FREIZEITSPORT

Neubrandenburger Skater-Verein braucht Geld für Brandschutz

Weil Brandschutzauflagen noch nicht erfüllt sind, hat Neubrandenburg die „Skate & BMX Halle“ dichtgemacht. Der Verein braucht Geld für die Auflagen.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Gut 30 Mitglieder und Unterstützer folgten dem Aufruf des Vereins „Rollkollektiv 4 Tore“, vor die Halle in der Gerstenstr
Gut 30 Mitglieder und Unterstützer folgten dem Aufruf des Vereins „Rollkollektiv 4 Tore“, vor die Halle in der Gerstenstraße zu kommen. Mirko Hertrich
Alle Räder stehen still: Weil der Brandschutz derzeit nicht garantiert ist, hat die Stadt die „Skate & BMX Halle“ vor
Alle Räder stehen still: Weil der Brandschutz derzeit nicht garantiert ist, hat die Stadt die „Skate & BMX Halle“ vorerst versiegelt. Der Verein hofft, dass es im September wieder weitergehen kann. Mirko Hertrich
Oberbürgermeister Silvio Witt im Gespräch mit den Vereinsmitgliedern Veit Domke und Daniel Jahnke.
Oberbürgermeister Silvio Witt im Gespräch mit den Vereinsmitgliedern Veit Domke und Daniel Jahnke. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Das amtliche Siegel ist eine echte Spaßbremse. Blau sowie mit dem Wappen der Stadt versehen prangt es am Eingang der „Skate & BMX Halle“ im Neubrandenburger Brauereiviertel und verwehrt den Freizeitsportlern den Zutritt. Weil der Brandschutz derzeit nicht garantiert ist, hat die Stadt die Halle versiegelt. Damit stehen die Freizeitsportler ausgerechnet in der Ferienzeit vor verschlossener Tür . Um die Bedeutung der in Eigeninitiative ausgebauten Halle zu unterstreichen, hat die der Verein „Rollkollektiv 4 Tore“ am Freitag kurzfristig seine Mitglieder und Unterstützer mobilisiert. Gut 30 Menschen folgten dem Aufruf, vor die Halle zu kommen.

Gleich mit drei Generationen rückten manche Fans der Halle an. „Unser Enkel ist im Verein und es macht ihm viel Spaß, nun ist er ein bisschen traurig“, erzählten die Eheleute Dobbert, die mit ihrem Sohn und dessen Sohn da sind.

Auch Stephan Hanka hofft, dass die Halle bald wieder aufmacht. „Gerade für meinen Lütten wäre das gut, der sitzt bei schlechtem Wetter nur zu Hause rum“, sagte der 27-Jährige. Ansonsten würden die Kinder und Jugendlichen mit ihren Skateboards und Rollern auf den Marktplatz oder die Fläche vor der Konzertkirche ausweichen, „das sieht die Stadt ja aber auch nicht gerne“.

Viele Stunden freiwilliger Arbeit stecken in der Halle

In Eigenregie baute der Verein in einer alten Halle einen Parcours aus Rampen und Hindernissen ein, auf denen die Freizeitsportler vom Wetter unabhängig waghalsige Sprünge und andere Kunststücke vollführen. Finanziert wurde das Projekt über zahlreiche Spenden und Fördergelder in Höhe von rund 40.000 Euro sowie Sponsoren.

Zur Erfüllung der Auflagen braucht der Verein jetzt weitere finanzielle Unterstützung. Das Brandkonzept kostet 4500 Euro, dazu könnten weitere Kosten für erforderliche Umbauten kommen. „Das ist Geld, das wir als junger Verein nicht haben“, sagte Vereins-Mitgründer Daniel Jahnke vor den angereisten Unterstützern. Die Vereinsmitglieder haben schon viel versucht, um die Halle wieder öffnen zu können. Man ist im Gespräch mit dem Vermieter, Brandschutzsachverständigen und Rechtsanwälten – bislang ohne Erfolg.

Zu allem Übel bleiben durch die Schließung Einnahmen aus, etwa aus Tagestickets. Auch haben einige Mitglieder bereits die Zahlungen ihrer Mitgliedsbeiträge eingestellt, weil die Halle zu ist. Trotz der Enttäuschung zeigte Jahnke Verständnis für die Brandschutzauflagen der Stadt: „Schließlich trainieren viele Kinder und Jugendliche hier.“ Da der Verein schon viele Fördermittel abgegriffen hat, sind diese Töpfe jetzt weitgehend versiegt. Man hofft auf Spenden und andere Unterstützer.

Oberbürgermeister Witt verteidigt Brandschutzauflagen

Oberbürgermeister Silvio Witt kam auch zu dem Unterstützertreffen. „Die Halle ist ein wichtiges Projekt für die Stadt“, betonte er und warb zugleich um Verständnis für die zeitweise Schließung. Das Brandschutzkonzept sei notwendig zum Schutz der Hallennutzer. Witt sagte dem Verein eine zügige Bearbeitung der notwendigen Unterlagen bei der Stadt zu sowie Hilfe bei der Suche nach Förderern.

Veit Domke vom Verein setzt nun darauf, dass die Halle, die vom TÜV bereits abgenommen wurde und bislang eine vorläufige Betriebserlaubnis hatte, Anfang September wieder öffnen kann – für die vielen Freizeitsportler in der Region und darüber hinaus. „Es gibt nicht so viele solcher Hallen“, sagte BMXer Daniel Jahnke. Auch die Eheleute Dobbert hoffen, dass es bald wieder losgehen kann. Schließlich wünscht sich der Enkel zum Geburtstag ein eigenes Rad.

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