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Neubrandenburgs Ortsumgehung nervt Anwohner

Anwohner in Neubrandenburg finden es einfach zu laut, seit die Ortsumgehung da ist. Doch auf Schutz können sie nicht hoffen – anders als etwa die Fledermäuse.
Auf Höhe der Berufsfeuerwehr verläuft die Ortsumgehung am dichtesten an der Ziegelbergstraße vorbei, die dort
Auf Höhe der Berufsfeuerwehr verläuft die Ortsumgehung am dichtesten an der Ziegelbergstraße vorbei, die dort ihren Anfang nimmt. Anwohner, die weiter weg wohnen, klagen dennoch über den Lärm. Felix Gadewolz
Neubrandenburg.

Dietrich Brockmann wohnt in der Ziegelbergstraße und muss seit Wochen nervigen Lärm ertragen; Lärm von der Neubrandenburger Ortsumgehung. Wenn Brockmanns auf ihrem Balkon „hinten raus“ stehen, hören sie ständig die Autos von der Umgehung. Es sei nicht nur die Balkon-, sondern auch die Schlafzimmerseite.

Ein Teilstück verläuft parallel zur Ziegelbergstraße, wenn auch in einiger Entfernung. „Doch die Entfernung ist nicht zu unterschätzen“, so Dietrich Brockmann. Seit Mitte Oktober ist die Strecke in Autofahrer- und Lkw-Hand. Der Verkehr wird über dieses Teilstück vom Osten in den Süden der Stadt gelenkt. „Bei allen Vorteilen der Stadtumgehung ist jetzt viel Lärm dazugekommen“, sagt der Neubrandenburger enttäuscht und fragt, ob in Sachen Lärmschutz wirklich alles ausgereizt sei.

Keine Veränderung an der Ortsumgehung

Große Hoffnung auf eine Veränderung gibt es nicht, wie eine Nordkurier-Nachfrage bei der bundeseigenen Projektmanagementgesellschaft Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) ergeben hat. Die Deges, als Bauherrin dieser Maßnahme, verweist auf ein schalltechnisches Gutachten, das im Vorfeld der Baumaßnahme erstellt worden sei. „Dem Gutachten entsprechend wurden im Bereich der Ziegelbergstraße keine Lärmschutzmaßnahmen geplant und umgesetzt“, heißt es.

Aber es gibt doch Schutzwände, hat Dietrich Brockmann beobachtet, auch nahe der Ziegelbergstraße. „Doch da habe ich schon gehört, dass diese für den Vogelschutz sind“, sagt er betrübt. Die dort errichteten Wände dienen laut Deges „als Irritations- und Kollisionsschutzanlagen für Fledermäuse und somit nicht dem Lärmschutz“.

 

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Kommentare (4)

Was bilden sich manche Menschen ein! Die Deges kann doch nicht auf jede “Kreatur“ Rüchsicht nehmen. In anderen Städten verläuft die Stadtautobahn direkt unter dem Balkon. Statt sich zu freuen über die neue Verbindung nörgeln manche nur herum, Radfahrer beschweren sich ja auch nicht, das sie geräuschlos da nicht langfahren dürfen. Wünsche haben manche Leute im Merkelland!

hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut.

Eine Panoramastraße ist ganz schön - eine Lärmbelastung für die Anwohner nicht.
Bei Jena wurde die Autobahn komplett eingepackt.
Wäre es nicht praktisch, wenn die Blaulicht- und Sirenfahrzeuge direkt von ihrem Hof auf diese neue Straße fahren könnten?
Warum kann man bei den Stadtwerken nicht auf diese neue Straße auffahren? Warum kann man von der Bergstraße nicht auf die inner- bzw. außerörtliche Umgehungsstraße auffahren?
Ist die Entlastung der John-Schehr-Straße und weiter nicht so wichtig oder war`s das schon?

Vielleicht wird dort noch nachgebessert.

ist noch ahnungsloser als der doppelte Erich. Es darf als sicher gelten, dass an der tollen Umgehungsstraße wirklich, ganz wirklich nichts nachgebessert werden wird.