Beliebter Veranstaltungsort

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Neubrandenburger Konzertkirche zieht Künstler magisch an

In der Konzertkirche Neubrandenburg wollen Stars aus aller Welt sehr gern auftreten. 
In der Konzertkirche Neubrandenburg wollen Stars aus aller Welt sehr gern auftreten.
Jörg Franze

Der Einbau der neuen Orgel hat die Konzertkirche als Veranstaltungsort noch attraktiver gemacht. Im Dezember treten so viele Künstler auf wie noch nie. Die Anfragen kommen aus aller Welt.

Die Königin der Instrumente beschert der Viertorestadt einen wahren Ansturm an Künstlern sowie Besuchern aus nah und fern. „Seitdem wir die neue Orgel besitzen, ist das Interesse an unserer Konzertkirche noch größer geworden“, sagt Manfred Tepper vom Veranstaltungsmanagement beim Veranstaltungszentrum Neubrandenburg (VZN). Aus Budapest, Bratislava, Berlin, Görlitz, Lübeck, aber auch aus der Stadt und ihrer näheren Umgebung hätten Künstler an der Orgel gesessen. „Sogar aus Amerika ist ein Organist eingeflogen worden, um das Requiem von Brahms auf der Orgel zu spielen“, weiß der Veranstaltungsmanager zu berichten. Nicht zu vergessen die Künstlerin Iveta Apkalna aus Lettland, welche die vom Unternehmer Günther Weber gespendete Orgel im Sommer 2017 geweiht hat.

Doch nicht nur die Organisten geben sich die Klinke in die Hand, auch ansonsten ist die 2001 als Konzertsaal wiedereröffnete Marienkirche als Veranstaltungsort stark gefragt. „In diesem Jahr gibt es eine Steigerung der Veranstaltungszahl in der Konzertkirche im Vergleich zum Vorjahr“, bilanzieren die VZN-Verantwortlichen. Allein im Dezember 2018 seien 28 Veranstaltungen plus acht Probentage der Neubrandenburger Philharmonie geplant. Auch die Besucherzahlen zu den Veranstaltungen hätten zugelegt. Wobei der „Besucherstrom“ sich unterscheide zwischen Tourneeprogrammen oder „handgemachten“ Veranstaltungen wie dem Weihnachtskonzert der Kreismusikschule Kon.centus oder dem Adventskonzert der Philharmonie. „Die Neubrandenburger wissen Qualität zu schätzen“, betont der Manager.

Täglich gebe es Gastspielanfragen, nicht nur von Agenturen aus ganz Deutschland, sondern auch von Solisten, Orchestern, Musikgruppen und weiteren Künstlern aller Art, auch aus dem Ausland“, hieß es beim VZN. Hauptsächlich seien es Agenturen oder Einrichtungen, welche die Konzertkirche mieten. Über die Inhalte der geplanten Veranstaltungen stimme sich das Veranstaltungszentrum mit den Veranstaltern ab, um „möglichst Dopplungen zu vermeiden“. Laut VZN gelingt das aber nicht immer, „weil viele Veranstalter unbedingt die Konzertkirche als Veranstaltungsort wegen ihres Alleinstellungsmerkmals nutzen wollen“.

„Hier muss man gespielt haben“

Auch unter Künstlern hat sich das „besondere Konzerthaus“ herumgesprochen. Die Musiker der Elbphilharmonie etwa haben sich laut Tepper nach einem Konzert dankend und anerkennend geäußert: „Hier muss man gespielt haben.“ Ungewöhnliche Anfragen kamen von einem Kantor aus Bordeaux, der unbedingt auf der Orgel spielen wollte und eine Agentur beabsichtigt, einen Organisten aus Israel für ein Konzert zu verpflichten.

Anfragen gibt es schon bis ins Jahr 2022. Als ein musikalischer Höhepunkt im kommenden Jahr gelten das Orgelkonzert mit Iveta Apkalna (16. Februar) sowie die Konzerte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, der Neubrandenburger Philharmonie und der Nordkurier Sinfoniker, die bei der Reihe „Stadt. Land. Klassik!“ am 17. Oktober nach Neubrandenburg kommen. Etwas besonderes gibt es am 28. April zu erleben. Ein Ensemble samt Organist aus Wuppertal bringt das Programm „Klezmer trifft Derwisch trifft Orgel“ zur Aufführung.

Von der Beliebtheit der Konzertkirche profitieren auch die Restaurants und Bars in der Stadt. „Bei Highlights in der Konzertkirche kriegt man vorher keinen Sitzplatz mehr“, freut sich der Geschäftsstellenleiter der Werbegemeinschaft Neubrandenburger Innenstadt, Michael Schröder. Auch Events in anderen Veranstaltungsorten wie Schauspielhaus, Haus der Kultur und Bildung oder Kulturpark seien ein „wichtiger Marketing-Faktor“ für die Restaurants und Bars in der Stadt.