Die angeklagten Vater und Sohn im Herbst 2020 vor Gericht in Neubrandenburg.
Die angeklagten Vater und Sohn im Herbst 2020 vor Gericht in Neubrandenburg. Felix Gadewolz
Justiz

Neues Urteil für Totschläger – jetzt muss er acht Jahre sitzen

Ein Mann aus Malchin hatte gemeinsam mit seinem Sohn im Sommer 2019 einen 61-Jährigen auf grausame Art getötet. Dafür wurde er jetzt zum zweiten Mal verurteilt.
Neubrandenburg

In einem von der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft angestrebten Revisionsverfahren ist am Donnerstag ein 42-jähriger Mann am Landgericht der Vier-Tore-Stadt zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe wegen Totschlags verurteilt worden. Im ersten Prozess im Herbst 2020 war der Angeklagte wegen Totschlags in minderschwerem Fall für fünf Jahre und neun Monate hinter Gitter geschickt worden. Das hatte der Bundesgerichtshof gerügt und eine Neuaufnahme des Verfahrens angeordnet.

Der damals 18 Jahre alte Sohn war wegen versuchten Mordes zu vier Jahren und neun Monaten Jugendstrafe verurteilt worden. Dieser Spruch stand in dem neuen Verfahren jedoch nicht zur Debatte.

Brutale Schläge und Tritte

Die Staatsanwaltschaft hatte im Oktober 2020 beide Verurteilten sogar des gemeinschaftlichen Mordes angeklagt und den Angeklagten vorgeworfen, am letzten Juniwochenende 2019 einen 61-jährigen Nachbarn auf grausame Weise mit einer Wasserflasche getötet zu haben. Der Mann hatte sich laut den Ermittlungen nur über den Lärm bei einer Feier auf dem Hinterhof beschweren wollen.

Im Ergebnis der Verhandlung und nach Anhörung der Sachverständigen war damals das Gericht zu der Erkenntnis gelangt, dass der 61-jährige Nachbar auch ohne das gewaltsame Einflößen des Wassers gestorben wäre. Schuld daran waren die massiven Verletzungen, die der Mann nach Schlägen und Tritten des angeklagten Vaters erlitten hatte.

Sohn wollte Vater-Tat vertuschen

Der zur Tatzeit 17-jährige Sohn hatte dem Sterbenden die Wasserflasche in den Mund gesteckt und ihm dann die Nase zugehalten. Er hat so, hieß es, den Tod des Opfers, das sich nicht mehr wehren konnte, beschleunigt. Das Verhalten spreche für eine Geringschätzung menschlichen Lebens, urteilte damals das Gericht. Der Sohn wollte die Tat des Vaters vertuschen und den Tod des Nachbarn durch Ertrinken vortäuschen.

Danach deckten beide Männer die Leiche zu, der Sohn begab sich mit einer Schwester auf das Malchiner Stadtfest – und der erheblich alkoholisierte Vater randalierte und beschädigte mehrere Autos. Mit Schaufel, Messer und Fleischerbeil bedrohte er die alarmierten Polizisten, erst nach einigen Warnschüssen gelang es den Beamten, dem damals 39-Jährigen Handschellen anzulegen.

 

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