KOSTENANSTIEG

Neue Sporthalle in Neubrandenburg wird 1,3 Millionen Euro teurer

Um bis zu 1,3 Millionen Euro könnten die veranschlagten Kosten noch steigen. Wenn nicht noch ein Förder-Nachschlag ausgehandelt wird, muss die Stadt den Zuwachs aus eigener Kraft aufbringen.
Die Bauarbeiten an der Großen Krauthöferstraße, gleich neben der Pestalozzi-Schule sollen in diesem Jahr been
Die Bauarbeiten an der Großen Krauthöferstraße, gleich neben der Pestalozzi-Schule sollen in diesem Jahr beendet werden. Susanne Schulz
Neubrandenburg.

Der Bau der neuen Sporthalle an der Großen Krauthöferstraße in Neubrandenburg wird erheblich teurer als geplant. Zu den ursprünglich geplanten Kosten von 4,3 Millionen Euro könnten bis zu 1,3 Millionen Euro hinzukommen, sagte Oberbürgermeister Silvio Witt im Hauptausschuss der Stadtvertretung.

Diese Differenz könne voraussichtlich nicht aus Fördermitteln aufgefangen werden. Die Stadt werde auf Eigenmittel, die für andere Maßnahmen geplant waren, oder auf Kreditmittel zurückgreifen müssen. Der Bau solle aber definitiv in diesem Jahr abgeschlossen werden, versprach Witt.

Bedingt ist die Kostensteigerung offenbar durch hohe Nachfrage und somit gute Auftragslage im Baugewerbe: Die nämlich macht sich bei Ausschreibungen mit einer nur geringen Zahl von Angeboten bemerkbar, die dann meist über den vorgesehenen Kostenrahmen hinausgehen. Diese Erfahrung machte die Stadt auch schon bei der Sanierung der Stargarder Straße und bei den Planungen für die Neugestaltung der Turmstraße zu schaffen. Jedoch kommen Auftraggeber meist nicht umhin, einen Zuschlag zu erteilen – nicht zuletzt weil bewilligte Fördermittel, ohne die der Bau überhaupt nicht denkbar wäre, an Fristen zur Fertigstellung gebunden sind.

So auch im Fall der neuen Sporthalle, deren Bau mit 3,3 Millionen Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderprogramm des Bundes unterstützt wird. Jahrelang war darum gekämpft worden: Erst im Frühjahr 2019 erhielt die Stadt den nötigen Zuwendungsbescheid für das Projekt, das schon seit 2016 dringlich auf der Agenda stand. Um den aktuellen Kostenanstieg aufzufangen, will die Stadtverwaltung im Gespräch mit Landesministerien noch Möglichkeiten für eine Unterstützung aus Schwerin ausloten.

Sanierung als nicht wirtschaftlich verworfen

Die ursprüngliche Ruhlandhalle aus den 70er Jahren war heutigen Anforderungen längst nicht mehr gewachsen. Nicht nur, dass der tonnenförmige Bau 50 Jahre später als städtebaulicher Missstand auffiel; angesichts der hohen Betriebskosten sowie baulicher, sportfunktioneller und sicherheitstechnischer Mängel wurde eine Sanierung als nicht wirtschaftlich verworfen. Die Halle war daher im vergangenen Jahr abgerissen worden.

Noch vor dem ersten Spatenstich für den Ersatzneubau hatten Anwohner das Vorhaben infrage gestellt, da sie „anhaltenden Lärm“ bis in die Abendstunden, eine Zunahme illegalen Parkens sowie einen Wertverlust ihrer Grundstücke befürchteten. Sowohl Stadtverwaltung als auch Sportvereine und -verbände verwiesen jedoch auf die dringend benötigten Kapazitäten für Schul- und Freizeitsport. Die entstehende Zweifelderhalle mit einer Nutzfläche von 22 mal 45 Metern soll langfristig sowohl den Sportunterricht der angrenzenden Regionalschule „Fritz Reuter“, der Grundschule „Uns Hüsung“ und des Pestalozzi-Förderzentrums absichern als auch wie bisher Sportvereinen zur Verfügung stehen.

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Kommentare (2)

Na warum bin ich darüber nun gar nicht überrascht. Das war doch so sicher wie das Amen in der Kirche das die Baukosten zu niedrig angesetzt sind. Das ist auch kein Einzelfall sondern ist schon Uzos bei öffentlichen Bau Vorhaben. HKB BER Rathaus usw. Nur um einpaar zu nennen.

Und die Auslastung und damit einhergehende auskömmliche Kalkulation der Firmen kam da sicher auch ganz überraschend.... Was sitzen da eigentlich für Figuren im Rathaus und im zuständigen Planungsbüro rum....