Eigenheim

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Entsteht in Neubrandenburg ein neues Wohngebiet?

Das Luftbild zeigt die Lage des möglichen neuen Wohngebietes.
Das Luftbild zeigt die Lage des möglichen neuen Wohngebietes.
Stadt Neubrandenburg

Drei Standorte standen zur Auswahl für ein neues Wohngebiet in Neubrandenburg. Die Stadtverwaltung hat sich für ein Gebiet entschieden. Es war ein knappes Rennen.

Unter den drei potenziellen Standorten für neue Eigenheime und mehrgeschossige Wohnhäuser in Neubrandenburg verfügt eine Fläche in der Nachbarschaft des Malerviertels in Weitin über die besten Voraussetzungen. Die Stadtverwaltung schlägt den Ratsfrauen und Ratsherren vor, 25 Hektar des Hollerbusch heißenden Areals in Bauland umzuwandeln und den städtischen Flächennutzungsplan deswegen zu ändern.

Der Hollerbusch gewann das Rennen knapp vor einem gut 40 Hektar großen Grundstück an der B 192 im Westen der Stadt. Abgeschlagen landete der Kupfermühlenberg gegenüber dem Steep im Süden auf dem letzten Platz. Ausschlaggebend für die Wahl waren ein knappes Dutzend Kriterien, mit denen in der Stadtverwaltung die drei Standorte unter die Lupe genommen wurden.

Solche Anhaltspunkte waren unter anderem, wie Neubrandenburgs oberster Stadtplaner Frank Renner sagte, bestehendes Planungsrecht, Kosten für möglichen Grunderwerb durch die Stadt und die Erschließung, bestehende soziale Infrastruktur, Verkehrsanbindung und mögliche Nutzungskonflikte. „Nach Punkten hat der Hollerbusch gewonnen“, so Renner.

Hohe Nachfrage nach Wohnungen

Stimmt die Stadtvertretung dem zu und ändert den Flächennutzungsplan, können vielleicht 2022 hier die ersten Häuser gebaut werden. Platz sei im Hollerbusch für 220 bis 250 Parzellen, so Renner weiter, auf denen 600 Wohnungen entstehen können. Den Preis für den Grunderwerb vor der Erschließung – 95 Prozent der Fläche sind noch in privater Hand – schätzen die Fachleute auf bis zu 250.000 Euro.

Hintergrund der Suche nach neuem Bauland in der Stadt ist die ungebrochen hohe Nachfrage. „Wir haben Probleme bei der Vergabe“, so der Stadtplaner. An der strategischen Vorbereitung eines neuen großen Wohnungsbaustandortes zur mittelfristigen Bedarfsdeckung führte kein Weg mehr vorbei.

Denn unter allen Umständen wollte die Stadt die Fehler aus den 1990er Jahren vermeiden, als Tausende Bauwillige ins Umland zogen. Immerhin – Oberbürgermeister Silvio Witt hatte gerade erst das Ziel verkündet, Neubrandenburgs Einwohnerzahl wieder auf 70.000 pushen zu wollen. Stimme die Stadtvertretung dem Standort zu, hieß es weiter, begebe man sich unverzüglich auf die Suche nach potenziellen Erschließungsträgern und Baufirmen.

Kommentare (3)

So was nennt man Zersiedlung. Darauf reimt sich Versieglung. Nachhaltiger und sparsamer Umgang mit der Natur ist das jedenfalls nicht. Sind das dann noch Neubrandenburger oder nur noch Ackerbürger, die dort bauen sollen?

wird seit ein paar Jahren in Zürich praktiziert. Warum sollte das in Neubrandenburg nicht auch möglich sein?! Lasst den Acker in Ruhe, der uns doch ernähren muss!

Und beim lesen des letzten Satzes des Beitrages konnte ich mir ein lautes Auflachen nicht verkneifen. Als ob die Stadtvertretung noch was zu melden hat. Die "potentiellen" Gierschlunde sitzen doch schon längst Gewehr bei Fuss und bei Herrn Witt auf dem Schoss.