Sänger Theo Bormann (vorne links) und seine Bandkollegen spielen in Neubrandenburg ein Konzert zu Ehren ihres verstorben Freundes. Foto: Ulf Rautenberg
Sänger Theo Bormann (v.li.) und seine Bandkollegen Torsten Thiemke (v.re.), Martin Schultz (2. Reihe li.), "Chris" (Mitte) und Ewald Penz (2. Reihe re.) spielen in Neubrandenburg ein Konzert zu Ehren ihres verstorben Freundes. Ulf Rautenberg
Hier probt die Neubrandenburger Band „Penz Patrol“ seit einigen Monaten. Am kommenden Samstag spielen die vier Mus
Hier probt die Neubrandenburger Band „Penz Patrol“ seit einigen Monaten. Am kommenden Samstag spielen die vier Musiker ihr erstes Konzert – zwei Tage nach dem Geburtstag des verstorbenen Freundes, der den Anstoß zur Gründung der Gruppe gab. Pablo Himmelspach
Konzert

Neubrandenburger Band erweist Freund die letzte Ehre

„Penz Patrol“ macht Musik zum Mitsingen. Der Spaß und die gemeinsame Vergangenheit halten die Coverband zusammen. Ihre Gründungsgeschichte ist hingegen traurig.
Neubrandenburg

Der Gründungsmoment von „Penz Patrol“ ist tragisch. Es ist ein Aufbruch, dem ein Abschied vorangegangen ist. Ihr gemeinsamer Freund habe immer schon in einer Liveband spielen wollen. Nicht mehr möglich war das, nachdem er vor knapp einem Jahr verstarb. „Beim Speedway in Teterow wollten wir deshalb im August ein Konzert spielen. Er und sein Bruder sind dort auch gefahren“, sagt Sänger und Gitarrist Theo Bormann.

Aus dem Konzert wurde nichts, der Veranstalter sagte ab. Was jedoch blieb, war die Idee der Coverband. Die langjährigen Bekannten aus Neubrandenburg, von denen jeder einen Bart, lange Haare und dunkle Klamotten trägt, wollten endlich die Lieder spielen, welche sie als Jugendliche geprägt haben. „Viele Oldies, aber auch Sachen wie die Ärzte oder Rammstein. Die Leute sollen mitsingen können“, sagt Bassist „Chris“.

Kein Druck, nur Freude an der Musik

Und so gründeten sie im Mai ihre Band. Besonders wichtig dabei: kein Druck, keine überhöhten Ambitionen, nur Freude an der Musik. „Wenn du auf der Bühne Spaß hast, merken das die Leute. Die gehen dann doppelt so doll ab“, sagt Schlagzeuger Torsten Thiemke.

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Trotz des traurigen Gründungsmoments ist der Spaß das Leitmotiv der Gruppe – was sich auch im Bandnamen widerspiegelt. „Penz Patrol“ ist an den Nachnamen von Gitarrist Ewald Penz angelehnt. „Das war eigentlich ein Witz. Aber irgendwie kamen wir immer wieder darauf zurück“, sagt Theo Bormann lachend.

Ihren Proberaum haben sie in einem mehrstöckigen, ehemaligen Firmengebäude. Moderne Technik und Instrumente stehen im einen Raum, volle Aschenbecher und leere Glasflaschen im nächsten. Was auf den ersten Blick nach Rockstarleben aussieht, ist im Alltag aber ganz zahm. Frontmann Theo Bormann ist Chemielehrer, Schlagzeuger Torsten Thiemke Lkw-Fahrer, Bassist „Chris“ ist IT-Fachmann und Ewald Penz und Martin Schulz arbeiten im Musikgeschäft „Music-Town“ in Neubrandenburg.

Vielleicht noch ein Versuch bei „The Voice of Germany”

Wobei Theo Bormann – von seinen Kollegen das „Goldkehlchen“ genannt – schon einmal zum Sprung auf die große Bühne angesetzt hat. 2020 sang er in der Fernsehsendung „The Voice of Germany“, flog aber in den "Blind Auditions" – das sind die Vorrunden ohne Kamera – raus. „Mal sehen, vielleicht versuche ich es noch einmal“, sagt Theo Bormann schmunzelnd.

Doch zunächst hat er mit der Band Pläne. Am 10.  Dezember spielen Penz Patrol ein Konzert im Neubrandenburger „Last Orders“. Das Datum ist nicht zufällig gewählt: Zwei Tage vorher ist der Geburtstag ihres früheren Freundes. „Das machen wir ihm zu Ehren “, sagt Theo Bormann.

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