UMZUG AM MONTAG

Neubrandenburger Narren trotzen der Kündigung

Der 11.11. steht vor der Tür. Doch die Mitglieder des Neubrandenburger Faschingsvereins „Vier Tore“ hatten zuletzt ganz andere Sorgen. Ihnen wurde der Mietvertrag für das Vereinsheim gekündigt. Trotzdem soll am Montag gefeiert werden.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Die Jecken vom Karnevalsclub „Vier Tore“, hier im vergangenen Jahr vor dem Rathaus, wollen am 11.11. für eine
Die Jecken vom Karnevalsclub „Vier Tore“, hier im vergangenen Jahr vor dem Rathaus, wollen am 11.11. für einen Tag die Sorgen vergessen. Mirko Hertrich
KC-Präsident Michael Arndt.
KC-Präsident Michael Arndt. Dennis Bacher
Neubrandenburg.

Die Karnevalisten des Neubrandenburger Vereins „Vier Tore“ haben ihre Heimstatt in der Oststadt noch nicht verlassen müssen. Dabei sah es vor ein paar Wochen noch düster aus. Gekündigt wurde dem Club das Mietverhältnis für Räume, in denen die Mitglieder seit Anfang der 2000er Jahre ihre Auftritte proben und Kostüme einlagern.

Immobilienfirma hat kein Interesse am Vereinsleben

Das Objekt im Markscheiderweg gehört neuerdings einer Immobilienfirma aus Kassel (Hessen). Die kam nach einer Prüfung der wirtschaftlichen Lage zu dem Entschluss, den Mietern zu kündigen, um das Gebäude zu sanieren. Eine Stilllegung sei kostengünstiger als die Instandhaltung unter derzeitigen Verhältnissen, hieß es schon vor Wochen auf Nordkurier-Nachfrage.

Narren wollen nicht aufgeben

„Wir sind aber immer noch da“, frohlockt Michael Arndt, der Präsident des KC „Vier Tore“. Zum einen sei es ihnen gelungen, die Kündigungsfrist bis auf dem 30. November zu verschieben – und ob sie dann raus müssen, stünde auch nicht fest. „Unser Anwalt“, sagt Arndt, „prüft gerade rechtliche Schritte gegen die Kündigung.“ Man habe den Verdacht, dass nicht alles mit rechten Dingen ablaufe, lässt der Präsident wissen.

So haben die Karnevalisten doch noch Gelegenheit, sich gemeinsam mit ihren Kollegen vom KC „Tollensia“ auf den 11.11. vorzubereiten. Der Umzug durch die Stadt startet gegen 10 Uhr am Hotel Janke. Über den Marktplatz und die Turmstraße ziehen die etwa 80 Karnevalisten dann ins HKB ein.

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Kommentare (2)

wer sonst würde sich im kalten November im knappen Kleidchen fröstelnd vorm Neubrandenburger Rathaus versammeln, außer eben Eis-Elfen (die fünf jungen Damen in violetten Funkemariechen-Kostümen). Seltsam nur, dass die Funkemariechen im Bild alle schon über 20 Jahre alt zu sein scheinen, aus Jugendschutz-Gründen?

Städtebaulich ist dieses Gebäude ein Missstand. Man sollte nicht zu früh frohlocken, in einem maroden Gebäude auf Dauer verbleiben zu können. Ob Eigentum saniert oder neugebaut wird, liegt nicht im Ermessen der Nicht-Eigentümer (Mieter).