Die Kunden der Neubrandenburger Stadtwerke werden für Gas wegen der Umlage deutlich tiefer in die Tasche greifen müs
Die Kunden der Neubrandenburger Stadtwerke werden für Gas wegen der Umlage deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Karl-Josef Hildenbrand
Energiepreise

Neubrandenburger Stadtwerke erhöhen Gastarife

Neubrandenburger Stadtwerke reichen die Gasumlage an ihre Kunden weiter, deren Rechnungen teils deutlich steigen werden − könnte die Senkung der Mehrwertsteuer für Entspannungen sorgen?
Neubrandenburg

Wegen der Einführung von Umlagen im Gasbereich erhöhen die Neubrandenburger Stadtwerke die Preise für ihre Kunden. Die Tarife für Gas würden zum 1. Oktober um exakt die Höhe der Umlagen steigen, teilte das kommunale Unternehmen am Freitag mit. Der Aufsichtsrat hat den Preisanpassungen am Donnerstag in einer Sondersitzung zugestimmt. Alle betroffenen Kunden werden in diesen Tagen per Post informiert.

Verbraucher werden in den nächsten Tagen per Post informiert

Nach Unternehmensangaben haben die Gaspreisanpassung teils erhebliche finanzielle Auswirkungen auf die verschiedenen Kundengruppen. Für einen Single-Haushalt im Mehrfamilienhaus mit einem Verbrauch von 3200 Kilowattstunden im 4. Quartal würden Mehrkosten in Höhe von 38,19 Euro im Monat anfallen, bei einem Zwei-Personen-Haushalt im Mehrfamilienhaus mit rund 4480 Kilowattstunden Verbrauch sind es monatlich 53,46 Euro mehr. Bei einem Vier-Personen-Haushalt im Eigenheim mit einem Verbrauch von 7680 Kilowattstunden im 4. Quartal schlägt die Erhöhung mit 91,65 Euro im Monat zu Buche.

Das städtische Unternehmen gibt damit nach eigenen Angaben die vom Staat neu eingeführte Gasbeschaffungsumlage und die Gasspeicherumlage an die Kunden weiter, teilte eine Sprecherin mit. Hinzu kommt die Bilanzierungsumlage. Sie sei nicht neu, sei aber erhöht. Die Bundesregierung hatte zum Wochenbeginn eine Gasumlage von 2,4 Cent je Kilowattstunde ab Oktober beschlossen.

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Mit der Gasumlage können Importeure ab Oktober wegen des Ukraine-Kriegs erhöhte Beschaffungskosten an die Verbraucher weitergeben. Zahlen müssen dann alle Gasnutzer, ob Privatleute oder Unternehmen – und zwar zunächst etwa 2,4 Cent pro Kilowattstunde. Auf die Umlage fällt zudem Mehrwertsteuer an. Die Bundesregierung hatte am Donnerstag dann angekündigt, den Mehrwertsteuersatz auf Gas senken zu wollen: Die Steuer werde befristet von 19 auf sieben Prozent fallen.

Die Stadtwerke kündigte am Freitag an, sofern Energieversorger in mögliche Hilfen für Endkunden einbezogen werden sollten, würde das Unternehmen diese Entlastungen umgehend an seine Kundinnen und Kunden weitergeben.

Neubrandenburger Stadtwerke möchten Abschläge gleichmäßig anpassen

In einem ersten Schritt wollen die Neubrandenburger Stadtwerke nun zunächst die monatlichen Abschläge anpassen. So würden sich die Mehrbelastungen für die Kunden gleichmäßig auf die Monate bis zur nächsten Jahresrechnung verteilten, hieß es. Eine vergleichsweise hohe Nachzahlung lasse sich damit gegebenenfalls vermeiden. Aus technischen Gründen werde der neue Abschlag in einem separaten Schreiben mitgeteilt. Sollten Kunden mit dem Vorschlag nicht einverstanden sein, können sie den Betrag im Kundenportal von neu.sw reduzieren oder erhöhen, teilte das Unternehmen weiter mit.

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