Kommunalwahl 2019
Neubrandenburger CDU will stärkste Partei sein

Die Kandidatenliste der Neubrandenburger CDU für die nächsten Kommunalwahlen umfasst insgesamt 21 Namen.
Die Kandidatenliste der Neubrandenburger CDU für die nächsten Kommunalwahlen umfasst insgesamt 21 Namen.
Silas Stein/dpa/Nordkurier-Archiv

Als erste in der Stadt haben die Christdemokraten in Neubrandenburg ihre Liste für die nächste Kommunalwahl aufgestellt und dabei ein ehrgeiziges Ziel aufgestellt. Und der schon am längsten gediente Stadtvertreter der CDU will Rekorde brechen.

Ein ganz Altgedienter und ein ganz frisches Mitglied sollen der Neubrandenburger CDU dabei helfen, bei den Kommunalwahlen im Mai als stärkste Partei in der Stadtvertretung das Rennen zu machen. Auf einem Ortsparteitag haben die Christdemokraten ihre Kandidatenliste beschlossen und dabei das ehrgeizige Ziel ausgegeben, 30 Prozent der Wählerstimmen auf sich zu vereinen.

Ganz oben mit dabei ein Mann, der als einziger Stadtvertreter seit 1990 ununterbrochen die Geschicke der Stadt mitbestimmt: Hans-Jürgen Schwanke. Der Malermeister will noch eine Legislaturperiode dranhängen und der Kommunalpolitik treu bleiben. Schwanke gehört zu den wenigen Stadtvertretern, die auch mal mit markigen Sprüchen auf sich aufmerksam machen. So beklagte sich der Mann, den seine Partei gerade für 40-jährige Mitgliedschaft auszeichnen konnte, schon mal lauthals über flegelhaftes Verhalten vieler Mitbürger in der Öffentlichkeit. Markige Ziele hat sich und der Stadt dagegen jemand gesetzt, der erst dieser Tage als neues CDU-Mitglied aufgenommen wurde: Der Neubrandenburger Gastronom Nicola d’Aniello, der sich bei der Kommunalwahl 2014 als parteiloser Einzelkandidat seinen Platz als Ratsherr im Sturm eroberte. Das frische Parteimitglied wurde unter anderem nicht müde, die Videoüberwachung des Marktplatzes zu fordern. D’Aniello wollte aber auch schon eine Kapelle neben dem Parkplatz am Brodaer Strand errichten und organisierte sogar für auserwählte Katholiken der Stadt vor drei Jahren einen Besuch beim Ex-Papst Benedikt in Rom. „Heiliger Bimbam – Neubrandenburger besuchen den Papst“, stand damals im Nordkurier.

„Wir haben auf unserer Liste eine gute Mischung von bewährten Stadtvertretern und neuen Leuten“, sagte der CDU-Ortsvorsitzende Frank Benischke. Neu mitmischen bei den Christdemokraten und wenn möglich auch bald in der Stadtpolitik möchte auch Björn Bromberger, im „Zivilberuf“ Geschäftsführer beim SC Neubrandenburg. Es fehlen natürlich auch nicht Frauen und Männer wie die Fraktionsvorsitzende Diana Kuhk, Dieter Stegemann oder die Vize-Stadtpräsidentin Doris Gartz auf der Liste. Dort taucht aber Lothar Schmidt nicht mehr auf, der Stadtvertreter, der 2015 noch Vize-Oberbürgermeister werden wollte und als Vorsitzender die Geschicke des Kulturausschusses der Stadtvertretung leitet.

Hans-Jürgen Schwanke war es denn auch dem Vernehmen nach, der während der Mitgliederversammlung das unwidersprochene Ziel von den 30 Prozent Wählerstimmen im Mai 2019 ins Gespräch brachte. Das zu erreichen, haben die Christdemokraten gerade ihr Wahlprogramm beschlossen, mit dem sie die Neubrandenburger auf ihre Seite ziehen wollen. Das politische Ziel der CDU sei ein wachsendes Neubrandenburg, heißt es dort unter anderem.

Die Christdemokraten machen sich das Ziel von Oberbürgermeister Silvio Witt zu eigen, Neubrandenburg wieder zu einer 70  000-Einwohner-Stadt werden zu lassen. „Ein Schwerpunkt unserer Arbeit wird daher in den kommenden Jahren in der bedarfsorientierten Bereitstellung von Bauland für modernen und bezahlbaren Wohnraum liegen“, heißt es im Programm. Deshalb will man das Personal in der Bauverwaltung aufstocken. Die CDU begrüßt auch die intensive Bautätigkeit. „Wir wollen aber die Akzeptanz der Bevölkerung für große Sanierungsmaßnahmen stärken und künftig darauf drängen, Baustellen bürgerfreundlicher zu gestalten, versprechen die Christdemokraten.