Neubrandenburgs Stadtpräsident Dieter Stegemann hat sein Mandat in der Stadtvertretung niedergelegt und gibt damit auch das Amt als Stadtpräsident ab. Bei diesem Schritt dürften Vorwürfe gegen Oberbürgermeister Silvio Witt eine Rolle gespielt haben. Archiv
Mobbing-Affäre

Neubrandenburgs Stadtpräsident tritt zurück

Ohne Begründung hat Dieter Stegemann am Montag alle seine politischen Ämter niedergelegt. Damit reagiert er wohl auf die jüngsten Mobbing-Vorwürfe gegen Oberbürgermeister Silvio Witt.
Neubrandenburg

Neubrandenburgs Stadtpräsident Dieter Stegemann (CDU) ist am Montag von allen seinen Ämtern zurückgetreten. Das teilte die Stadt in einer kurzen Mitteilung mit. Damit stellt er nicht nur sein Amt als Stadtpräsident zur Verfügung, sondern auch seinen Sitz in der Stadtvertretung. Eine Begründung lieferte er nicht, heißt es von der Stadt. Stegemann war zunächst auch nicht für eine Rückfrage zu erreichen.

In die Kritik geraten

Kommissarisch übernimmt erst einmal Roman Oppermann (SPD) alle Amtsgeschäfte des Präsidiums der Stadtvertretung, da Stegemanns Stellvertreterin Renate Klopsch (Linke) nach Nordkurier-Informationen aktuell krankheitsbedingt ausfällt.

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Stegemann war in die Kritik geraten, weil er Einreicher einer umstrittenen Vorlage auf der Stadtvertretersitzung Ende April war, in der ein hauptamtlicher zweiter Beigeordneter gefordert wurde. In der Begründung zu der Vorlage hatte es jedoch schwere Vorwürfe gegen die Spitze der Stadtverwaltung, vor allem Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos), gegeben. Unter anderem war von Mobbing die Rede.

Junge Nachrückerin aus der CDU

Renate Klopsch, die den Antrag für den damals im Urlaub befindlichen Stadtpräsidenten vorgetragen hatte, nannte dabei aber keine konkreten Namen – weder von Mobbing-Betroffenen noch den des Urhebers der Vorwürfe. Sie selbst und auch Stegemann wollen den Antrag nicht in der vorgetragenen Form formuliert haben, können oder wollen bisher jedoch auch keinen anderen Urheber benennen.

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Für Dieter Stegemann in die Stadtvertretung nachrücken soll nach Nordkurier-Informationen mit Yvette Schöler eine jüngere Politikerin. Die stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbands der Neubrandenburger CDU leitet die Arbeitsgruppe „Kinder- und Jugendbeteiligung” der Stadtvertretung.

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