Gründe für die Preisanpassung sind die Einführung des CO2-Preises und der Preisanstieg im Gashandel.
Gründe für die Preisanpassung sind die Einführung des CO2-Preises und der Preisanstieg im Gashandel. Patrick Pleul
Tariferhöhung

Neubrandenburger Stadtwerke erhöhen Gaspreise

Licht und Schatten für die Kunden der Neubrandenburger Stadtwerke. Zahlreiche Haushalte müssen beim Gas tiefer in die Tasche greifen, Strom wird entgegen dem Trend aber nicht teurer.
Neubrandenburg

Viele Gaskunden der Neubrandenburger Stadtwerke müssen sich warm anziehen. Auf einen großen Teil von ihnen kommen, wie auch in anderen Regionen der Bundesrepublik, zu Beginn kommenden Jahres deutliche Steigerungen bei den Gaspreisen zu. Eine gute Nachricht gibt es aber für die Stromkunden des kommunalen Unternehmens. Für sie bleiben die Preise weitgehend stabil.

Drei Jahre lang habe neu.sw den Gaspreis stabil halten können, teilte eine Sprecherin der Stadtwerke auf Anfrage dem Nordkurier mit. Nun müssten neu.sw, wie viele andere Versorger auch, für das kommende Jahr die Preise anheben. Gründe für die Anpassung seien unter anderem die Einführung der CO2-Preise sowie der „enorme Preisanstieg“ im Gashandel.

Preisänderungen treten zum 1. Januar in Kraft

Das bekommen nun auch die Verbraucher in und um Neubrandenburg zu spüren. In Wahltarif „neu.sw Gas plus“ ergeben sich für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden laut neu.sw monatliche Mehrkosten in Höhe von rund 20 Euro. Für einen Single-Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 10 000 Kilowattstunden liegen die monatlichen Mehrkosten im Wahltarif „neu.sw Gas plus“ bei rund 9,50 Euro. Neu.sw hat nach eigenen Angaben fast 7000 Gaskunden. Davon hätten aber rund 4500 die Festpreisprodukte „Gasfix“ abgeschlossen. Für sie würden die Preisanpassungen nicht gelten, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Ihren Worten nach können die Stadtwerke für ihre mehr als 37 000 Stromkunden aber die Preise „aktuell durchgehend stabil halten“. Neu.sw bewege sich damit gegen den Trend am Markt, an dem die Preise für Verbraucher derzeit steigen würden in Folge der „enorm gestiegenen Einkaufspreise“. „Weil wir bei neu.sw unseren Strom aber langfristig einkaufen und auch die staatliche EEG-Umlage für den Ausbau Erneuerbarer Energien deutlich sinkt, gelingt es uns dennoch, die Preise für unsere Kunden konstant zu halten“, unterstrich die Sprecherin. Alle Preisänderungen bei neu.sw treten zum 1. Januar 2022 in Kraft. Die Kunden seien in der vergangenen Woche fristgerecht persönlich informiert worden.

Lieferungen von Strom auch in das Umland

Die Neubrandenburger Stadtwerke sind auch im Umland aktiv. Seit 1. Januar 2021 versorgen sie das Amt Treptower Tollensewinkel mit Ökostrom. Der Vertrag wurde über drei Jahre geschlossen. Zum Amtsbereich gehören die Stadt Altentreptow, 19 Gemeinden und ihre jeweiligen Ortsteile. Für das Amt Neverin, die Stadt Friedland und die Stadtverwaltung der Vier-Tore-Stadt liefert neu.sw ebenfalls Strom für öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Verwaltungsgebäude.

Wie sich die Gaspreise im Neubrandenburger Umland entwickeln, lässt sich schwierig pauschal sagen. Der ehemalige Versorger Edis AG sei in der Region nur noch Netzbetreiber und stelle lediglich die Gasleitungen zur Verfügung, sagte ein Sprecher des Unternehmens in Fürstenwalde. Er hob hervor, dass die Netzentgelte im kommenden Jahr sinken. Ob dies an die Kunden weitergegeben werde, sei Sache der jeweiligen Versorger.

Verbraucherzentrale rät zu Tarifvergleichen

Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern rät bei Preiserhöhungen, Tarife zu vergleichen und gegebenenfalls von seinem Sonderkündigungsrecht bis Jahresende Gebrauch zu machen. Energieexperte Arian Freytag empfiehlt, mehrere Vergleichsportale zu nutzen. „Man sollte allerdings als Bezugszeitpunkt den 1. Januar 2022 nehmen, sonst bekommt man die alten Preise angezeigt.“ Sollte man einen billigeren Anbieter finden, könnte man auf den Portalen recht einfach wechseln. Arian Freytag empfiehlt aber, zusätzlich noch persönlich beim Anbieter zu kündigen. Wer kein Internet habe, könne sich für eine Wechselhilfe auch kostenfrei an die Energieberater der Verbraucherzentrale wenden. Terminvereinbarung 0381-2087050.

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