DRÜCKJAGDEN

Neubrandenburgs Kampf mit den Wildschweinen

Neubrandenburgs Wildschweinproblem wird nicht kleiner. Die Jäger allerdings müssen sich in den nächsten Monaten zurückhalten. Es gibt aber auch noch ein anderes Problem.
239 Stück Schwarzwild sind seit dem 1. April des vergangenen Jahres in der Stadt erlegt worden. Doch gerade der Erfolg be
239 Stück Schwarzwild sind seit dem 1. April des vergangenen Jahres in der Stadt erlegt worden. Doch gerade der Erfolg bei den Drückjagden ist eher überschaubar. Lino Mirgeler
Neubrandenburg.

Sie kommen meist bei Nacht, um Kleingärten oder Grünanlagen zu verwüsten; aber selbst bei Tageslicht sind sie schon in einiger Nähe zu Wohnhäusern gesichtet worden: Neubrandenburg hat ein Problem mit Wildschweinen. Schon lange versuchen Stadtförster Carsten Düde und die Jagdpächter dem tierischen Eroberungsdrang Paroli zu bieten – in den vergangenen Wochen gar mit Drückjagden, um den Wildschweinen die bevorzugten „Ausflugsziele“ zu verleiden.

Ab jetzt aber müssen die Jäger behutsamer vorgehen und sich auf Einzeljagd beschränken. Denn im März beginnt die Zeit, in der die Bachen Frischlinge zur Welt bringen. Und Tiere, die Junge führen, dürfen natürlich nicht getötet werden.

Drückjagden mit überschaubarem Erfolg

Seit Beginn des aktuellen Jagdjahres am 1. April sind im gesamten Stadtgebiet 239 Stück Schwarzwild erlegt worden, berichtete Düde im Stadtvertreter-Ausschuss für Umwelt, Ordnung und Sicherheit. 51 Tiere wurden im Stadtforst erlegt, aber auch an den bekannten „Hotspots“ sprechen die Zahlen für sich: 36 Wildschweine auf dem Datzeberg, 28 am Steep.

Ausgerechnet die Drückjagden allerdings stehen dabei mit überschaubarem Erfolg zu Buche: Sie endeten mit 26 Abschüssen im Mühlenholz und an den Kiesgruben; am Steep wurde ein Wildschwein bei einer Drückjagd erlegt, auf dem Datzeberg keines. „Es gibt bei der Jagd eben nie eine Garantie“, stellt Düde fest: „Heute sind die Tiere an einem bestimmten Ort, morgen nicht.“

Stadtförster moniert auch menschliche Schweinereien

Am 11. März soll auf dem Datzeberg ein Bürgerforum stattfinden, um über die Maßnahmen gegen die Wildschweinplage zu informieren. Drückjagden jedenfalls werden erst wieder im Herbst möglich sein, kündigt der Stadtförster an. Nicht ganz beiläufig verweist er übrigens auch auf menschliche Schweinereien: Müll einfach in die Gegend zu werfen, verunstaltet nicht nur Wald und Forst und Stadtgrün, sondern lockt auch unwillkommenes Getier an. Dem Unrat beizukommen, „ist nicht damit getan, dass man vereinzelt mal was wegräumt“, mahnt Düde: „Das muss in die Köpfe rein.“

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