Stromkunden der Neubrandenburger Stadtwerke müssen sich auf gewaltige Preiserhöhungen gefasst machen. Doch nicht all
Stromkunden der Neubrandenburger Stadtwerke müssen sich auf gewaltige Preiserhöhungen gefasst machen. Doch nicht alle Kunden sind betroffen. Tim Prahle
Energiekosten

Neubrandenburger Stadtwerke erhöhen Strompreis zum 1. September

Nun wird auch der Strom im Neubrandenburger Raum deutlich teurer. Doch von dieser Preiserhöhung sind nicht alle Kunden betroffen.
Neubrandenburg

Die Neubrandenburger Stadtwerke erhöhen zum 1. September deutlich die Preise für Strom. Die Tarife sollen durchschnittlich um 17 Prozent steigen, wie das städtische Unternehmen mitteilte. Betroffen sind nach Angaben des Energieversorgers bis zu 7300 Kunden – allerdings nur im Neubrandenburger Umland. Offenbar nicht die einzige Einschränkung für Kunden außerhalb des Stadtgebietes. Auf der eigenen Internetseite informieren die Stadtwerke, dass sie derzeit gar keine Stromverträge außerhalb der Stadt Neubrandenburg anbieten können.

Kunden in der Stadt zunächst ausgenommen

Kunden in Neubrandenburg seien von der Erhöhung erstmal ausgenommen, teilte eine Stadtwerke-Sprecherin mit. Das liege daran, dass die Stadtwerke im Umland kein eigenes Stromnetz betreiben. Die Beschaffungskosten für den Stromeinkauf seien schon 2021 stark gestiegen. Seit Ausbruch des Ukraine-Krieges habe sich dieser Effekt noch einmal verstärkt, teilten die Stadtwerke mit.

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„Wir wissen, wie schmerzhaft der Anstieg der Energiepreise gerade in Zeiten allgemeiner Teuerungen ist. Der Energiemarkt wird angespannt bleiben, Prognosen sind schwer möglich. Aber soweit es von uns beeinflussbar ist, werden wir alles daransetzen, den neuen Strompreis für unsere Umlandkunden das kommende Jahr 2023 hindurch stabil zu halten”, sagte der Geschäftsführer Ingo Meyer. Die neuen Strom-Tarife seien im Vergleich zu vielen anderen Anbietern nach wie vor sehr günstig.

Erste Strompreis-Erhöhung seit Januar 2020

Die Änderungen werden zum 1. September dieses Jahres wirksam. Es ist nach neu.sw-Angaben die erste Strompreiserhöhung der Stadtwerke seit Januar 2020. Alle betroffenen Haushalte werden in den kommenden Tagen schriftlich über die neuen Tarife informiert. Vor knapp einem Monat hatten die Neubrandenburger Stadtwerke gerade noch über eine Senkung des Strompreises für alle Kunden zum 1. Juli informiert. Dies war aber keine originäre Neubrandenburger Entwicklung. Aufgrund der Abschaffung der Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum 1. Juli fielen die an den Kunden weitergegebenen Kosten dafür weg. Zuletzt waren das laut neu.sw rund 3,723 Cent pro Kilowattstunde.

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Fragen beantworten die Stadtwerke-Kundenberater unter 0395 3500-999 oder per E-Mail an [email protected] Das Kundenbüro der Stadtwerke im Marien-Carrée am Marktplatz ist montags bis freitags 9 bis 19 Uhr und samstags 10 bis 16 Uhr geöffnet.

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Kommentare (2)

Was stört denn beim Krieg am östlichen Ende Europas den Energiebeschaffungspreis im Westen Europas? Zudem der östlichste Teil Europas nicht am europäischen Stromnetzverbund angeschlossen? Wird der Strom aus z.B. Frankreich oder aus Bayern per Diesel-LKW zu den Stadtwerken NB transportiert?

Nur für die Kunden im Umland? Weil die Stadtwerke dort das Netz nicht selbst betreiben? Dafür werden doch die Netzgebühren beim Strompreis separat ausgewiesen und bezahlt. Unterm Strich verhalten sich die Stadtwerke asozial und ungerecht. Gewinne, die vorher mit Kunden im Umland gemacht wurden, flossen Neubrandenburg zu. Jetzt wird der schlechtere Einkauf (bzw. die schlechte Einkaufskalkulation) nur an die Kunden im Umland weitergegeben!