TROCKENHEIT

Neubrandenburgs 100.000 Euro-Eiche lebt!

Im August hegten nur noch wenige Menschen Hoffnung für den Baum. Jetzt sprießt frisches Grün an den Ästen. Ein beteiligter Akteur behielt Recht mit seiner Vermutung.
Sie ist am Leben: Die wohl bekannteste Eiche aus Neubrandenburg drohte einzugehen, doch jetzt sprießen neue Blätter
Sie ist am Leben: Die wohl bekannteste Eiche aus Neubrandenburg drohte einzugehen, doch jetzt sprießen neue Blätter. Privat
Neubrandenburg.

Die Eiche lebt! Mit diesem Ausruf haben sich in den vergangenen Tagen zahlreiche Neubrandenburger an den Nordkurier gewandt. Bilder beweisen es: Zart recken sich kleine grüne Blätter von Neubrandenburgs wohl bekanntestem Baum gen Himmel.

Gesamtkosten der Eiche liegen bei 100.000 Euro

Dass dies wieder der Fall sein würde, hatten zahlreiche Neubrandenburger nicht für möglich gehalten. Mitte August beklagten sie schon den vermeintlichen Tod der Eiche auf dem Plateau an der Bergstraße. Auch finanziell wäre dies ein Schaden gewesen. Als 100.000-Euro-Eiche wird sie wohl für sehr lange Zeit in den Köpfen der Leute bleiben. Denn soviel kosten ihre Anschaffung, ihr Transport und ihre Pflege für sieben Jahre. Die Deges, Projektträgerin der Ortsumgehung, hatte sie im vergangenen November gepflanzt – als Ersatz für die gefällte Eiche, die dort einst 200 Jahre lange gestanden hatte.

Nach anfänglich schönen Entwicklungen im Wuchs waren dann plötzlich in der größten Hitze fast alle Blätter vertrocknet. Baumsachverständiger Neidhardt Krauß hatte bereits damals vermutet, dass die Eiche trotz der vielen Sensortechnik in der Pflanzgrube – die dem mit der Pflege beauftragten Betrieb in Anklam zum Beispiel Wasserbedarf anzeigen sollte – zu wenig Wasser bekommen hat.

Mehr lesen: ▶ 100.000 Euro für eine Eiche in Neubrandenburg

Dem hatte Nico Fabinski, Geschäftsführer der Pflegefirma Gala Tief in Anklam, widersprochen. Die Eiche sei genügend gewässert worden, die Technik habe funktioniert, sagte er – wenngleich er sich alles nochmal vor Ort angesehen hatte, als viele Neubrandenburger schon den Tod der Eiche befürchteten. Nico Fabinski erklärte alles mit einem „Hitzeschock“ und schürte Hoffnung, dass die Eiche noch in diesem Jahr erneut Blätter austreiben werde.

Bäume sind leidensfähig

Er sollte recht behalten. „Es ist kein Wunder, denn Bäume sind leidensfähig und haben immer noch ein Ass im Ärmel. Wenn Eichenprozessionsspinner alle Blätter abfressen oder die Blätter im heißen Sommer vertrocknen, weil zu wenig Wasser gegeben wurde, kann der Baum einen zweiten Frühling erleben, denn er hat für solche Zwecke Blattknospen“, erläutert Neidhardt Krauß. Diese sollten zwar erst im Frühjahr 2021 austreiben, aber nun würden sie eben schon im Spätsommer 2020 gebraucht. „Fürs Frühjahr 2021 bestehen aber keine Sorgen, denn mit jedem Blattaustrieb wird auch gleichzeitig eine neue Blattknospe angelegt. Ein bisschen gehegt werden muss der Baum aber immer noch“, findet der Sachverständige aus Neubrandenburg, der seine Annahme wiederholt, dass der Baum zu wenig Wasser bekommen habe.

Heiße Luft von der Stadt schadete der Eiche wohl

Nico Fabinski indes bleibt dabei, dass die junge Stiel-Eiche auf ihrem Plateau immer genügend Wasser erhalten hat. Von der Stadt käme herauf aufs Plateaus ein so „heißer Fön“, dass dieser wohl der Eiche geschadet hatte. Seine Firma habe in den vergangenen Wochen um den Baum herum gegossen, sodass das Wasser verdunsten und so den Baum kühlen konnte. Außerdem sei es bald darauf mit der Hitze vorbei gewesen. „Ich finde sogar, dass es mehr Blätter als vorher waren, nur jetzt etwas kleiner“, so der Chef, der hofft, dass sich der Baum nun an die Umstände gewöhnt hat und es im nächsten Jahr keine Probleme geben wird.

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Kommentare (11)

"Was kümmert es die deutsche Eiche, wenn eine Wildsau sich an ihr reibt?"

In den 1980er Jahren wurde der Baumbestand in Deutschland für tot erklärt, weil saurer Regen die Wälder vernichte und Bäume nicht mehr neu wachsen liesse. Aus dieser Hysterie- und Panikpolitik erstarkten die Grünen. Sie demonstrierten viel gegen den sauren Regen - und siehe da, der saure Regen verschwand. In alten Kulturen tanzte man noch für Regen, in zeitgenössischen Kulturen schwänzt man die Schule, um die Welt zu retten. Überall sieht man Gevatter Tod: z.B. beim Diesel, im Wald, beim Virus, am Klima, am nicht konstanten Meeresspiegel, am Wasserdampf von Kühltürmen.

