BÖLLERMÜLL

Neubrandenburgs Bürgermeister will weniger Feuerwerk

Die Beseitigung des Mülls aus der Neujahrsnacht kostet viel Zeit und Geld. Oberbürgermeister Witt möchte deshalb eine Debatte über das Silvesterfeuerwerk anstoßen.
Auf die grandiose Wirkung des Feuerwerks folgt am nächsten Morgen der Frust über die unschönen Überreste. Das Aufräumen kostet Geld und Zeit.
Auf die grandiose Wirkung des Feuerwerks folgt am nächsten Morgen der Frust über die unschönen Überreste. Das Aufräumen kostet Geld und Zeit. Felix Gadewolz
Auf die grandiose Wirkung des Feuerwerks folgt am nächsten Morgen der Frust über die unschönen Überreste. Das Aufräumen kostet Geld und Zeit.
Auf die grandiose Wirkung des Feuerwerks folgt am nächsten Morgen der Frust über die unschönen Überreste. Das Aufräumen kostet Geld und Zeit. Claudia Marsal
Neubrandenburg.

Angesichts teurer und wochenlanger Auswirkungen des Silvestermülls will Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt einen neuen Vorstoß zur Einschränkung der Knallerei unternehmen. Denkbar sei zum Beispiel ein gemeinsames, zentrales Feuerwerk, so der Oberbürgermeister, der am Donnerstag in der Stadtvertretung eine umfassende Diskussion in Gang bringen möchte.

Ein viel gravierenderes Problem als die Feinstaubbelastung, die in vielen anderen deutschen Städten zu Debatten um ein Böllerverbot führt, ist in Neubrandenburg die ausufernde Vermüllung – was durch viele Bürgerbeschwerden bestätigt wird, die auch beim Nordkurier regelmäßig eingehen. Trotz eigens zum Jahreswechsel zusätzlich aufgestellter Container türmten sich anschließend stadtweit batterieweise die Überreste der Feuerwerkskörper; die Aufräum- und Reinigungsarbeiten schlagen mit rund 50.000 Euro zu Buche.

Statt teurer Reinigungskosten lieber ein zentrales Feuerwerk

„Wollen wir wirklich akzeptieren, dass die Beseitigung der Silvesterreste zwei bis drei Wochen in Anspruch nimmt?“, fragt Witt. In einigen „Ecken“ der Viertorestadt dauert das Aufräumen sogar noch länger: In der kleinen Grünanlage am Sackgassenende der Jahnstraße etwa wurden gerade erst die letzten Spuren entfernt.

Zu der Verärgerung über Zeitgenossen, die ihren Müll (und das nicht nur beim Böllern) achtlos liegen lassen, gesellt sich die Sorge um wichtige Werte der Stadt: um die Sicherheit an historischen Baudenkmalen von den Stadttoren bis hin zum Belvedere, aber auch im Kulturpark, an den Strandbädern und auf vielen Spielplätzen. Daher möchte Witt die Neubrandenburger und besonders die Stadtvertreter zur Diskussion herausfordern über die Vermeidung von Silvestermüll, über knallerfreie Zonen und über den Vorschlag, statt teurer Reinigungskosten lieber in ein zentrales Feuerwerk zu investieren.

Witt setzt auf Beteiligung der Öffentlichkeit

Bereits in den vergangenen zwei Jahren hatte der Oberbürgermeister angesichts der unansehnlichen Silvesterfolgen Einschränkungen bei der Knallerei angeregt. Die Option, private Feuerwerke zu untersagen, hatte kontroverse Diskussionen ausgelöst; oft begleitet von der Frage, wie denn die Einhaltung wirksam kontrolliert werden solle. Offenbar dürfe man „in Deutschland nur etwas verbieten, wenn man’s auch kontrollieren kann“, scherzt Witt.

In der Folge jedoch setzt er nun auf eine große Beteiligung der Öffentlichkeit, um „mehrheitsfähige“ Lösungen zu finden. Bei dem erneuten Vorstoß verweist er auch auf Städte wie Dortmund, Düsseldorf, Bielefeld und Bremen, in denen gebietsweise private Feuerwerke verboten sind, sowie auf die Hansestadt Greifswald, wo zu diesem Thema gerade eine Bürgerbefragung im Gange ist.

