SCN-Trainer Dieter Kollark muss sich mit Doping-Beschuldigungen auseinandersetzen (Archivbild).
SCN-Trainer Dieter Kollark muss sich mit Doping-Beschuldigungen auseinandersetzen (Archivbild). Heiko Brosin
Leichtathletik

Neue Dopingvorwürfe gegen SCN-Trainer Kollark

Während in Berlin die Leichtathetik-EM läuft, muss sich Dieter Kollark aus Neubrandenburg mit schweren Doping-Anschuldigungen auseinandersetzen. Der SCN-Trainer hält jedoch dagegen.
Neubrandenburg

Mit Dopingvorwürfen hat sich Dieter Kollark in den vergangenen Jahren mehrmals auseinandersetzen müssen. Einen Beweis dafür, dass der Trainer beim SC Neubrandenburg seine Leichtathleten mit verbotenen Substanzen versorgt hat, hat es nie gegeben.

Jetzt gibt es neue Vorwürfe. Nach einem Bericht des Berliner Tagesspiegel soll der heute 73-Jährige, der aktuell EM-Hoffnung Claudine Vita betreut, in der DDR schon Kindern Dopingmittel verabreicht haben. Laut der Zeitung soll Hanno Siegel (Name in der Zeitung geändert) auf die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) gegangen sein und von seinem Trainer im Alter von 13 bis 17 Jahren Tabletten und Injektionen erhalten haben. Heute leide er unter schweren Depressionen, seine Wirbelsäule sei versteift, er könne nur mit Schmerzmitteln leben.

Kollark: Vorwürfe „entbehren jeglicher Grundlage”

Vor einem Jahr, heißt es in dem Blatt, habe Siegel seinen alten Trainer wiedergesehen – im Fernsehen. Bei der Leichtathletik-WM in London hat Dieter Kollark mit der Chinesin Lijiao Gong Gold gewonnen und trat zum Siegergespräch vor die Kameras. Seither verfolgen Siegel Albträume, sagte er der Zeitung aus Berlin. Warum Siegel erst nach einem Jahr an die Öffentlichkeit tritt, bleibt unbeantwortet.

Dieter Kollark sagte gegenüber dem Nordkurier, dass jetzt eine rote Linie überschritten sei. Die in dem Artikel erhobenen Vorwürfe, einen Athleten im Alter von 13 bis 17 Jahren von 1978 bis 1981 mit Oralturinabol gedopt zu haben, „entbehren jeglicher Grundlage”, so Kollark.

Seit 1976 sei er als Trainer beim SCN nicht mehr für diesen Altersbereich verantwortlich gewesen. Diese Funktion hätten andere Trainer ausgeübt. Es gebe ausreichend Zeugen wie Cheftrainer, Nachwuchstrainer und Athleten, die das bestätigen können.

Kollark hatte nichts mit dem Nachwuchs zu tun

Auf Nachfrage des Nordkurier erklärte ein Trainer, der von 1979 bis 1990 in leitender Position beim SC Neubrandenburg tätig war, aber mit seinem Namen nicht an die Öffentlichkeit will: „Dieter Kollark hatte in dieser Zeit nichts mit dem Nachwuchs zu tun, gar nichts. Er war im Erwachsenenbereich tätig.” Dies werde er notfalls auch als Zeuge aussagen.

Dieter Kollark kündigte an, rechtliche Schritte gegen den Berliner Tagesspiegel einzuleiten. Kollarks Schützling Claudine Vita gilt bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin als Medaillen-Kandidatin im Diskuswurf.

Die 21-Jährige muss am Donnerstag im Berliner Olympiastadion aber erst in die Qualifikation. Das Finale findet am Sonnabend statt.

Hier finden Sie den Tagesspiegel-Artikel: Warum das DDR-Staatsdoping in der DDR bis heute nachwirkt.

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