TIERHEIM

Neue Chancen für betagte Hunde

Vom Tierheim vermittelte Gnadenbrot-Hunde sind in Altentreptow ab 2021 von der Hundesteuer befreit. Ein Schritt in die richtige Richtung, heißt es aus dem Tierheim. Das größte Problem bei der Vermittlung ist allerdings emotionaler Natur.
Altentreptows Tierheimleiterin Silke Greier hat derzeit nur wenige Hunde zu betreuen. Mischling Ben gehört dazu, er kann
Altentreptows Tierheimleiterin Silke Greier hat derzeit nur wenige Hunde zu betreuen. Mischling Ben gehört dazu, er kann im neuen Jahr in die Vermittlung. Martina Schwenk
Altentreptow ·

Es ist beschlossene Sache: Ab dem 1. Januar tritt in Altentreptow die neue Hundesteuersatzung in Kraft, so hat die Stadtvertretung auf ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich entschieden. Neben einer Erhöhung der Hundesteuer um 20 Euro ist damit ebenfalls eine Erweiterung der Steuerbefreiung nun quasi in Stein gemeißelt.

Menschliche Komponente ist entscheidend

Diese Erleichterung betrifft alte Hunde, die nur noch wenig Zeit auf der Lebensuhr haben und vom Tierheim an Familien gegeben werden, um noch einen schönen Lebensabend zu haben – quasi Gnadenbrot-Hunde. Für sie müssen die neuen Besitzer ab 2021 keine Steuer mehr zahlen (der Nordkurier berichtete). „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung“, findet Tierheimleiterin Silke Greier.

Aber der wichtigste Punkt bei der Vermittlung eines alten Tieres bleibe natürlich eindeutig das Menschliche. „Viele denken, der Hund lebt nur noch kurz“, berichtet Silke Greier. Zudem: Der ein oder andere habe bereits ein geliebtes Tier verloren, kenne die Trauer um den Verlust nur zu gut. Ein Gefühl, das mit der Adoption eines alten Vierbeiners bald wieder kommen würde – egal ob es sich um einen Hund oder eine Katze handelt. So kämen mitunter Berührungsängste auf.

„Kein Hund hat es verdient, im Tierheim zu sterben.“

„Wichtig ist nicht, wie lange der Hund noch lebt, sondern was er in seiner verbleibenden Zeit noch erleben kann“, lautet die Faustregel für die Tierheimleiterin. Dieses Leitmotiv gebe sie auch Interessenten so mit auf den Weg: Das Tier gewinnt durch die Adoption viel. Ein sehr emotionales Thema für die Tierschützerin. „Kein Hund hat es verdient, im Tierheim zu sterben.“

Derzeit gibt es keine Tiere am Klosterberg, die bei einer Vermittlung unter die neue Regelung fallen würden. In der Corona-Zeit sind offenbar viele auf den Hund gekommen. Fast alle Tiere konnten ausziehen, haben neue Besitzer gefunden (der Nordkurier berichtete). Einer der vier verbliebenen Vierbeiner ist reserviert und kann wohl im kommenden Jahr zu seinem neuen Besitzer. Für Kangal-Mix T.J. wünscht sich das Tierheim eine Pflegestelle, bei Menschen die sich mit der Rasse auskennen. Den T.J. entspräche ganz einem typischen Kangal. „Wenn man ihn zu lesen weiß, ist er ein ganz toller Hund.“

Neuzugänge erst im neuen Jahr in Vermittlung

Wer sich für die neusten Zuzügler Ben und Leika interessiert, kann nach dem Jahreswechsel wieder zur Vermittlung kommen. In der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr gibt das Tierheim keine Schützlinge ab. Die beiden Hunde wurden bei Siedenbollentin aufgegriffen, stammen ursprünglich aus Friedland (der Nordkurier berichtet). Zeugen sind inzwischen zu Wort gekommen, berichtet Silke Greier. Ben sei, als er ins Tierheim kam, in einem schlechten Zustand gewesen. Die 20 Kilometer hätte er nicht laufen können, da sind sich die Tierschützer sicher. Aus seinem Zustand könne zudem geschlossen werden, dass er lange nicht mehr tierärztlich behandelt worden sei.

Unternehmen hat Patenschaft übernommen

Ein Unternehmen aus Altentreptow hat inzwischen die Patenschaft für die beiden Hunde übernommen. „Ben geht es schon wieder besser“, sagt Silke Greier. Er sei sehr menschenbezogen, gern auch mal verschmust und ein richtiger Gemütshund. Mit Leika teilt er sich gerade einen Zwinger, die kleine Terrier-Mix-Hündin ist sehr bezogen auf den großen Hund. Gerne können sie zusammen in ein neues Zuhause ziehen, oder einzeln als Zweithund, so die Tierheimleiterin. Gerade für die sehr aktive und bewegungshungrige Hündin wünsche sie sich einen zweiten Vierbeiner im Haus.

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