Der Patient war im Oktober 2018 als 61-Jähriger in die Notaufnahme der Klinik gekommen. Obwohl er angab, an Schweiß
Der Patient war im Oktober 2018 als 61-Jähriger in die Notaufnahme der Klinik gekommen. Obwohl er angab, an Schweißausbrüchen und Übelkeit zu leiden, wurde er mit Verdacht auf ein Problem mit der Halswirbelsäule wieder zum Hausarzt geschickt. Hauke-Christian Dittrich
von Notaufnahme abgewiesen

Neubrandenburger erhält 75.000 Euro nach Klinik-Pfuscherei

Nachdem eine Hirnblutung zu spät erkannt wurde, erlitt der Mann einen Schlaganfall. Zudem wurde bei einer OP eine Klemme in seinem Kopf vergessen.
dpa
Neubrandenburg

Wegen einer zu spät erkannten Hirnblutung und einer vergessenen OP-Klemme im Kopf zahlt ein Krankenhaus einer Familie eines Patienten aus Neubrandenburg 75.000 Euro. Nach Nordkurier-Informationen handelt es sich um das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum. Die Klinik äußerte sich am Dienstag nicht mehr auf eine Nordkurier-Anfrage.

Auf den Vergleich haben sich die Familie des Geschädigten, die Anwältin der Klinik und das Landgericht in Neubrandenburg am Dienstag in einem Zivilprozess geeinigt. In dem Verfahren ging es darum, ob es einen Zusammenhang zwischen der zu spät erkannten Hirnblutung und einem späteren Schlaganfall bei dem Mann gab, der inzwischen Pflege benötigt, wie Richter Christian Weidlich sagte. Der Streitwert lag mit 410.000 Euro deutlich höher. (AZ: 4 O 448/19)

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Der Patient war im Oktober 2018 als 61-Jähriger in die Notaufnahme der Klinik gekommen. Obwohl er angab, an Schweißausbrüchen und Übelkeit zu leiden, wurde er mit Verdacht auf ein Problem mit der Halswirbelsäule wieder zum Hausarzt geschickt. Erst bei einer späteren Untersuchung wurde eine Hirnblutung festgestellt. Knapp zwei Wochen nach der Notaufnahme verschlechterte sich die Gesundheit des Mannes rapide, er erlitt einen Schlaganfall. Nach mehrfachen Operationen sei er auf Pflege angewiesen, sagte der Richter. Bei einer OP habe ein Arzt noch eine OP-Klemme im Kopf vergessen, so dass noch einmal operiert werden musste.

Mehrere Gutachter waren zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangt, ob ein Zusammenhang zwischen dem verspäteten Erkennen der Hirnblutung und dem Schlaganfall bestand. Beide Parteien wollten mit dem vom Gericht angeregten Vergleich weiteren Rechtsstreit vermeiden und erkannten ihn noch im Gerichtssaal an. Solche Fälle seien bisher selten, sagte ein Gerichtssprecher in Neubrandenburg.

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