Fremdenfeindlichkeit?
Neubrandenburger wegen Angriffen auf Flüchtlinge vor Gericht

Ein Neubrandenburger soll aus ausländerfeindlichen Motiven heraus an einer Kreuzung im Reitbahnviertel einen 31-jährigen Syrer verletzt haben.
Ein Neubrandenburger soll aus ausländerfeindlichen Motiven heraus an einer Kreuzung im Reitbahnviertel einen 31-jährigen Syrer verletzt haben.
Lasdin Bernd

Im November 2017 soll ein Mann Flüchtlinge mit einem Hammer angegriffen und Blumentöpfe nach ihnen geworfen haben. Kurz darauf wurde er erneut aggressiv.

Fast ein Jahr nach Gewalttattacken gegen drei Männer in Neubrandenburg, darunter zwei Ausländer, kommt der mutmaßliche Täter jetzt vor Gericht. An diesem Freitag beginnt am Amtsgericht Neubrandenburg der Prozess gegen den zur Tatzeit 20 Jahre alten Mann, wie eine Gerichtssprecherin am Mittwoch sagte. Dem wegen ähnlicher Delikte polizeibekannten Beschuldigten werden gefährliche Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen.

Er soll aus ausländerfeindlichen Motiven heraus im November 2017 an einer Kreuzung im Reitbahnviertel einen 31-jährigen Syrer mit einem Hammer attackiert und leicht im Gesicht verletzt haben. Das Opfer wurde medizinisch versorgt. Danach soll er aus seiner Wohnung im fünften Stockwerk heraus angetrunken einen 24-Jährigen mit Blumentöpfen beworfen, ihn fremdenfeindlich beschimpft und mit einer hammerähnlichen Waffe in der Hand verfolgt haben. Der Attackierte – ein Deutscher mit irakischen Wurzeln – konnte fliehen.

Der Neubrandenburger wurde kurz danach von Beamten gestellt, ein Werkzeug bei aber nicht gefunden. Er durfte wieder gehen. In der Nacht darauf habe er in einem Tanzlokal einen anderen Gast mit einer Schere angegriffen. Daraufhin war er wegen Fluchtgefahr in U-Haft genommen worden. Bei der Polizei habe er zu den Vorwürfen geschwiegen, hieß es.