VERFRAHREN UM KZ-SANITÄTER

Neustart des Neubrandenburger Auschwitz-Prozesses noch ungewiss

Das Landgericht Neubrandenburg kann derzeit keine Prognose für die Neuauflage des Prozesses gegen einen früheren KZ-Sanitäter abgeben. Dem Angeklagten, der im KZ Auschwitz gearbeitet hat, wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen.
dpa
Der 96 Jahre alte Angeklagte Hubert Z. im Landgericht Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern).
Der 96 Jahre alte Angeklagte Hubert Z. im Landgericht Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern). Bernd Wüstneck
Neubrandenburg.

Ein Neustart für den Prozess in Neubrandenburg gegen einen ehemaligen SS-Sanitäter aus dem Konzentrationslager Auschwitz ist weiterhin ungewiss. „Derzeit sind keine zeitlichen Vorstellungen absehbar”, erklärte Carl Christian Deutsch als Sprecher des Landgerichts Neubrandenburg am Montag. Unter anderem wegen Krankheit von Richtern habe noch nicht über die Befangenheitsanträge von Staatsanwaltschaft und Nebenklägern gegen drei Richter entschieden werden können.

Durch die Anträge hatte die letzte Frist zur Fortsetzung des Prozesses - der 10. Oktober - nicht eingehalten werden können. Der im September begonnene Prozess platzte. Wegen der Gesundheit des Beschuldigten hatte sich der Prozess schon von Februar bis September verzögert.

Dem 96-jährigen Beschuldigten wird Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vorgeworfen. Während der Mann 1944 einen Monat als KZ-Sanitäter in Auschwitz tätig war, sollen 3681 Deportierte in Gaskammern getötet worden sein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Landarbeiter aus der Nähe von Neubrandenburg vor, sich damals in die Lagerorganisation eingefügt und die Vernichtung von Leben damit befördert zu haben. Die Verteidigung bestreitet eine Schuld ihres Mandanten.

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Kommentare (2)

Wer so rein von Schuld, auch politischer Schuld und Tragweite heutiger Zeit ist werfe den ersten Stein - Im Zweifelsfalle für den Angeklagten Freispruch - es sei denn es können ihm Taten nachgewiesen werden

7000 Frauen und Männer haben im KZ Auschwitz gearbeitet. Davon wurden nur 700 in den Nürnberger Prozessen angeklagt. Sicherlich werden viele sagen dass nach 70 Jahren die Sache endlich begraben werden soll, aber haben die Überlebenden nicht auch ein Anrecht auf Gerechtigkeit. Zu lange hat die Justiz Weg gesehen und die Täter davon kommen lassen. Es ist an der Zeit ein für allemal die Täter zu bestrafen. Sicherlich wird man einer 96 jährigen Mann heute nicht mehr ins Gefängnis stecken aber darum geht es auch nicht es geht darum dass er sich für seine Taten verantworten muss. Das Konzentrationslager Auschwitz war ein Musterbeispiel wie das Dritte Reich die Probleme von Massenmord lösen konnte. Als Beweise für die Kreativität der Mitarbeiter im KZ sind die Pläne vom aus von Auschwitz. Detailliert zeigen wie der wie der Aufbau des KZ und die Außenstelle Birkenau geplant wurden.