Vielleicht belesen Sie sich mal zum Thema saurer Regen. Der tritt nämlich in Deutschland kaum noch auf, weil der Ausstoß von Schwefeldioxid (SO2), welches die Luftverschmutzung vor allem verursacht hatte, in Europa von 1980 bis 2004 um drei Viertel verringert wurde, am stärksten in Deutschland. Das haben wir tatsächlich anteilig den Grünen zu verdanken. Die haben dafür gesorgt, das Filter in Heizkraftanlagen zur Pflicht wurden. Resultat - weniger SO2 - kein saurer Regen mehr. Schon erstaunlich, was man mit Umweltschutz so alles erreichen kann, oder?

hört man auch bei Impfgegnern:
"Warum impfen, wenn es keine Masern mehr gibt?"
Ich denke auch, daß nicht alles"grün" ist, was die Grünen machen, aber sie haben es geschafft, daß wichtige Themen auf den Agenden der anderen Parteien, in ganz Europa, gelandet sind.
Was wurde über das Dosenpfand von Herrn Trittin geschimpft, und?
Eine absolute Erfolgsgeschichte.
Ich bin kein Grünenwähler, aber wir haben ihnen schon einiges zu verdanken.
Das sollten sich auch mal die komischen volkisch geprägten Ethnogermanen fragen, die immer schnell mit "links-grün versifft" um sich schmeißen.

Das Dosenpfand des ehrenwerten Herrn Trittin hat zum Niedergang der deutschen Aluminiumindustrie gesorgt. Davon hat sie sich bis heute nicht erholt und gehört nun ausländischen Konzernen. Das dieser Niedergang einherging mit dem Verlust von ca. 10.000 Arbeitsplätzen braucht man wohl nicht zu erwähnen.
Dazu kommen fast hermetisch abgesicherte Zählzentren zur Ermittlung des Pfandwertes von Flaschen aus Kleinläden, Kiosken usw.
Diese werden beliefert mit den verplombten Säcken durch 40-Tonner LKW, die damit wohl mehr oder weniger nur Luft, sprich: leere Flaschen, herumtransportieren.
Welch Vergeudung von Energie und Ressourcen!
Aber darin waren die Grünen schon immer Spitze: Gegen das Volk, gegen die Industrie aber für Ratten, Läuse und Wanzen, die sich an den Getränkeresten laben.

Da stimmt etwas nicht in Ihrer Darstellung. Die deutsche Aluproduktion ist zwischen 1980 und 2000, also vor der Einführung des Dosenpfands schon um ca. 19% gesunken. Dann von 2000 zu 2006 nochmal um ca. 19%, stieg dann aber wieder um 7% im Folgejahr. Die Produktion in China stieg in den Jahren des Witrschaftsbooms so rasant, dass deutsche Unternehmen mittlerweile ohne Staatshilfen nicht überlebensfähig sind. Aber das ist eher der ausländischen Konkurrenz geschuldet und nicht dem Dosenpfand. Auch dass Arbeitsplätze verloren gegangen sind, ist nicht dem Rückgang in der Aluminiumproduktion geschuldet, sondern der Technisierung, wie überall sonst auch. In den vier deutschen Aluminium-Hütten sind lediglich 2000 Arbeitnehmer beschäftigt - Stand 2014. In den beiden Trimet-Aluminium-Hütten wird jeder der 1020 Arbeitsplätze mit jährlich rund 440.000 Euro subventioniert - JEDER. Auch Stand 2014. Da würde ich gern den Niedergang der deutschen Aluminiumindustrie sehen. Würde einen Haufen Steuergeld sparen.

Bäume wachsen auch die nächsten tausend Jahre. Obst, Getreide und Gemüse haben sich natürlich wie auch durch Menschenhand über Jahrtausende verändert. Das sollten wir auch weiterhin der Natur wie u.a. den Bäumen zugestehen. Selbst der Mensch hat sich über tausende Jahre hinweg verändert. Leben und Natur sind Veränderung, Wandel und Entwicklung. Natur ist keine Konservendose.

Was wollen Sie mir mit der Aufzählung von Allgemeinplätzen sagen? Niemand will den natürlichen Wandel der Natur aufhalten. Aber Umweltverschmutzung durch den Menschen ist eben nichts Natürliches. Wer glaubt, der Mensch hätte keinen Einfluss auf die Natur, hat wohl die letzten paar Jahrzehnte verschlafen. Schauen Sie sich doch z.B. mal die Wasserqualität im Rhein an! In den 60er und 70er Jahren war der Fluss praktisch tot. Die Industrie hat zuviel Dreck in den Fluss geleitet. Dann wurde das in den 80er Jahren verboten und heute gibt es sogar wieder vereinzelt Lachse im Rhein. Klare Ursache - Wirkung. Und dafür gibt es sehr viele Beispiele. Wie kann man das ignorieren?

Ohne Worte. Kann ein pfiffiger Journalist einmal berichten, wer diese Kosten frei gegeben / dazu beigetragen hat?

für 100.000 euro soll der auch 100.000 jahre leben...meine fresse ist das viel

Warum muss man einen ewig alten Baum dorthin pflanzen? Ein Setzling von 2 oder 3 Meter Höhe hätte es doch auch getan. Der kostet weniger und wächst dann auch zu einem stattlichen Baum heran - genau wie sein Vorgänger.