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Kommentare (12)

Steuergelder verballern.... Ein zentrales Feuerwerk für weniger als 50TSD Euro?? Na dann mal ran Herr Komödiant.....

Hat denn der Bürgermeister keine anderen Probleme?
Wie will er das Feuerwerk für die Allgemeinheit gestalten? Der Böller Herr Witt geht nach hinten los.
Viel Spaß bei Ihrer Diskussion. Vor allem wieder unterbreitet mit Verboten.

zu Satz 1: es kommt darauf an ... Private Probleme gehen eigentlich außenstehende nichts an.
Die schädliche Belastung der Umwelt ist eines der größten Probleme überhaupt. Leider laufen die Probleme schon sehr lange auf.
Wann braucht man Verbote?
Im Mittelalter wurde der Abfall auf die Straße oder um die Ecke gekippt. Dort liefen überall Raten herum. Ich lebte natürlich noch nicht zu dieser Zeit, aber es wird wahr gewesen sein.

Dieses dauernde Geschreibe / Gerede man sollte sich immer um andere Probleme kümmern...
Wenn sich jetzt nicht gekümmert wird...

Damit niemand raten muss...
Raten - Es sollte Ratten heißen.
sorry

Wie kann man private Feiern so leise wie möglich machen. Wer darf wann und wo mit wem Glück und Freude ausdrücken und welchen Öko-Sekt trinken. Ich finde jeden Tag im Jahr Flaschen- und Glasscherben auf öffentlichen Straßen. Die werden nicht beseitigt. Aber in der hinterletzten Straße, im letzten Garten sucht man nach Böllerresten und spektakelt wegen Kosten und Müllvermeidung.

Sie/Andere müssen nicht unbedingt Flüsterpartys veranstalten. Einige Leute müssen jedoch regelmäßig früh aufstehen. Wenn es häufig an einem Ort laut ist / bzw. in der Entfernung und der Wind weht daher...
Natürlich NUR wenn man es möchte, KANN man Nachbarn einladen. Man kann auch eine Feier rechtzeitig vorher ankündigen.
zu Ihrem Vorschlag, Öko Sekt: klar kann der mehr kosten, Es kann auch sein, dass Lebensmittel die schädliche Inhaltsstoffe enthalten, dem Konsumenten, je nach der Höhe der Dosis, dem seine Lebenszeit nur um ein paar Sekunden verringern.
Phhh also einfach wo es keiner gleich sieht, irgendwo da draußen, braucht man sich nicht um die saubere Umwelt kümmern oder wie?

@universal, danke für Ihre Antworten auf Fragen, die niemand gestellt hat.

Für ein flächendeckendes Verbot aus Gründen zu hoher Straßenreinigungskosten fehlt es schlicht an der Rechtsgrundlage. Die Stadt kann Gebiete festlegen in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie mit besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen (§ 23 SprengV). Mehr nicht. Die Diskussion und Bürgerbeteiligung kann man sich sparen.

aber diskutieren ist doch toll

Gut das sich soviele Leute im e-NK mit Gesetzen auskennen.
Vielleicht kaufe ich mir auch mal so ein Buch mit § drin. Wäre eine Ergänzung zu den ganzen Büchern mit Witzen.

Wie lächerlich ist dieser Mann ? Grade den Müll um 100% in 5 Jahren erhöht und es reicht Ihm immer noch nicht ? Das Geld für die sinnlose Eiche hätte auch lange gereicht.

Der schöne Baum ist wohl Dauerthema?
Was bitte genau ist an der Eiche sinnlos?
Wenn die gut wächst, kann man doch in hunderten von Jahren auch Sitzbänke ein Bett oder was sonst gerade gebraucht wird daraus machen.
Und die Tiere brauchen etwas zu fressen.

... die Eiche kommt von der Deges und die Müllgebühren beschließt der Landkreis MSE...