Sieht so friedlich aus, die Gartenanlage „Nordpark III“ am Reitbahnsee.
Sieht so friedlich aus, die Gartenanlage „Nordpark III“ am Reitbahnsee. Thomas Beigang
Einbrüche

Neubrandenburger Kleingärtner rüsten gegen Einbrecher auf

Viele Neubrandenburger Laubenbesitzer haben Einbrechern den aktiven Kampf angesagt. In mindestens einem Fall hat die Polizei konkrete Hinweise erhalten.
Neubrandenburg

In dem Neubrandenburger Kleingartenverein „Nordpark III“ am Reitbahnsee geht die Angst vor Einbrechern um. Bislang sind nach dem Ende der Gartensaison schon fast 20 Lauben von Langfingern heimgesucht worden. Gestohlen wurden verschiedene Werkzeuge und Lebensmittel. Einen Verdächtigen haben die Ermittler der Polizei allerdings schon vernehmen können. Der Mann ist ein alter Bekannter unter den Gartenfreunden am Reitbahnsee, weil er in der Vergangenheit immer wieder in eine spezielle Laube eingebrochen sein soll, wie der Vereinsvorsitzende Marko Freitag dem Nordkurier sagte. „Der hatte es dort immer auf in der Laube lagernde Wurst abgesehen“, so der seit sechs Jahren amtierende Kleingarten-Chef.

Wildkameras auf den Parzellen installiert

Und weil der Dauereinbrecher so hartnäckig ist und die Laubenbesitzer im „Nordpark III“ so vorsichtig sind, haben einige von ihnen in ihren Parzellen Wildkameras installiert. Nicht, um Wildschweine und Rehe beim „illegalen“ Einstieg in die Gärten zu filmen, sondern mit dem Ziel, mögliche Einbrecher zu identifizieren. „Das ist gelungen“, freut sich Kleingärtner Freitag. Die vorsichtigen Pächter konnten der Polizei die Aufnahmen übergeben – und die Ermittler hatten leichtes Spiel. Ob der unfreiwillig Gefilmte allerdings auch für die gesamte Serie der Laubeneinbrüche am Reitbahnsee verantwortlich ist, können die Ermittler noch nicht sagen, so ein Sprecher der Polizei. Vereinsvorsitzender Freitag ist ungeachtet dessen schwer beeindruckt vom Einsatz der Polizei in seiner Sparte: „Von wegen, die Polizei unternimmt bei solchen Delikten sowieso nichts. Bei uns waren sogar Kriminaltechniker im Einsatz, mit riesigen Koffern sind die durch die angegriffenen Gärten marschiert“.

Mitglieder gehen regelmäßig auf Streife

Indes – nur auf Videotechnik und Polizei wollen sich die Mitglieder im „Nordpark III“ nicht verlassen. „Unsere Mitglieder streifen jetzt regelmäßig durch die Anlage“, sagt der Vereinsvorsitzende. Es gebe sogar Laubenbesitzer, die erschienen täglich in ihren Gärten und schauen nach dem Rechten – zur Abschreckung und um Einbrüche möglichst schnell anzeigen zu können. Die natürlich auch wissen, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor Einbrechern geben kann. Denn die Verzweiflung mancher Täter und deren Handlungsdruck sind so groß, dass trotz aller Vorkehrungen selbst unscheinbare Gartenhäuschen Einbrechern zum Opfer fallen. Vor wenigen Jahren erst zog ein Serieneinbrecher durch die Gärten in der Kreisstadt, der mangels hier lagernder Wertgegenstände es sogar nur auf Pfandflaschen abgesehen hatte und die zu Geld machte.

Denn die meisten Kleingärtner haben längst verinnerlicht, was die Polizei gebetsmühlenartig rät: Wertvolle Gegenstände im Herbst mit nach Hause nehmen und selbst Speisen und Getränke haben gemäß der Präventionstipps nichts in Gartenlauben zu suchen. Und noch etwas empfehlen die Sicherheitsexperten den Gartenbesitzern. Die sollen potenziellen Einbrechern sogar einen Blick in die Lauben ermöglichen: „Ziehen Sie ruhig die Gardinen zur Seite“, heißt es, „damit die Täter sehen können, dass dort nichts Brauchbares zu holen ist“.

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