In Neubrandenburg haben wie in vielen deutschen Großstädten am Sonnabend Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt
In Neubrandenburg haben wie in vielen deutschen Großstädten am Sonnabend Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert – aus Solidarität mit der Bewegung in den USA. Mirko Hertrch
Zum Ende der Demonstration setzten sich die Demonstranten schweigend für 8,46 Minuten auf den Boden. Genau so lange, dr&u
Zum Ende der Demonstration setzten sich die Demonstranten schweigend für 8,46 Minuten auf den Boden. Genau so lange, drückte ein weißer Polizist Ermittlern in den USA sein Krie auf den Afroamerikaner George Floyd. Mirko Hertrich
Einige stellten Grablichter ab oder legten Blumen nieder, andere drückten mit einem symbolischen Kniefall ihre Solidarit&
Einige stellten Grablichter ab oder legten Blumen nieder, andere drückten mit einem symbolischen Kniefall ihre Solidarität mit den Opfern aus. Mirko Hertrich
Die Organisatoren hatten mit Kreide die Namen von Menschen afrikanischer Herkunft auf die Gehwegplatten geschrieben, die hierz
Die Organisatoren hatten mit Kreide die Namen von Menschen afrikanischer Herkunft auf die Gehwegplatten geschrieben, die hierzulande Opfer von Polizeigewalt wurden. Mirko Hertrich
Tod von George Floyd

▶ Neubrandenburger demonstrieren gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA

Schweigend sind etwa 80 Menschen durch Neubrandenburg gezogen, um ein Zeichen der Solidarität nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd durch US-Polizisten zu setzen.
Neubrandenburg

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd sind am Sonnabend auch in Neubrandenburg Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu protestieren.

Zu einer „stillen Demonstration” hatten sich am Nachmittag nach Schätzungen rund 80 Menschen am Marktplatz eingefunden. Schweigend zogen die Demonstranten zum Stargarder Tor, dann über den Friedrich-Engels-Ring zum Bahnhof und von dort wieder zurück zum Marktplatz.

Auch in Rostock gab es am Samstag eine Demonstration. Mehr als 600 Menschen gingen hier gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße.

Schweigeminute für die Opfer von Rassismus und Polizeigewalt

Begonnen hatte die Demonstration mit einer Schweigeminute für die Opfer von Rassismus und Polizeigewalt auch in Deutschland. Die Organisatoren hatten mit Kreide die Namen von Menschen afrikanischer Herkunft auf die Gehwegplatten geschrieben, die hierzulande Opfer von Polizeigewalt wurden. Einige stellten Grablichter ab oder legten Blumen nieder, andere drückten mit einem symbolischen Kniefall ihre Solidarität mit den Opfern aus.

Hier sehen Sie ein Video von der Demonstration in Neubrandenburg am Samstag:

[Video]

Zum Ende der Demonstration setzten sich die überwiegend jungen Demonstranten ebenfalls schweigend für 8,46 Minuten auf den Boden. 8 Minuten und 46 Sekunden ist die Länge der Zeit, die ein weißer Polizist Ermittlern zufolge vergangene Woche in der US-Metropole Minneapolis sein Knie auf den Hals des Afroamerikaners Floyd drückte, bevor dieser starb. Der Tod des Mannes löste weltweite Proteste aus, die in den USA teils in massive Gewalt umschlugen.

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Nächste Demonstration in Neubrandenburg am Montag

Die Neubrandenburger Polizei begleitete die Demonstranten. Auflage der Behörden war laut Versammlungsleitung, dass die Teilnehmer unter anderem 1,50 Meter Mindestabstand halten sollten, was augenscheinlich nicht immer der Fall war. Es wurde zudem empfohlen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, was viele Protestierende taten. Kurz nach 16 Uhr wurde die Veranstaltung von der Versammlungsleitung für beendet erklärt.

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Bereits am Montag wird wieder auf dem Neubrandenburger Marktplatz protestiert. Das Bündnis „Neubrandenburg nazifrei” hat für 17 Uhr eine erneute Demonstration unter dem Motto „Mut zur Solidarität“ aufgerufen.

Die Protestaktion ist unter anderem eine Art Gegenkundgebung zu den „Spaziergängen”, bei denen seit einigen Wochen jeweils montags in Neubrandenburg und anderen Städten Menschen für weitere Lockerungen der wegen der Corona-Pandemie verhängten Beschränkungen auf die Straße gehen. Bis auf den „Spaziergang” vergangene Woche waren diese Demonstrationen trotz Bitte der Polizei in der Vier-Tore-Stadt nicht bei der Versammlungsbehörde des Kreises angemeldet worden.

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