FERTIG!

▶ Neubrandenburger Ortsumgehung eröffnet - erste Testfahrt (mit Video)

Drei Jahre haben die Bauarbeiten gedauert - nun ist die Neubrandenburger Ortsumgehung fertig. "Normale" Autofahrer dürfen aber erst ab Nachmittag über die neue Strecke fahren.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Nach drei Jahren Bauzeit ist die neue Neubrandenburger Ortsumgehung am Montag eröffnet worden.
Nach drei Jahren Bauzeit ist die neue Neubrandenburger Ortsumgehung am Montag eröffnet worden. Mirko Hertrich
Die Absperrgitter - hier an der Woldegker Straße - sollten im Laufe des Montags fallen.
Die Absperrgitter - hier an der Woldegker Straße - sollten im Laufe des Montags fallen. Mirko Hertrich
Zu der Eröffnung am nördlichen Ende des Teilstücks kamen auch viele Schaulustige und andere Interessierte.
Zu der Eröffnung am nördlichen Ende des Teilstücks kamen auch viele Schaulustige und andere Interessierte. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Nach mehrjähriger Bauzeit ist am Montagmorgen der Festakt zur feierlichen Verkehrsfreigabe der neuen Neubrandenburger Ortsumgehung begangen worden. Zu der Zeremonie am Kntotenpunkt B 104 an der Hochstraße kam Politprominenz aus Berlin und Schwerin - Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Landes-Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD). Das 3,3 Kilometer lange erste Teilstück zwischen der Süd- und der Oststadt wurde dann sechs Stunden später kurz vor 16.30 Uhr offiziell für den Verkehr freigegeben werden.

Sowohl Ferlemann als auch Pegel gehen davon aus, dass das Teilstück der Ortsumgehung eine deutliche Verkehrsentlastung der Einwohner Neubrandenburgs bringen wird. Er glaube, es sei insgesamt eine „wichtige und wertvolle Maßnahme“ für die Bewohner Neubrandenburgs und das Umland, sagte Staatssekretär Ferlemann. Auch werde die Stadt durch die Straße nun besser erschlossen.

 

Wertvoll sei die Maßnahme nicht nur für die Stadt, sondern auch für das gesamte Umland, weil die verkehrliche Erreichbarkeit deutlich besser sei, der Autobahnanschluss an die A 20 zeitlich näher heranrücke und die Region deutlich besser erschlossen werde. Ferlemann schränkte zugleich ein, auf der B 96 gebe es noch "viel zu tun". So würden noch viele Ortsumfahrten auf eine Umsetzung ählich der in Neubrandenburg warten. Dies werde nun nach und nach realisiert.

Der Vertreter des Bundes zeigte sich optimistisch, dass mit der Freigabe des Verkehrs auf dem neuen Abschnitt sofort eine "erhebliche Entlastung" eintritt. Er kündigte an, dass das zweite Baulos, die Überquerung des Bahnübergangs an der Sponholzer Straße, im Spätherbst 2020 fertiggestellt sein werde. Wenn das Wetter mitmacht, soll schon ab Ende des Jahres eine Umleitung über eine Behelfsbrücke erfolgen.

Für viele Anwohner soll es ruhiger werden

"Die neue Ortsumgehung, die nun den überörtlichen Verkehr südöstlich um das Stadtzentrum herumführt, wird Wohnqualität und Verkehrssicherheit in Neubrandenburg spürbar verbessern“, zeigte sich auch Landesminister Christian Pegel überzeugt. Er betonte, der hohe Anteil an Durchgangsverkehr auf der Ortsdurchfahrt Neubrandenburg sowie das gleichzeitige Aufeinandertreffen von mehreren Bundes- und Landesstraßen hätten bislang zu einer "sehr hohen Verkehrsdichte" in der Stadt geführt. Dank der Ortsumgehung würden die Verkehre "entzerrt".  Laut Pegel gehen die Prognosen davon aus, dass 2025 täglich über 16.000 Autos die Ortsumgehung nutzen.

Dirk Brandenburger, Technischer Geschäftsführer der Bundesfernstraßen-Planungsgesellschaft Deges, sprach von einem "guten Tag für Neubrandenburg“. "Nach vielen Jahren der Planung mit einigen Höhen und einigen Tiefen ist es heute geschafft." Viele Menschen hätten sich die Fertigstellung des ersten Bauloses des ersten Abschnitts gewünscht, weil hiermit eine "positive Wirkung" für die Stadt, aber auch den weiträumigen Verkehr verbunden sei. Ein Gemeinschaftswerk des Bundes, des Landes und der Stadt "findet hiermit Vollendung".

Neubrandenburgs Vize-OB Peter Modemann sagte, es würden sich künftig auch viele Anwohner von Schleichwegen wie etwa der Wilhelm-Külz-Straße freuen, weil es für sie ruhiger werde. Mit Blick auf die zwei weiteren Abschnitte der Ortsumgehung, die zwar geplant sind, aber nicht mehr im vordringlichen Bedarf des Bundeswegeplans stehen, äußerte Modemann die Hoffnung, dass auch darüber noch mal geredet werden könne.

Laufende Arbeiten sollen im Oktober 2020 beendet sein

Der erste Spatenstich für das zweispurige Teilstück war im Sommer 2016 gesetzt worden. Die Kosten für diesen ersten Abschnitt des Bauprojekts liegen bei 51,7 Millionen Euro. Den Löwenanteil steuerte der Bund bei. 

Die derzeit laufenden Arbeiten am zweiten Baulos sollen im Oktober 2020 beendet sein. Bis dahin wird für knapp acht Millionen Euro der bisherige Bahnübergang Sponholzer Straße durch eine Brücke ersetzt, welche den Knoten Johannes-Straße/Sponholzer Straße mit dem 1. Abschnitt der Ortsumgehung auf der Hochbrücke verbindet. 

+++ Update: Inzwischen rollt auch der Verkehr über die neue Straße - mehr dazu hier. +++

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Kommentare (1)

Hurra, endlich kann in NB offiziell gerast werden, ja ok sind ja nur 80km/h aber wer hat sich da schon auf der Neustrelitzer Straße (in 11 Tagen 1644 Verstöße) gehalten. Dafür mußte die Straße nur offiziell aus Neubrandenburg rausgeöst werden. OK jetzt gibt es mitten in NB eine Enklave der Mecklenburger Seenplatte aber welche ambitionierte Raser, stört sich den an sowas wie eine Stadtteilung durch den Bund. Für einen Radweg war natürlich auch kein Geld mehr da, bei knapp 60 Millionen Bausumme für 3,5 km, wäre das auch zuviel verlangt. Huptsache wir haben eine neue Rennstrcke, egal was die Anwohner dardurch erleiden müssen (Lärm und Abgase).