarbeit zwischen Bahn sowie Stadt, die sich längst nicht in allen Belangen immer grün sind. Seit Jahrzehnten wartet die Stadt beispielsweise vergebens darauf, dass die Bahn im Bahnhof der drittgrößten Stadt des Landes selbst eine Toilette vorhält.

+++update+++ In einer vorherigen Version hatte der Autor geschrieben, dass das Schloss beim Fahrstuhl ausgetauscht und so der Fehler behoben wurde. Das war ein Missverständnis. Stattdessen hat die Stadt nach eigenen Angaben die Kontrollen erhöht.

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